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M. Manhard: Herrschaftswechsel und Landeskenntnis

discussions 10 (2015)

Manuel Manhard

Herrschaftswechsel und Landeskenntnis

Wissen als Behauptungsstrategie Lothringer Verwaltungseliten zur Zeit Stanislas Leszczynskis (1737–1766)

Abstract

Der Beitrag stellt die Nutzung quantitativ-statistischer Argumentationen Lothringer Verwaltungseliten vor. Dieser Fall liegt in zweifacher Hinsicht quer zur bisherigen Forschung über das Aufkommen administrativer Statistiken. Erstens handelt es sich hier nicht um Initiativen der obersten Amtsträger oder des Monarchen, die eine stärker quantifizierende Verwaltungspraxis einforderten. Vielmehr führten Proteste gegen die Maßnahmen des Fürsten zum Ausbau von statistischen Erhebungen. Zweitens dienten die Statistiken nicht der Intensivierung des Zugriffs auf die Untertanen, sondern – im Gegenteil – zu deren Abwendung. Paradoxerweise wurden also neue savoirs d'État eingesetzt, um überkommene Rechte zu verteidigen, und um auf verstärkte Ressourcenabschöpfung abzielende administrative Reformen abzuwehren.

Résumé

Cette contribution présente l'utilisation de l'argumentation quantitative et statistique chez les élites administratives de Lorraine. Elle se distingue de la recherche déjà existante concernant la naissance des statistiques administratives sur deux points. Premièrement, il ne s'agit pas ici d'initiatives des grands administrateurs ou du monarque lui-même, exigeant une intensification des pratiques administratives de quantification. Bien au contraire, ce sont les protestations contre les mesures du prince qui conduisent à la mise en place de relevés statistiques. Deuxièmement, les statistiques ne servent pas à renforcer mais, au contraire, à éviter le contrôle sur les sujets. De nouveaux »savoirs d'État« sont donc paradoxalement employés afin de défendre des droits anciens et d'empêcher des réformes administratives qui visent à accroître le prélèvement des ressources.

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Im Zeitalter der Aufklärung wurde Zahlen zunehmende Bedeutung in politisch-administrativen Fragen beigemessen. Monarchen und Verwaltungseliten versprachen sich wirtschaftliches Wachstum von der quantitativ-statistischen Erfassung ihres Territoriums – und von einer Politik, die auf solchermaßen generiertem Wissen aufbaute. In der historischen Forschung wird diese Entwicklung in Frankreich allgemein auf Ansätze der Physiokratie und Initiativen der Krone zurückgeführt. In den französischen Provinzen gelten vor allem die königlichen Kommissare (Intendanten) und deren Personal ( subdélégués ) als Vorreiter einer entsprechenden Verwaltungspraxis. Auf den unteren Ebenen der Verwaltung haben sich demnach die neuen savoirs d'État erst allmählich etabliert 1 .

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Von diesen generellen Beobachtungen weicht der Fall Lothringen, dessen Verwaltungsstruktur im 18. Jahrhundert weitgehend jener der französischen Provinzen entsprach, in einigen Punkten signifikant ab. Im Rahmen meines Dissertationsprojekts werden Behauptungsstrategien Lothringer Verwaltungseliten seit dem Herrschaftswechsel des Jahres 1737 untersucht. Dabei wird die Leitthese verfolgt, dass quantitativ-statistische Argumentationsweisen vor allem seitens der im Land verwurzelten Amtsträger vorgebracht wurden. Gestützt auf eigene Erhebungen argumentierten diese um 1760 gegen die herzogliche Gesetzgebung und die Politik des Kanzlers, des Lothringer Äquivalents eines französischen Intendanten. Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern dieser Fall die bisherigen Erkenntnisse über das Aufkommen einer argumentativen Verwendung von Statistik am Ende der Frühneuzeit erweitert.

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Der erste Teil des vorliegenden Beitrags stellt den Herrschaftswechsel sowie die Veränderungen der personellen Zusammensetzung und der institutionellen Struktur der lothringischen Landesverwaltung seit 1737 in ihren Grundzügen dar. Anschließend werden die daraus resultierenden administrativen Auseinandersetzungen skizziert. Der zweite Teil konzentriert sich auf die Argumentationsweisen der Amtsträger in Konkurrenzsituationen, in denen es darum ging, Kompetenzen und Einfluss im neuen Herrschaftsgefüge zu verteidigen beziehungsweise zurückzugewinnen. Anhand nicht edierter Quellen wird veranschaulicht, wie die Lothringer Verwaltungselite bestimmte neu aufgekommene savoirs d'État einsetzte.

  1. Administrativer Wandel und Konflikt

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Hintergrund des Herrschaftswechsels von 1737 war, dass der Lothringer Herzog Franz Stephan aus machtpolitischen Gründen gedrängt wurde, Lothringen abzutreten. Als Entschädigung erhielt er das Großherzogtum Toskana. In Lothringen wiederum wurde der entthronte polnische König, Stanislas Leszczynski, auf Lebenszeit als Herzog eingesetzt. Nach seinem Tod sollte Lothringen an Leszczynskis Schwiegersohn, Ludwig XV., übergehen und französische Provinz werden. Diese Perspektive war bereits seit 1735 allgemein bekannt.

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Schon während der knapp dreißigjährigen Herrschaftszeit Stanislas', in der er Lothringen nie unabhängig von Versailles regierte, wurde das Herzogtum auf seine Zukunft als französische Provinz vorbereitet. In vielen Bereichen der Verwaltung entsprach Lothringen bereits dem französischen Vorbild. Daher konnten die zwei wichtigsten Institutionen unterhalb des Herzogs und seines Staatsrats sowie zunächst die gesamte lokale Verwaltung 2 unverändert bestehen bleiben – auch in personeller Hinsicht. Die Rede ist von der cour souveraine , dem obersten Gerichtshof, dessen Funktion weitestgehend jener der französischen parlements entsprach, und den chambres des comptes , den beiden Rechnungskammern.

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Eine sofortige und deutliche Veränderung seiner personellen Zusammensetzung erfuhr dagegen der C onseil d' É tat, der Staatsrat, der fortan zur Hälfte aus französischen Amtsträgern bestand 3 . Die wichtigste Änderung bestand in der Einführung des Amts eines Kanzlers ( chancelier ). Ein vergleichbares Amt hat es vor 1737 in Lothringen nicht gegeben. Der Kanzler hatte den Vorsitz im Staatsrat inne und wurde mit den Aufgaben und Befugnissen eines Intendanten betraut. Entsprechend wurde das Amt mit einem zuvor für die généralité Soissons zuständigen Intendanten besetzt 4 .

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Die ansonsten wenig veränderte Verwaltungsstruktur Lothringens wurde erst nach und nach durch weitere Gesetze an die französische Administration angepasst. Die neuen Regelungen, vor allem in fiskalischen Angelegenheiten, waren des Öfteren Anlass für Remonstrationen. Dabei handelte es sich um Einwände der cour souveraine und der chambres des comptes gegen neue Gesetze, die sie registrieren sollten. Ihr Remonstrationsrecht war zuletzt 1707 ausdrücklich bestätigt worden. Ähnlich wie in Frankreich unterlag dieses Recht aber gewissen Einschränkungen: Remonstrationen durften etwa die Ausführung des herzoglichen Willens nicht verzögern und in Anwesenheit des Herzogs, im Rahmen eines lit de justice , waren Gesetze ohne weiteren Widerstand zu registrieren 5 .

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Die Auseinandersetzungen der 1740er Jahre verliefen teils drastisch. Auf Betreiben des Kanzlers belegte der Staatsrat Remonstrationen zeitweise mit Strafen. Zwei Beschwerdeführer mussten sogar das Land verlassen. Im Vergleich zum folgenden Jahrzehnt waren die Konflikte aber jeweils von kurzer Dauer und beschränkten sich auf wenige Hauptakteure. In den 1750er Jahren verschärften sich die Auseinandersetzungen und neue Remonstrationen wurden eingereicht, die sich in erster Linie gegen die Einführung des vingtième richteten, einer in Frankreich neu eingeführten direkten Einkommenssteuer, die auch auf Lothringen ausgedehnt werden sollte 6 .

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Der vingtième wurde der Aufsicht des Kanzlers und seiner subdélégués unterstellt – anders als bisherige Steuern, für deren Schätzung stets die chambres des comptes zuständig gewesen waren. Zusammen mit der cour souveraine 7 protestierten die Rechnungskammern hartnäckig gegen den vingtième und die Art seiner Eintreibung, insbesondere seit Beginn des Siebenjährigen Kriegs, als die neue Steuer zusätzlich erhöht werden sollte. Im Mai 1758 schickte der Kanzler elf Mitglieder der cour souveraine ins Exil, da sie sich wiederholt dem ausdrücklichen herzoglichen Befehl widersetzten, sich am Hof Stanislas' in Lunéville einzufinden. Drei davon wurden sogar ihres Amtes enthoben, die anderen acht durften nach untertänigen Rechtfertigungen noch im selben Monat zurückkehren 8 .

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Im Laufe des Sommers nahmen die conseillers erneut ihre Proteste auf, verfassten weitere Beschwerden, nun auch gegen die verhängte Strafe und häufig mit expliziten Anschuldigungen gegen den Kanzler. Die Beschwerden wurden durch mehrere Schriften und mit Unterstützung einiger Vertreter des Lothringer Adels direkt in Versailles und Paris vorgebracht. Ende 1758 wurde zwar der vingtième nicht abgeschafft, aber grundlegend verändert, und zwar zu einem jährlich veranschlagten festen Betrag (dem abonnement ). Seit April 1759 waren die chambres des comptes – und nicht mehr wie bisher der Kanzler – beauftragt, die einzubringende Summe auf die Steuerpflichtigen aufzuteilen. Sogar die drei abgesetzten conseillers durften ab September 1758 ihre Tätigkeit in der cour souveraine wieder aufnehmen 9 . Der vingtième blieb dennoch während der ersten Hälfte der 1760er Jahre ein ständiges Streitthema.

  1. Beschwerden und Selbstdarstellung

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Von den Beschwerdeschriften der 1750er Jahre ist nur der kleinere Teil als remontrances betitelt. Die meisten werden jeweils von mehreren mémoires , observations , précis , pièces justificatives und Ähnlichem flankiert – von Dokumenten, die in ausdrücklichem Bezug zu den remontrances stehen, sie weiter erläutern, rechtfertigen oder darin befindliche Aussagen durch zusätzliches Beweismaterial stützen. Besonders im Streit um den vingtième wurde eine bemerkenswerte Zahl solcher Begleitdokumente verfasst, zum Teil auch gedruckt und publiziert.

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In der Regel stellten die Beschwerdeführer fest, der vingtième ruiniere – zusammen mit anderen Belastungen der letzten Jahre – etliche Bauern und schade der Lothringer Landwirtschaft insgesamt. Der Nachweis erfolgte schließlich über die pièces justificatives , meist in Form von Tabellen oder Kurzbeschreibungen der wirtschaftlichen Gegebenheiten in einzelnen Orten. Sie geben Auskunft über die jeweilige Beschaffenheit des Bodens, den landwirtschaftlichen Ertrag und die Zahl der ansässigen Arbeiter verglichen mit der Steuerlast.

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Die von den chambres des comptes unternommenen Datenerhebungen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Systematik und Differenziertheit aus. Die meisten darin verarbeiteten Informationen beruhen offenbar auf eigens zur Bekräftigung der Remonstrationen durchgeführten Recherchen: Teils wurde Archivmaterial ausgewertet, teils wurden Umfrageformulare an lokale Eliten versandt 10 . In jedem Fall waren Datenerhebungen- und auswertungen in diesem Ausmaß bis dahin nicht üblich. Der von den conseillers betriebene Aufwand stützte aber die Aussage, dass die chambres des comptes für die Steuerverteilung besser geeignet seien als der Kanzler und seine subdélégués .

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Stellvertretend für eine Menge von Schriften stelle ich im Folgenden Auszüge aus einem mémoire des Jahres 1759 vor, das unmittelbar nach der Einführung des durch die Rechungskammern zu verteilenden abonnement entstand. Bezeichnenderweise beginnt der Text nicht mit einem Bezug auf Lothringen, sondern mit dem Satz: »Chaque province en France a ses privilèges, ses coutumes, ses usages« 11 . Ausgehend von dieser Feststellung wird zunächst der Erhalt des Lothringer Herkommens allgemein gefordert, bevor vom Recht der Steuerverteilung durch eine der chambres des comptes die Rede ist.

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Die im mémoire zu findende Darstellung der chambre des comptes de Lorraine untermauerte deren Anspruch auf das genannte Privileg: »Ce corps de magistrats, également zélé pour les intérêts de Sa Majesté et le soulagement de son peuple, veille sans cesse avec l'exactitude la plus scrupuleuse à cette partie de l'administration. L'ordre et l'économie dans la distribution, la facilité de l'accès pour les plaintes […] lui ont mérité de tous tems [ sic ! ] la faveur de ses maîtres et la confiance du peuple« 12 . Arbeitseifer und Genauigkeit stehen bei dieser Darstellung deutlich im Vordergrund. Auch die Berufung auf die Interessen der Untertanen, für die sich die chambre des comptes diesem Text zufolge nicht weniger als für den Herzog einsetzte, findet sich in dem mémoire mehrfach wieder. An verschiedenen Stellen wird das Wohlergehen der Untertanen, der aufgeklärten Konzeption des Eudämonismus entsprechend, durch agrarische Ertragssteigerung zum Staatszweck erklärt.

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In einem späteren Absatz des mémoires wird dem Kanzler die von den chambres des comptes für sich reklamierte Nähe zur Bevölkerung ausdrücklich abgesprochen. Hier wird auch erklärt, aus welchem Grund die Steuerverteilung in Lothringen, anders als in den übrigen französischen Provinzen, nicht an eine Person wie den Kanzler übertragen werden könne: »Aucune province en France ne présente des ressources aussi incertaines que la Lorraine […]. On voit dans le territoire de chaque village des cantons dont les uns produisent beaucoup, d'autres très peu, quoique absolument voisins ; Cette incertitude demande des connoissances locales pour régler une répartition juste. Ce détail difficile ne peut être que la suitte d'une expérience consommée, et d'un travail assidu, un homme seul surchargé des détails infinis de son employ, pouroit il se flater de faire une distribution juste, et proportionnée d'après ces [sic] propres connoissances? […]« 13 Die Komplexität des Territoriums und der damit verbundene notwendige Aufwand, der eine angemessene Steuerschätzung garantiert, werden hier zum zentralen Argument. Es wird über mehrere Seiten entwickelt und durch einige hundert Seiten pièces justificatives untermauert.

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Die Behauptungsstrategie der eingesessenen Lothringer Amtsträger scheint sich im Laufe der Zeit bewährt zu haben. Seit 1758 untermauerten die cour souveraine und die chambres des comptes im Streit um den vingtième immer wieder ihre Ansprüche mit ähnlichen, auf empirisches Material gestützten Argumenten: »Elles reclameront toujours avec succès les bontés de Sa Majesté …«, lautet 1760 das resignierende Resümee eines Befürworters des vingtième 14 . Noch 1767, kurz nach der Eingliederung Lothringens in das französische Königreich, schrieb die chambre des comptes de Bar in einem Brief zu ihrer kürzlich eingereichten Remonstration gegen einen königlichen arrêt : »Vous connoissez déjà, Monsieur, une partie des droits de la chambre. Vous vous rappellerez bientôt ce qui s'est passé en 1758 et 1762« 15 .

  1. Fazit: Selbstbehauptung durch savoirs d'État

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Die bisher für mein Dissertationsprojekt analysierten und hier beispielhaft vorgestellten Beschwerden aus der Lothringer Verwaltungspraxis zur Zeit Stanislas Leszczynskis veranschaulichen, wie die eingesessenen Lothringer Verwaltungseliten auf Eigeninitiative durchgeführte statistische Erhebungen nutzten. Ihre Argumente gegen den vingtième und dessen Eintreibung unter Aufsicht des Kanzlers beschränken sich keineswegs auf das Herkommen. Auf Grundlage ihrer quantifizierten Landeskenntnisse konnten sie sich zudem auf Nützlichkeitserwägungen berufen, die den Schwerpunkt ihrer Argumentation ausmachen. Sie demonstrierten somit savoirs d'État , denen im Zeitalter der Aufklärung zunehmend Bedeutung für das Wirtschaftswachstum und die Glückseligkeit der Bevölkerung zugesprochen wurde. In dieser Hinsicht waren sie der überwiegend landesfremden Steuerverwaltung unter dem Kanzler überlegen. Im Zuge der Auseinandersetzungen etablierten die cour souveraine und die chambres des comptes ihr Expertenwissen als festen Bestandteil der Remonstrationen.

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Den eingangs erwähnten Forschungen zum Aufkommen von Statistiken entspricht der Fall Lothringen lediglich in seinen Voraussetzungen: Quantifiziertem Wissen wurde hohe Beweiskraft mit Blick auf das Gemeinwohl beigemessen 16 . Allerdings muss der bislang für französische Provinzen fast ausschließliche Fokus auf die Intendanten und die Ausweitung königlicher Macht in Frage gestellt werden. Die Lothringer Statistiken wurden bereits um 1760 von Lothringer Institutionen erstellt, um gegen die Maßnahmen der Krone zu protestieren. Statt administrative Neuerungen und den Zugriff des Staates auf Ressourcen zu unterstützen, dienten sie der Vermeidung weiterer Steuern beziehungsweise der Rückkehr zum status quo ante. Sie waren Nebenprodukt einer Abwehr- und Behauptungsstrategie – zum Erhalt althergebrachter Privilegien.

Autor

Manuel Manhard, M.A.
Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit , Universität Augsburg
manuel.manhard@phil.uni-augsburg.de


1 Vgl. v.a. Lars Behrisch, Agrarian Statistics in Late Ancien Régime France and Germany, in: Nadine Vivier, Lars Behrisch (Hg.), The State and Rural Societies. Policy and Education in Europe, 1750–2000, Turnhout 2008 (Rural History in Europe, 4), S. 35–55, hier S. 35f. und 44–46.

2 Erst 1751 wurden die Gerichtsbezirke ( bailliages und prévôtés ) in Lothringen neu definiert und deren Personal ausgetauscht.

3 Michel Antoine, Le fonds du Conseil d ' État et de la chancellerie de Lorraine aux Archives nationales, in: Annales de l'Est 4/2 (1953), S. 23–153, hier S. 131–133.

4 Antoine-Martin Chaumont, Marquis de La Galaizière. Siehe Michel Antoine, Le gouvernement et l'administration sous Louis XV. Dictionnaire biographique, Paris 1978, S. 64 und 195.

5 Klaus Geiben, Verfassung und Verwaltung des Herzogtums Lothringen unter seinem letzten Herzog und einstigen König der Polen Stanislaus Leszczynski, Diss. jur., Univ. Saarbrücken (1989), S. 111.

6 Ibid., S. 155.

7 Trotz früherer Streitigkeiten war das Verhältnis der cour souveraine und der chambres des comptes in der Zeit Stanislas' von gemeinsamen Zielen und gegenseitiger Unterstützung geprägt – anders als in den meisten französischen Provinzen. Vgl. Dominique Le Page (Hg.), Contrôler les finances sous l'Ancien Régime. Regards d'aujourd'hui sur les chambres des comptes, Paris 2011.

8 Die Einberufung nach Lunéville diente offensichtlich einem lit de justice , um die Registrierung des umstrittenen Edikts zu erzwingen. Es konnte erst im zweiten Anlauf am 30. April, in Anwesenheit nur eines Bruchteils der erwarteten conseillers , abgehalten werden. Pierre Boyé, La querelle des vingtièmes en Lorraine. L'exil et le retour de M. de Châteaufort, in: Le Pays lorrain 2 (1905), S. 409–425, hier S. 413–416.

9 Ibid., S. 463–468; Guy Cabourdin, La Lorraine du Néant aux »Lumières« de 1648 à 1789, Wettolstein 1977 (L'histoire de la Lorraine, 6), S. 88.

10 Die wohl umfangreichste Umfrage – acht Foliobände aus dem Jahr 1761 – ist leider inzwischen verschollen. Eine Beschreibung der Akten findet sich aber noch bei François-Jean-Baptiste Noël, Catalogue raisonné des collections lorraines, Bd. 1, Nr. 402 (Livres, manuscrits, tableaux, etc.), Nancy 1850–1851, S. 141f.

11 Mémoire: pour la chambre des comptes de Lorraine au sujet de la répartition des impôts, Archives nationales, K1190, n° 105 [nicht paginiert]. Diakritische Zeichen und Apostrophe sowie Groß- und Kleinschreibung wurden in allen direkten Quellenzitaten an die moderne Orthographie angepasst.

12 I bid.

13 Ibid.

14 Mémoire, Archives nationales, K1190, n° 119.

15 Brief der chambre des comptes de Bar vom 03.04.1767, Archives nationales, K1190, n° 146.

16 Wie diese Überzeugungen und die entsprechenden savoirs d'État in Lothringen zirkulierten, wird im Rahmen meines Dissertationsprojekts noch weiter untersucht.

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Manuel Manhard
Herrschaftswechsel und Landeskenntnis
Wissen als Behauptungsstrategie Lothringer Verwaltungseliten zur Zeit Stanislas Leszczynskis (1737–1766)
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Verwaltungskultur, Landeskenntnis, Statistiken, Tabellen, parlements
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M. Manhard: Herrschaftswechsel und Landeskenntnis
In: Der Staat: Akteure, Praktiken, Wissen (16.–19. Jahrhundert). Sommeruniversität des DHIP, der Universität Paris 1 und der Universität zu Köln, 11.–13. Juni 2012/ L’État: acteurs, pratiques, savoirs (XVIe–XIXe siècle). Université d’été de l’Institut historique allemand en coopération avec l’université Paris 1 et l’université de Cologne, 11–13 juin 2012, hg. von/ dir. par Christine Lebeau (discussions, 10)
URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/discussions/10-2015/manhard_herrschaftswechsel
Veröffentlicht am: 24.04.2015 15:47
Zugriff vom: 20.10.2020 22:08
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