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    R. Zimmer, Friedrichs Gelder und Kassen

    Friedrich300 – Quellen


    Ralf Zimmer

    Friedrichs Gelder und Kassen

    Die Rote Schatulle und das Journal bei der Königlichen Schatulle

    I. Die Rote Schatulle

    <1>

    Paul Seidel war wohl der Erste, der die zu den monatlichen Schatullrechnungen – so die Bezeichnung im damaligen Königlichen Hausarchiv – gehörenden Rechnungen und Quittungen (Altsignatur: Rep. 47 G No. 9a) auswertete. 1 Diese Arbeit ist deshalb so wertvoll, weil diese Rechnungen und Quittungen bei einem Luftangriff im November 1943 verbrannten und für die Forschung verloren sind. Heute stehen für derartige Untersuchungen nur noch die im 18. Jahrhundert auf der Basis der Rechnungen und Quittungen erstellten monatlichen Ausgabeübersichten/Register zur Verfügung. Sie wurden anlässlich des 300. Geburtstages Friedrichs 2012 auf perspectivia.net veröffentlicht.

    <2>

    Die Unterlagen der "Roten Schatulle" sind nicht in die Übersicht Seidels eingeflossen. Bis auf einen kurzen Nachtrag, 2 der aber ebenfalls nicht auf diese Schatulle verweist, enden die Lieferungen Christian Ludwig Gotzkowskys, von Ephraim und Söhne, der Gebrüder Jordan, Daniel Baudessons, der Witwe Reclams und einiger anderer im Jahr 1765.

    <3>

    Das Problem fehlender Rechnungen und Quittungen besteht für die "Rote Schatulle" nicht. Diese können hier gemeinsam mit dem durch den Rentmeister der Hofstaatskasse Johann August Buchholtz 3 erstellten Register ("Nachweisung ... Einnahme/Ausgabe") 4 publiziert werden. Dadurch lässt sich eine bessere Vorstellung von den erworbenen Preziosen gewinnen. Weiterhin zeigt sich, wie Buchholtz damals agierte.

    <4>

    Außerdem kann man zumindest einen Eindruck davon gewinnen, wie die bereits edierten monatlichen Schatullrechnungen entstanden sein dürften: Im Umfeld des Königs bzw. durch diesen persönlich erfolgte die Sammlung der eingereichten Rechnungen eines Monats. Der König war im Normalfall wohl auch derjenige, der anwies, wann und wie diese zu bezahlen seien.
    Danach ist der Ablauf nicht ganz sicher, da es möglich ist, dass bereits auf dieser Basis die Register erstellt wurden. Allerdings ist auch möglich, dass zunächst die Auszahlung erfolgte, und man die Quittungen nutzte, um dann die heute noch erhaltenen Register zu erstellen. Diese wurden als "monatliche Schatullrechnungen" anlässlich des 300. Geburtstages Friedrichs des Großen ediert.

    Umfang und Überlieferung der Roten Schatulle

    <5>

    Zunächst handelt es sich bei der "Roten Schatulle" um einen roten Kasten, in dem Gelder aufbewahrt wurden, mit denen der Souverän zwischen dem 21. Mai 1770 und den 24. Dezember 1772 insgesamt 22 Tabatieren erwarb und eine vorhandene Dose "reicher" machen (RS, Blatt 28) ließ. Nur diesen Zwecken dienten die daraus insgesamt ausgegebenen 192.500 RTl. Der dann noch darin verbliebene Rest von 8.500 RTl wurde zum 22. Januar 1773 den Dispositions- und Überschussgeldern (Dispositionskasse) überwiesen. Warum der König die Schatulle auflöste, ist unbekannt. Sein Interesse für derartige Preziosen bestand bis an sein Lebensende, wie entprechende Aufwendungen in den monatlichen Schatullrechnungen belegen. Die Erwerbungen belegen 18 Rechnungen und ebenso viele Quittungen. Weiterhin sind 18 Zahlungsanweisungen des Königs an Buchholtz erhalten, die sich zum größten Teil direkt auf den Rechnungen befinden. Zehn dieser Anweisungen zeigen zudem, dass der Monarch über die Höhe des in der "Roten Schatulle" befindlichen Geldes informiert war.

    <6>

    Ediert sind die zur "Roten Schatulle" gehörenden Zahlungsanweisungen, die der Monarch meist direkt auf die Rechnungen der Lieferanten bzw. Juweliere schrieb, und deren Quittungen. Nach diesen erstellte der Buchholtz die "Nachweisung derer von Seine König: Majestät allerhöchst eigenhändig mir anvertrauten Geldern in dem sogenandten rothen Chatoull" 5 . Dabei handelt es sich um das hier sogenannte Register, das – getrennt nach Einnahme und Ausgabe – die Zahlungsvorgänge einzeln in tabellarischer Form verzeichnet.

    <7>

    Der Rentmeister bewahrte die losen Rechnungen, Zahlungsanweisungen und Quittungen mit der "Nachweisung" bzw. dem Register zusammen auf. Den Bogen im Folioformat, den Bucholtz um die nicht gebundenen oder gehefteten Blätter legte, beschriftete er mit: "Berechnung der Einnahme und Ausgabe derer König: mir allergnädigst anvertrauten so genandten rothen Chatoull Gelder vom 20 ten April 1770 an, bis 22 Maÿ 1772 wovon die Ausgabe bis d. 20 ten Januar 1773 continuiret". 6 Die Gelder wurden also nach ihrem Aufbewahrungsbehältnis benannt. Friedrich selbst bezeichnete die "Rote Schatulle" zunächst nur als "Casten" bzw. "Kasten". Erst im September 1771 verwendet er in einer Zahlungsanweisung die Formulierung "Rohte[r] Casten". 7 Im Dezember 1772 war dann die Rede "von dem Kleinen Kasten". 8

    <8>

    1892 gab die Kronkasse diese Akten an das Königliche Hausarchiv ab. 9 Dort orientierte man sich an Buchholtz und beschriftete den Aktendeckel mit dem Titel "Berechnung der Einnahme und Ausgabe der dem Hofstaatsrentmeister Buchholz anvertrauten 'roten Schatull=Gelder '. [Schatulle in rotem Leder]". Zudem erhielt die Quelle das Schlagwort "Friedrich II. Schatulle". Dieses findet sich auch auf den Aktendeckeln der Jahresbände der monatlichen Schatullrechnungen (1742–1786). Beide Quellen wurden demnach einer Institution – der Schatulle – zugerechnet. Allerdings kamen sie auf unterschiedlichen Wegen in das Königliche Hausarchiv. Denn die monatlichen Schatullrechnungen dürften sich nicht bei der Kronkasse befunden haben, da sie Teil der "Bellevueablieferung" 10 von 1880 waren. Sowohl die "Rote Schatulle" als auch die "monatlichen Schatullrechnungen" wurden im Königlichen Hausarchiv der Personalrepositur XLVII zugeordnet.

    <9>

    Allerdings ist "Schatulle" nicht gleich "Schatulle". In den monatlichen Schatullrechnungen sind die monatlichen Ausgabeübersichten bis 1762 regelmäßig als "Chatoulle=Ausgaben" 11 oder als "Chatoulle und Disposition Gelder" 12 bezeichnet. Ein letzter Verweis auf Zahlungen aus einer "Chatoulle", mit der mehr als das bloße Aufbewahrungsgefäß gemeint ist, existiert im Rahmen der monatlichen Schatullrechnungen in Form der "Specification Derer Pensiones und Tractamenter welche aus der König: Chatoulle in Berlin und Potsdam monatlich zu bezahlen seÿn". Die Übersicht trägt das Datum 22. Juni 1763 und die Unterschrift des Königs. In dieser Form, in der Handschrift und durch das verwendete Papier unterscheidet sich die "Specification" deutlich von den anderen Rechnungsübersichten dieses Jahres in den monatlichen Schatullrechnungen. Wahrscheinlich ist sie erst später in die Akte gekommen.

    <10>

    Die Namen der Pensions- und Tractamentszahlungsempfänger finden sich danach nicht mehr in den monatlichen Schatullrechnungen. Aber 1798 angefertigte Abschriften von Dokumenten aus der Buchholtz‘schen Verwaltung von Juni 1785 und Juni 1786 zeigen, dass er bis 1786 mit der Auszahlung bzw. Verwaltung dieser Pensionen und Tractamente betraut war und dass man diese weiterhin zur "Chatoulle" rechnete. 13 Demnach gab es noch 1786 eine "Chatoulle", die der Beschreibung in der Krünitz‘schen Ökonomischen Enzyklopädie entsprach. 14 Das ebenfalls edierte "Journal bei der Königlichen Schatulle", vom 1. Dezember 1762 bis 7. August 1765 geführt, oder wie man 18. Jahrhundert die tabellarischen monatlichen Übersichten im Journal jeweils betitelte: "Einnahme beÿ der König: Chatoulle bzw. "Ausgabe beÿ der König: Chatoulle", bezieht sich ebenfalls auf eine Institution.In der "Rote Schatulle" sieht der König hingegen – wie oben angemerkt – in erster Linie ein Kasten zur Geldaufbewahrung, keine Finanzinstitution "Schatulle".

    <11>

    Insgesamt umfasst die "Rote Schatulle" 39 beschriebene Blätter im Quart- oder Folioformat. Die Akte selbst enthält aber noch zusätzlich neun Blätter (Blatt 41 bis 48, ein Blatt ist unpaginiert) im Quartformat. Ihnen allen ist ein Bezug zur Finanzverwaltung gemeinsam. Acht sind durch den Monarchen persönlich beschrieben worden. Sie enthalten skizzenhaft anmutende Auflistungen des Königs, bei denen Zahlen jeweils einem Monat zugeordnet sind. Diese dürften den Zahlungseingang des Monats (häufig 10.000 RTl) bzw. den daraus resultierenden Bestand anzeigen.

    <12>

    Gemeinsam ist ihnen auch, dass keine ersichtliche Verbindung mit den Einnahmen und Ausgaben zu den in der "Roten Schatulle" verwalteten Gelder existiert. Das ergibt der nur teilweise mögliche Vergleich der Datumsangaben. Die "Rote Schatulle" endet im Januar 1773, während sich die königliche Ordre (unpaginiertes Blatt) 15 und die Angabe auf Blatt 41 auf Vorgänge der Jahre 1777/1778 bzw. 1779 beziehen. Die restlichen sieben Blätter sind ohne Jahresangabe, weisen aber (bis auf Blatt 45 und 47) eine regelmäßige Erhöhung des Bestandes um 10.000 RTl auf. Der Vergleich mit der "Roten Schatulle"zeigt jedoch, dass dieser zu keinem Zeitpunkt über mehrere Monate hinweg jeweils 10.000 RTl zuflossen. Errechnet man zudem auf Basis des Registers der "Roten Schatulle" die Höhe des jeweiligen Monatsbestandes, ergibt sich ebenfalls keine Übereinstimmung mit den königlichen Angaben auf den Blättern 41 bis 48. Sie wirken auf den ersten Blick wie Überschlagsrechnungen des Königs für den persönlichen Bedarf.

    Zusammenfassung

    <13>

    Die "Rote Schatulle"ist zunächst nur das Aufbewahrungsgefäß. Als "rote" wird sie wahrscheinlich bezeichnet, um die Verständigung zwischen dem König und seinem Finanzvertrauten hinsichtlich der Identifizierung zu erleichtern. Es wäre möglich, dass es mehrere solcher "Schatullen" gab. Mindestens ein Teil der Einnahmen kam direkt aus den Monatsgeldern. Diese wiederum speisten ebenfalls die seit 1763 eigentlich namenlosen "monatlichen Schatullrechnungen". Beide bestanden – bei weitgehend identischer Einnahmequelle – zwischen 1770 und 1773 nebeneinander. Während aber die monatlichen Schatullrechnungen ein monatlicher regulärer Bestandteil der Monatsgelder waren, konnte, da die Einnahmen in den Monatsgeldern regelmäßig höher ausfielen als die Ausgaben laut monatlichen Schatullrechnungen, der Monarch zusätzliche Gelder "ansparen", die er entweder in einer Bank anlegte oder in anderen Schatullen aufbewahrte. Im letzteren Fall oblag die Verwaltung wiederum dem Rentmeister der Hofstaatskasse Buchholtz. Kurz: Monatliche Schatullrechnungen und "Rote Schatulle" sind Bestandteil des Systems "Monatsgelder", diese wiederum wären am ehesten mit einer Institution "Chatoulle" gleichzusetzen.

    Zur Edition

    <14>

    Die Rechnungen sind alle in französischer Sprache geschrieben. Mit ihrer Orthographie scheinen sich die Rechnungsersteller aber an der Phonetik orientiert zu haben ("Becq"). Aus diesen Gründen wäre eine auch nur teilweise Anpassung an das gegenwärtige Französisch mit umfangreichsten Eingriffen in den Originaltext verbunden gewesen. Zudem bestand die Gefahr, die sprachlichen Intentionen des Verfassers zu verfälschen. Aus diesem Grunde wurde auf eine Anpassung verzichtet.

    <15>

    Ähnlich verhält es sich mit den durch den Monarchen verfassten und meist äußerst knapp gehaltenen Zahlungsanweisungen an Buchholtz, die sämtlich in dem für Friedrich typischen Deutsch geschrieben wurden. Auch hier sind bewusste Veränderungen unterblieben. Da aber die königliche Handschrift nicht immer eindeutig zu lesen ist, sind Lesefehler bei der Edition nicht auszuschließen. Das gilt vor allem bei der Unterscheidung von "n" und "m" am Ende von Präpositionen und Artikeln. In solchen Zweifelsfällen fanden die heutigen Regeln Anwendung.

    <16>

    Auch wenn die Edition durch eine weitere Entscheidung nicht mehr einheitlich ist, wurde der historische Wortschatz (vor allem bei Materialbezeichnungen und Titeln) der in Deutsch geschriebenen Quittungen, die Buchholtz für die Verwaltung nutzte, an den heutigen Gebrauch vorsichtig angepasst und vereinheitlicht. So wird aus der "Carniol doose" die "Karneol-Dose". Die historische Form steht als Zitat in halbrunden Klammern direkt hinter der veränderten: "Karneol-Dose ( 'Carniol doose' )".

    <17>

    Grundlage dieser Entscheidung ist das Bestreben, Suchabfragen der Nutzer über alle drei Editionen möglichst effizient zu ermöglichen. Sucht man unter dem Stichwort "Dose" oder "Tabatiere" erhält man die entsprechenden Einträge aus den montalichen Schatullrechnungen, dem "Journal" und der "Roten Schatulle".

    <18>

    Die Paginierung durch die Archivare erfolgte nach der losen Reihenfolge der Quittungen und Rechnungen, wie sich in der Akte befanden. D. h., zwar waren die zusammengehörigen und oft gefalteten Rechnungen und Quittung meist ineinandergelegt, eine Reihenfolge nach dem Datum der Erwerbung gab es jedoch nicht.

    <19>

    Die in der Onlineedition realisierte Navigation orientiert sich an dem durch Buchholtz erstellten Register ("Nachweisung ...") und damit an der chronologischen Ordnung. Die Dokumente, die einen Kaufvorgang abbilden, wurden in der Edition als direkt aufeinanderfolgend aufgenommen. Dadurch ist eine sinnvolle Navigation mittels "vor" und "zurück" möglich.

    <20>

    Im linken, der Navigation dienenden Bereich finden sich Ordner mit Jahreszahlen. Jene fassen die Rechnungen und Quittungen eines Jahres zusammen und ermöglichen so den direkten Zugriff auf die Unterlagen eines Jahres. Für einen Überblick sollten die "Nachweisungen ..." im Ordner "Register" genutzt werden.

    II. Das Journal bei der Königlichen Schatulle

    1. Einleitung

    <21>

    Die anlässlich des 300. Geburtstages des Monarchen publizierten "Schatullrechnungen Friedrichs des Großen" weisen für den Zeitraum von Dezember 1762 bis April 1763 eine Lücke auf. Zum Zeitpunkt der Edition war nicht klar, ob die Rechnungen dieser Monate nicht erhalten geblieben oder der Siebenjährige Krieg die Verwaltung der Schatulle zum Erliegen gebracht hatte. Es wäre ja möglich gewesen, dass Friedrich in den letzten Kriegsmonaten viel eher mit der Organisation des sich abzeichnenden Friedens oder der Vorbereitung zur Überwindung der Kriegsschäden beschäftigt war und somit kaum oder gar keine Zeit fand persönliche Ausgaben zu tätigen.

    <22>

    Schon vorher, ab dem Rechnungsjahr 1757–1758 (1. Juni 1757 bis 31. Mai 1758), zeigte sich eine Veränderung in der Überlieferung der "monatlichen Schatullrechungen", so der Aktentitel der chronologisch gereihten Bände des Königlichen Hausarchives. Während bis Februar 1757 monatliche Übersichten überliefert sind, die die einzelnen Ausgaben detailliert auflisteten, finden sich ab Juni 1757 nur noch für das jeweilige Rechnungsjahr erstellte Übersichten, die Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen. Allerdings wurde für letztere nur die monatliche Gesamtsumme ohne detailliertere Informationen registriert. 16 Wofür die Zahlungen im Einzelnen erfolgten, lässt sich dadurch nicht mehr ermitteln.

    <23>

    Bei dem Verfasser dieser jährlichen Übersichten handelt es sich um den Geheimen Kämmerer Johann Wilhelm Leining. Ob er diese Übersichten jeweils zum Ende des Rechnungsjahres erstellte oder erst zum Rechnungsschluss am 21. Januar 1763, ist unklar, da der Kämmerer auf eine Datumsangabe verzichtete. Sicher hingegen ist, dass er den nicht unbeträchtlichen verbleibenden Bestand an "Schatullgeldern" in Höhe von 365.918 Reichstalern (RTl) 19 Groschen (Gr) 8 Pfennigen (Pf) am 5. Dezember 1762 an den Rentmeister der Hofstaatskasse ("Hoffstaats Renthmeister") Johann August Buchholtz (1706–1793) "zu Sr: König: Maÿ: Disposition" 17 abzugeben hatte. Dieser Betrag findet sich als erste Einnahme abgebildet im "Journal über Einnahme und Ausgabe beÿ der Königl: Chatoulle" 18 (künftig: Journal), welches nun ediert vorliegt. Es umfasst die Zeit von Dezember 1762 bis August 1765. Ein in der Form ähnliches Dokument ist für die Schatullverwaltung unter Friedrich nicht bekannt.

    <24>

    Für die Edition sprechen vor allem sechs, hier nur kurz aufgezählte Gründe:
    1. Die Überweisung der 365.918 Reichstaler zeigt einen finanziellen Zusammenhang zwischen monatlichen Schatullrechnungen und Journal.
    2. Das Journal hilft, die oben erwähnte zeitliche Lücke in den monatlichen Schatullrechnungen zu schließen. Dadurch werden Veränderungen im Bereich der Finanzverwaltung der "Chatoulle" (so der zeitgenössische Begriff) deutlich. Das gilt sowohl für strukturelle Veränderungen im Bereich der Organisation als auch für die handelnden Personen in der Zeit des Übergangs vom Krieg zum Frieden.
    3. Das Journal hilft beim Verständnis einiger in den monatlichen Schatullrechnungen für den Zeitraum von April 1764 bis November 1769 überlieferter Dokumente. Es handelt sich um die durch Buchholtz erstellten "Designation[en] Der Einnahme und Ausgabe an König: Monaths=Geldern" 19 , deren Entstehung und Funktion sich innerhalb der Edition der monatlichen Schatullrechnungen nicht eindeutig erschließt.
    4. Im Journal wird sichtbar, welche Beträge den monatlichen Schatullrechnungen in der Zeit vom April 1763 bis Februar 1764 zur Verfügung standen und wie sie sich zusammensetzten.
    5. Für die Finanzgeschichte Preußens enthält das Journal wertvolle Informationen über die Folgen der königlichen Münzpolitik, besonders hinsichtlich der Abwertung sowohl sächsischer als auch preußischer Münzen während des Siebenjährigen Krieges. Die nach dem Krieg erfolgte schrittweise Aufwertung der Währung war, da man nun auch die Schatullgelder tauschen musste, mit hohen Verlusten (Agio) verbunden, die den Bestand entsprechend verringerten.
    6. Das Journal zeigt: Die Ausgaben der monatlichen Schatullrechnungen sind nur ein Teil der Gelder, über die der König im Rahmen seiner "Chatoulle" verfügte. Deren Verwaltung gestaltete sich demzufolge entsprechend umfangreicher.
    7. Anders als für die monatlichen Schatullrechnungen existieren neben dem Journal weitere Quellen, die den Verwaltungsgang und das Verhältnis zwischen den einzelnen Personen sichtbar machen. Deshalb ist diesem Text ein Anhang beigegeben, der eine repräsentative Auswahl von Quellen für einen Monat (Januar 1764) enthält, die den Verwaltungsprozess von der Einnahme der Gelder bis hin zur Auszahlung der monatlichen Bezüge an die Empfangsberechtigten zeigen.

    <25>

    Allerdings stellt sich auch eine Frage, deren Beantwortung das Journal in einem anderen Licht erscheinen lassen könnte: Laut dem Titel aus dem 18. Jahrhundert handelt es sich um ein Dokument der Verwaltung der königlichen "Chatoulle". Auch die Überweisung der Bestände – nach Begleichung der Schatullrechnungen – vom 5. Dezember 1762 legt die Zuordnung der im Journal verzeichneten Einnahmen zu den Schatullgeldern nahe. In den das Journal begleitenden Quellen werden diese Einnahmen jedoch fast durchgängig als "Dispositionsgelder" bezeichnet. Handelt es sich um Gelder, die, so könnte es zumindest der Namen nahelegen, zum Bestand der Dispositionskasse gehörten? Sie wären dann nicht zur königlichen Schatulle zu zählen, sondern zur Dispositionskasse, die – nach dem Krieg neu organisiert –, "neben den drei großen Generalstaatskassen, der Generaldomänenkasse, der Generalkriegskasse und der schlesischen Provinzialkasse, eine durchaus gleichwertige, ja überragende Stellung" 20 erhielt. Sind in diesen Geldern und damit im Journal etwa Belege der Neuorganisation zusehen? Mitarbeiter des Königlichen Hausarchives waren jedenfalls dieser Überzeugung und legten sich fest. Sie ordneten das Journal der Königlichen Dispositionskasse zu. 21
    Die folgenden Zeilen sollen dem Leser das Verständnis dieser Quelle ermöglichen, unter anderem auch in dem sie letztere Frage beantworten.

    2. Historische Einordnung

    2.1. Formale Beschreibung

    <26>

    Laut der Ökonomischen Enzyklopäde von Johann Georg Krünitz handelt es sich bei einem Journal um "ein Verzeichniß, welches von dem Rechner über bare Einnahmen und Ausgaben der Zeit=Ordnung nach geführt wird." 22 Anders als bei einem Handbuch oder Manual werden die Einnahmen und Ausgaben nicht etwaigen Kategorien zugeordnet, sondern rein chronologisch erfasst. Weiterhin sollen nur bare Zahlungen in einem Journal aufgenommen werden. Indem der Journalist oder "Journal=Schreiber" 23 alle wesentliche Vorgänge, die seiner Verantwortung bzw. der des Rentmeisters einer Kasse oder Verwalters eines Fonds unterliegen, im Journal erfasst, soll es ihm zudem die Rechnungslegung gegenüber dem Auftraggeber erleichtern. 24 Für die Verwalter königlicher Finanzen würde die Rechnungslegung bei positivem Ergebnis in einer Decharge (Entlastung) durch den Monarchen bestehen.

    <27>

    Das edierte Journal umfasst 24 geheftete foliierte Blätter im Folioformat mit festem Einband. Mit großer Sorgfalt geführt, stellt es in tabellarischer Form für den jeweiligen Monat auf den jeweils gegenüberliegenden Seiten für den Zeitraum Dezember 1762 bis April 1764 Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Pro Monat gibt es eine Seite, auf der die Einnahmen aufgelistet sind. Auf der gegenüberliegenden Seite finden sich die Ausgaben für diesen Monat. Die chronologische Ordnung im edierten Journal ist demzufolge eine monatliche, wobei – soweit erkennbar – die Einnahmen und Ausgaben in zeitlicher Reihenfolge innerhalb des Monats erfasst wurden. Nachdem im Mai 1764 bei fehlender Einnahme eine hohe Zahlung an den König erfolgt (300.000 RTl), gibt es laut Journal vom Juni 1764 bis August 1764 nur eine kleine Ausgabe. Die monatliche Buchführung aber behielt man bei. Das ändert sich auf fol. 46 und 47. Hier gibt es zwar weiterhin jeweils eine Seite für die Einnahme und eine für die Ausgabe, aber diese beinhaltet nun jeweils die entsprechenden Angaben für den Zeitraum September 1764 bis 7. August 1765. Das letzte Datum markiert auch das Rechnungsende des Journals. Man kann der Quelle also Informationen für den Zeitraum 1. Dezember 1762 bis 7. August 1765 entnehmen.

    <28>

    Die Tabellen können bis zu acht Spalten umfassen. Die erste Spalte dient, wenngleich nicht durchgehend, der Datierung. An diese Spalte schließt sich die Beschreibung der Einnahme/Ausgabe an. Es folgen die Spalten für Reichstaler, Groschen und Pfennige (Währungsspalten 1). Häufig schließen sich an diese noch einmal drei Spalten zur Angabe des Betrags (Währungsspalten 2) an. Sie dienen nicht zum Vergleich von "Soll" und "Ist". Vielmehr hat der Verfasser für ihn zusammengehörende Einnahmen/Ausgaben separat aufgelistet und die dazugehörigen Beträge in den Währungsspalten 1 vermerkt. In den Währungsspalten 2 findet sich dann die Summe der zusammengehörigen Einnahmen/Ausgaben, also wesentlich weniger Zahlen. Dadurch entstehen optisch klar strukturierte Tabellen, was die Übersichtlichkeit deutlich erhöht. 25 Als erste Angabe ("Transport") enthalten diese Spalten zudem die Gesamthöhe der bis zum aktuellen Monat erfolgten Einnahmen/Ausgaben. Als letzte Angabe ("Latus") zeigen diese Spalten den um die Einnahme/Ausgabe des aktuellen Monats erhöhten Betrag, der in den folgenden Monat "transportiert" wird. Diese übersichtliche Darstellung und an der Chronologie orientierte Buchführung (das heißt ein Journal) hat in diesem Fall allerdings zur Folge, dass man den Kassenbestand (Wieviel Geld ist vorhanden) am Monatsende nicht einfach im Journal lesen kann. Will man diesen anhand dieser Quelle ermitteln, gilt es den unter "Latus" bei der Ausgabe angegebenen Betrag von der Zahl zu subtrahieren, die mit "Latus" die Einnahmen beschließt.

    <29>

    Zusätzlich wird das Journal durch zwei Seiten gegliedert, die mit "Balance" betitelt sind. 26 Die erste beschließt den Zeitraum von Dezember 1762 bis Dezember 1763, die zweite umfasst die Monate Januar 1764 bis 7. August 1765. Man orientierte sich bei der Buchführung also nicht am preußischen Rechnungsjahr, welches normalerweise vom 1. Juni des einen bis zum 31. Mai des folgenden Jahres oder von Trinitatis zu Trinitatis dauerte. Der Summe aller Einnahmen wird die aller Ausgaben gegenübergestellt und "balanciert" (also bilanziert). Für das erste Jahr konnte im Dezember 1763 noch ein Bestand von 433.695 RTl verzeichnet werden, den man im folgenden Jahr wieder als Einnahme rechnete. Mit der zweiten "Balance" (zum oder nach 7. August 1765) schließt das Journal. Einnahme und Ausgabe wiesen die gleiche Höhe aus, es verblieb kein Bestand mehr.

    2.2. Inhaltliche Beschreibung

    Personal

    <30>

    Wie bereits oben vermerkt, ergaben die von Leining im Rahmen der monatlichen Schatullrechnungen überlieferten Übersichten (Juni 1757 bis 30. November 1762) nach Abzug aller Ausgaben einen Bestand von 365.918 RTl 19 Gr 8 Pf (5. Dezember 1762) bei der Schatulle. Der Geheime Kämmerer hatte diese Summe auf Ordre des Königs zu dessen Disposition an den Rentmeister der Hofstaatskasse abzuliefern. 27

    <31>

    Auch wenn die Übergabe der Bestände aus der Chatoulle in dieser Form eine einmalige Maßnahme war, so zeigt die königliche Ordre aus Leipzig vom 8. Dezember 1762 an den Kriegszahlmeister und Geheimen Rat Köppen, "ins künfftige Höchst Sr König: Maj: Monaths Gelder in den gewöhnlichen Terminen, jedes Mahl, gegen auszustellenden Schein, zur Hoff Staats Casse auszahlen zu laßen", 28 dass mit der Übergabe ein genereller Wechsel der Zuständigkeiten einherging. Nicht mehr der Geheime Kämmerer sondern der Rentmeister der Hofstaatskasse wurde zum Empfänger und ersten Verwalter der Gelder, die zur königlichen Schatulle flossen.

    <32>

    Die Gründe für die Entscheidung Friedrichs sind bisher nicht bekannt. Insofern lässt sich über die Situation des Geheimen Kämmerers im Dezember 1762 und Januar 1763 nur spekulieren. Einerseits kann er nicht in völlig königliche Ungnade gefallen sein. Nach Ausweis der Unterlagen der Hofstaatskasse bekleidete er noch bis April 1763 die Charge des Geheimen Kämmerers, mit jährlichen Bezügen in Höhe von 500 RTl. Allerdings beanspruchte Friedrich die Entlohnung für den Monat Mai (Ende Rechnungsjahr) bereits als "vacant" für sich. Im Rechnungsbuch der Hofstaatskasse heißt es dazu lapidar: "cessat ist anderweit placiret". 29 Im folgenden Rechnungsjahr (1763/1764) wird über Leining vermerkt: "Dem Geheimen Cämmerer Leining bis auf fernere allergnädigste Ordre cessat, ist Rendant auf der Chargen=Casse geworden." 30 Ob sich der Monarch über die weitere Verwendung Leinings zunächst nicht sicher war oder nur der Schreiber der Hofstaatskasse nicht informiert war, ist unklar. Auf alle Fälle überlebte Leining den König in der Position des Rendanten, wie seine Eidesleistung auf Friedrichs Nachfolger vom 24. August 1786 belegt. 31 Diese zeigt auch, dass der Rendant der Chargenkasse sich immer noch als Geheimen Kämmerer betrachtete und bezeichnete. 32 Negative Reaktionen der bei der Vereidigung anwesenden Zeugen – unter ihnen der dirigierende Minister Leopold Otto v. Gaudi – sind nicht bekannt. Hinsichtlich seiner Bezüge und der Personalverantwortung verschlechterte sich Leining nicht. Zur Kasse gehörten 1786 in Personalunion ein Kontrolleur und Buchhalter, ein Kassierer, ein Kassensekretär und ein Kassenschreiber. 33 Neben dem Rendanten also vier Personen. Allerdings verließ der Geheime Kämmerer spätestens 1763 das unmittelbare königliche Umfeld. Eine weitere Beteiligung an der Verwaltung der Schatulle ließ sich nicht feststellen.

    <33>

    Gleichzeitig musste Leining erleben, wie mit Johann August Buchholtz einer anderen Person, die er zudem persönlich kannte und mit der er einen vergleichbaren Werdegang teilte, eine hervorragende Karriere gelang, die jenen praktisch ins Zentrum der königlichen Finanzverwaltung und des monarchischen Vertrauens führte.

    <34>

    Sowohl Leining als auch Buchholtz konnten auf Erfahrungen im Dienst bei der Garde zurückblicken. Laut den monatlichen Schatullrechnungen empfing seit September 1742 regelmäßig ein Unteroffizier Leining Gelder für die "Kapitulanten", Soldaten, die sich freiwillig zu längerem Dienst verpflichteten. 34 1744 nahm er derartige Zahlungen für das 1. Bataillon Garde (IR 15/I) entgegen. 1750 ist er als Feldwebel wiederum bei diesem Bataillon belegt. 35 Da Leining in den monatlichen Schatullrechnungen immer als Empfänger von Geldern erscheint, wäre es möglich, dass er bereits zu diesem Zeitpunkt in der Finanzverwaltung, d. h. im Stab der Garde tätig war. Ob es sich bei dem Leutnant Leinig, der in den monatlichen Schatullrechnungen 1752 und 1753 ebenfalls Gelder für Kapitulanten empfing, um Leining handelt, ist nicht erwiesen. Wenn dem aber so wäre, dann wäre dem späteren Geheimen Kämmerer als Nichtadligem eine beeindruckende militärische Karriere gelungen.

    <35>

    Auf ähnliche Erfolge hoffte er wohl auch, als er am 3. April 1757 aus dem Feldlager in Lockwitz an den bisherigen Geheimen Kämmerer Fredersdorf, der um seinen Abschied gebeten hatte, schrieb, dass er dessen "Caracteur" 36 eingenommen habe, also nun der neue Geheime Kämmerer wäre. In dieser Funktion verwaltete er auch die Ausgaben, die für die Unterhaltung des Hofes unerlässlich waren. Die entsprechenden Budgets für die Küche, den Wein und Weintransport, Licht, Livreen, Handwerker, Verpflegungskosten bei Besuchen durch auswärtige "Herrschaften" gehörten zum Etat der Hofstaatskasse. 37 Dementsprechend attestierte eine Kontrolle des Rechnungsbuchs der Hofstaatskasse 1762/1763 vom 29. August 1765 sowohl Buchholtz, der zu diesem Zeitpunkt auch diese Kasse verwaltete, als auch Leining korrekte Amtsführung. 38 Auch danach werden sich die beiden regelmäßig begegnet sein; sowohl die Chargen- als auch die Hofstaatskasse befanden sich auf dem Berliner Schloss. 39

    <36>

    Der 1706 geborene Johann August Buchholtz 40 nahm nach Gymnasialbesuch nicht das vorgesehene Studium auf, sondern trat in den Dienst Friedrich Wilhelms I. bei den Langen Grenadieren. Unter Friedrich II. nahm Buchholtz am Ersten Schlesischen Krieg teil und soll es in den folgenden Jahren bis zum Premier-Leutnant im 1. Bataillon Garde (IR 15/I) gebracht haben.

    <37>

    Sicher ist hingegen, dass er seit dem 7. Juli 1753 die Position eines Rentmeisters der Hofstaatskasse bekleidete. Seit diesem Tag trug er auch den Titel Kriegsrat. Nach dem Krieg übernahm er zudem die Dispositionskasse, im Rechnungsjahr 1764/1765 zudem die Verwaltung der königlichen Handgelder und 1769 die des Tresors. Zusätzlich finden sich die Spuren seiner Tätigkeit bei einigen Fonds, so z. B. bei der Verwaltung von 50.000 RTl, die zu ihren Lebzeiten von der Generaldomänenkasse für den Hofstaat der Mutter Friedrichs, Sophia Dorothea, bereitgestellt wurden. Der Monarch entlastete die Kasse nach dem Tode der Mutter nicht von dieser Zahlung.

    <38>

    Obwohl Buchholtz als Rentmeister der Hofstaatskasse die Schatullbestände vom 1. Dezember 1765 (365.918 RTl 19 Gr 8 Pf) zur Hofstaatskasse zog, 41 erfolgte die Verwaltung der jeweiligen Gelder getrennt. Dementsprechend findet sich in den Rechnungsbüchern der Hofstaatskasse von 1762 bis 1765 kein Hinweis auf die Schatullgelder. Wahrscheinlich wurden die Gelder aber gemeinsam im Berliner Schloss aufbewahrt und auch durch dasselbe Personal verwaltet.

    <39>

    Ein Vergleich des Schriftbildes von Dokumenten, die sicher vom Hofstaatsrentmeister verfasst wurden, mit dem des Journals legt die Vermutung nahe, dass dieses nicht aus der Hand von Buchholtz stammt. Sehr wahrscheinlich stammen die zur Kontrolle und Decharge vorgesehenen Rechnungsbücher der Hofstaatskasse (von 1763 bis 1765) und das Journal vom selben Schreiber. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf die Personen, die Buchholtz bei der Verwaltung der Hofstaatskasse halfen. Es handelt sich um den Hofrat Schirrmeister und den Hofstaatskassierer Wagenschütz. 42 Einer dieser beiden dürfte die Rechnungsbücher und damit wahrscheinlich auch das Journal verfasst haben.

    Zum Geschäftsgang

    <40>

    Wie einleitend erwähnt, gibt es im Falle des Journals weitere Quellen, die eine Einordnung der edierten Quelle in den Verwaltungsgang bzw. die Rekonstruktion der mit den Schatullgeldern zusammenhängenden Verwaltungspraxis ermöglichen sollten.

    <41>

    Die Schriftstücke gehören alle zur Repositur 36, also zur Hof- und Güterverwaltung. Die Nummern 564 bis 568 dokumentieren in Form von einzelnen tabellarischen Übersichten aus der Hand Leinings und des Rentmeisters Buchholtz die Übergabe der Bestände an Schatullgeldern im Dezember 1762. Hervorzuheben ist hier die Nr. 568. Sie umfasst vier unfolierte Schriftstücke aus der Zeit vom 30. November 1762 bis zum 21. Januar 1763. Wichtig ist für die Edition vor allem die letzte, von Leining erstellte Übersicht, in der er nochmals dokumentiert, bei welchen Kassen er Teilbeträge der Schatullgelder deponiert hatte und aus welchen Münzsorten sich der Bestand zusammensetzte. Erhellend sind zudem die abschließenden Zeilen, die die Übergabe belegen sollen. In ihnen wird in kurzer Form die Zusammensetzung der Schatull- und oder Dispositionsgelder erklärt.

    <42>

    Zum großen Teil aus der Hand von Buchholtz stammen die als "Designationen der Königl. Dispositions=Gelder" (Rep. 36, Nr. 577) bezeichneten Dokumente. Sie sind für die Zeit von Juni 1763 bis November 1764 (August und November 1763 fehlen) überliefert. Dabei handelt es sich bis Februar 1764 vor allem um Begleitschreiben zu den eigentlichen Designationen, ab März 1764 sind unter dieser Signatur nur noch die eigentlichen Designationen überliefert. Interessant sind im Zusammenhang mit dem Journal vor allem die Begleitschreiben (siehe unten), da diese auch dazu dienten, die königliche Zustimmung einzuholen. Ohne diese wäre der Verwaltungsgang ungültig gewesen.

    <43>

    Da sowohl die Zahlen in den Begleitschreiben als auch die in den Designationen überlieferten Zahlen identisch mit denen des Journals sind, kann man sie einem Verwaltungsbereich zuordnen. Zunächst von Buchholtz als Dispositionsgelder bezeichnet, tragen diese ab April 1764 die Bezeichnung "Chatoulle=Gelder". 43

    <44>

    In dieser Form einmalig, d. h. nicht für die monatlichen Schatullrechnungen überliefert, und erhellend für den Verwaltungsgang sind die "Beläge zur Königl. Chatoulle "für die Monate Januar bis April 1764 (Rep. 36, Nr. 580, 581, 582, 583). Anders als der Titel suggeriert, finden sich hier nicht nur Quittungen für die auch im Journal verzeichneten Ausgaben. Zu den "Belägen" gehören auch von Buchholtz unterzeichnete Gesamtübersichten zu den Ausgaben ("Designation" und "Specification"), speziell für die im Journal nur summarisch aufgelisteten Personalzahlungen detaillierte namentliche Verzeichnisse (so zum Beispiel: "Specification Dererjenigen Tractaments und Pensions Geldern welche aus der König: Chatoulle im Monath Mart 1764 gezahlet worden" 44 und im Anhang: Quelle Nr. 4), Sortenzettel die angeben, welche Münzsorten sich im Bestand befinden, Rechnungen mit königlichen Anmerkungen und vereinzelte Schreiben wegen des Münztausches oder Schriftwechsel zwischen Buchholtz und anderen Kassen, von denen er Zahlungen zu erwarten hatte. Aufschlussreich sind weiterhin die als "Dechargen" bezeichneten Dokumente, die für die endgültige Kontrolle und Entlastung des Rechnungsführers am Ende des gesamten Rechnungenzeitraumes angefertigt wurden (siehe auch im Anhang: Quelle Nr. 9). 45

    <45>

    Um den Verwaltungsgang exemplarisch aufzuzeigen, wurde der Januar 1764 ausgewählt, da für diesen Monat sowohl Unterlagen aus den "Designationen ... " (Rep. 36, Nr. 577) als auch aus den "Beläge[n] ... " (Rep. 36, Nr. 580) vorhanden sind. Vorab sei darauf verwiesen, dass der Monat "Januar 1764" in den Rechnungen nicht identisch mit den kalendarischen Januar 1764 ist, da der "Rechnungsmonat" im Normalfall den Zeitraum vom 25. des einen bis zum 24. des folgenden Monat umfasste, wobei letzterer dann dem Abrechnungszeitraum den Namen gab.

    <46>

    Zum 24. des Monats waren dem König sowohl zum Journal gehörende Rechnungsunterlagen (konkret waren dies Dokumente der täglichen Arbeit und extra zur Kontrolle sowie zur königlichen Information vorgesehene Übersichten) vorzulegen als auch eine bestimmte Menge an Bargeld zu übermitteln. Den Schriftstücken vorangestellt war in der Regel ein durch den Hofstaatsrentmeister verfasstes Begleitschreiben (Anhang: Quelle Nr. 1). Auch wenn dieser seine Zeilen mit dem Datum 23. Januar 1763 [sic!] schließt, tragen die dazugehörigen Übersichten tragen das Datum 24. Januar 1764 bzw. beziehen sich auf dieses. Die sich anschließenden Dokumente geben zunächst eher summarische Informationen und ermöglichen so den leichten und schnellen Überblick. Mit jedem weiteren Schriftstück werden die Angaben detaillierter.

    <47>

    Sichtbar wird eine Verwaltung, in deren Zentrum eindeutig der Hofstaatsrentmeister Buchholtz steht, nicht aber ein Geheimer Kämmerer. Das ist zunächst auch nicht verwunderlich, denn – folgt man dem Begleitschreiben vom 23. Januar 1764 46 (Anhang: Quelle Nr. 1) – handelt es sich ja um "Dispositions=Gelder" des Königs, oder wie es der Rentmeister formulierte: "Ewr: König: Majestät überreiche ich allerunterthänigst anliegende Designation von allerhöchst dero Dispositions Gelder". Einen Bezug zur königlichen Schatulle, die traditionell zum Verantwortungsbereich eines Geheimen Kämmerers gehört, scheint es zunächst nicht zu geben. Mittels dieses Schreibens (hier 23. Januar 1764) informierte Buchholtz den König summarisch über Einnahme (572.206 RTl 7 Gr 8½ Pf) 47 , Ausgabe (91.542 RTl 16 Gr 8½ Pf) und den verbleibenden Bestand (480.663 RTl 15 Gr). An diese Angaben schließen sich einige erläuternde Ausführungen des Rentmeisters an. Beendet wird das Schreiben mit einem Verweis auf "angefügte Extracte und Quitungen", um deren "vollenziehung" durch den König gebeten wird. Der Monarch sollte also die eingereichten Unterlagen und damit alle Rechnungen als gültig und korrekt anerkennen, womit diese für den jeweiligen Monat "geschlossen" waren.

    <48>

    Zur Verwaltungs – und Kommunikationspraxis zwischen dem König und seinen Hofstaatsrentmeister gehörte es, dass jener, wenn die Unterlagen an diesen zurück gingen, sie noch mit einigen Anmerkungen bzw. weiteren Anweisungen versah. 48 Der im Begleitschreiben erwähnten "anliegende[n] Designation Dererjenigen König: Gelder welche zu Seiner König: Mayt: allerhöchsten Disposition beÿ der König: Hof=Staats=Casse bis ult: Januar 1764 vorräthig sind" (Anhang: Quelle Nr. 2), konnte Friedrich entnehmen, über welche Gelder er zum 24. Januar 1764 verfügte. Es ist der bereits im Begleitschreiben angekündigte Betrag. Der Schwerpunkt dieser Designation liegt allerdings eindeutig auf den Einnahmen, da diese hier detailliert aufgelistet werden. Für die Bestimmung der verbleibenden Mittel hat man nur die Summe aller Ausgaben abgezogen.

    <49>

    Nicht nur das Schriftbild der Designation und des Journal gleichen sich. Auch die Formulierungen (Beschreibungen) und die Reihenfolge der Einnahmen sind bei beiden identisch. Ob die Übersicht im Journal zur Vorlage für die Designation wurde oder umgekehrt, ist unklar. Denn möglich wäre auch eine dritte Variante, bei der das Journal keine Rolle spielt. Zunächst fertigte Buchholtz ein entsprechendes Konzept. Auf dessen Basis hat dann einer der beiden Mitarbeiter bei der Hofstaatskasse die überlieferte Ausfertigung (Designation) erstellt.

    <50>

    Die im Monat Januar 1764 getätigten oder noch zu leistenden Ausgaben finden sich in der "Specification Dererjenigen Ausgaben welche aus den König: Chatoulle=Geldern im Monath Januar: 1764 bestritten worden." 49 (Anhang: Quelle Nr. 3) Auch hier sind die Übereinstimmungen zwischen der Specification und dem Journal eindeutig (Schriftbild, Formulierungen, Reihenfolge der Aufzählung der Ausgaben). Allerdings gibt es einen kleinen Unterschied, der aber Auskunft über die zeitliche Abfolge der Anfertigung der Verwaltungsunterlagen geben kann. Die Zahlung von 12.282 RTl 16 Gr 8½ Pf. an den König zu seiner Disposition wird zunächst gleichlautend beschrieben: Sie erfolgte bar. Dann heißt es aber sowohl im Begleitschreiben und als auch in der Specification (Anhang: Quelle Nr. 1 und 3) "erfolgen hierbeÿ baar mit ... ". Die Zahlungen dürften also, obwohl mit unterschiedlichen Signaturen überliefert, Bestandteil der an den König gesendeten Unterlagen sein. Im Journal findet sich zur selben Ausgabe: "sind an Höchst derenselben [königlichen Majestät] baar eingesandt mit ... ". 50 Wenn diese Ausgabe nicht einfach als letzte, quasi abschließend, eingetragen wurde, könnten die Seiten für den jeweiligen Monat auch in einem Arbeitsgang und vor allem erst nach der Erstellung der für die Rechnungslegung bestimmten Unterlagen entstanden sein.

    <51>

    Allerdings war der König nicht nur mittels Rechnungslegung an der Verwaltung dieser Dispositions- oder Schatullgelder beteiligt. So finden sich auf den Dokumenten der Rechnungslegung beigelegten Rechnungen königliche Anweisungen. Beispielsweise reichte der Kassierer der Königlich-Preußischen-Prorzellanmanufaktur Jacobi am 20. Dezember 1763 wegen des an den Herrscher gelieferten Porzellans eine Rechnung über 1.025 RTl ein (Anhang: Quelle Nr. 8). Friedrich war offensichtlich mit der Höhe der geforderten Summe nicht einverstanden. Er strich diese und wies eigenhändig an: "1.000 RTl betzahlet Buchholtzen". Auf eben dieser Rechnung quittierte Jacobi dann am 23. Dezember 1763 die Auszahlung durch den Hofstaatsrentmeister. Im Journal heißt es dazu: der "König: Porcellaine Fabrique laut allergnädigst assignirter Fabrique 1.000 [RTl] ". 51

    <52>

    Wer die Rechnung an Buchholtz übermittelte, ist nicht bekannt. Dieser nahm die Ausgabe dann nicht zur Rechnungslegung für den Dezember, sondern verzeichnete den Betrag erst für den Januar 1764. Dazu kamen Ordres, mit denen der König Zahlungen anwies, die nicht auf solchen eingereichten Rechnungen beruhten. 52

    <53>

    Ob Buchholtz bei monatlich wiederkehrenden Zahlungen, so zum Beispiel die Weingelder der Königin oder Pensions- und Tractamentszahlungen, jedesmal eine königliche Anweisung benötigte oder nur bei der ersten Auszahlung, ließ sich nicht eindeutig ermitteln. Vermutlich enthielt in solchen Fällen jedoch die erste Anweisung einen Vermerk zur regelmäßigen Zahlung. Sicher ist hingegen, dass die Empfänger den Erhalt des Geldes zu quittieren hatten.

    <54>

    Auf der Basis derartiger Ordres, Rechnungen und Quittungen erstellten der Hofstaatsrentmeister und seine Helfer Ausgabeübersichten, die dann auch zur Rechnungslegung gegenüber dem König verwendet wurden. Dieses Verfahren fand nicht nur hinsichtlich der Ausgaben Verwendung. Auch für Einnahmen, sofern sie nicht regelmäßig erfolgten, gab es wohl zunächst königliche Ordres an die zahlende Kasse und an Buchholtz als Empfänger. 53 Dieser war dadurch über die zu erwartenden Beträge informiert.

    <55>

    Ebenfalls zu seinem Aufgabenbereich gehörte es, den Umtausch der Münzbestände entsprechend der königlichen Vorstellungen zu organisieren. Dabei lässt sich für die Nachkriegszeit spätestens ab 1764 deutlich Friedrichs Bestreben erkennen, in "seinen" Kassen möglichst über einen großen Vorrat an Goldmünzen zu verfügen. Aus dem Schreiben des Rentmeisters an den König vom 4. Januar 1764 geht hervor, dass dieser gefordert hatte, "30. bis 40/m RTl in Ducaten zu erhandeln." Buchholtz informierte Friedrich nun, bei wem (hier der Kaufmann Schickler) zu welchem Kurs getauscht werden könnte. Die Antwort des Königs fiel so knapp wie eindeutig aus: "gantz guht. Friedrich". 54

    <56>

    Ob dieses Schreiben auch Bestandteil der Rechnungslegung am 24. Januar 1764 war, ist nicht sicher. Dem als "Specification Dererjenigen Tractaments und Pensions=Gelder, welche aus der König: Chatoulle in Monath Januar: 1764 gezahlet worden" (Anhang: Quelle Nr. 4), allerdings konnte der König die Namen der einzelnen Empfänger entnehmen. In der Übersicht der Gesamtausgaben (Anhang: Quelle Nr. 3) hieß es dazu lediglich: "An Pensiones und Tractaments=Gelder beÿ der König: Chatoulle laut Specification [= Anhang: Quelle Nr. 4] pro Jan: 774 [RTl] 8 [Gr]". Zur detaillierten Specification der Personalaufwendungen gehören die entsprechenden Quittungen der jeweiligen Empfänger. Im Anhang finden sich die der Witwe Schramm, die im Berliner Schloss die "Commoditäten" (also den dortigen Abtritt) reinigte (Anhang: Quelle Nr. 5), und die des berühmten Bachsohns Carl Philipp Emanuel (Anhang: Quelle Nr. 6).

    <57>

    Mit dem Rechnungsschluss zum 24. Januar 1764 war die Rechnungslegung im Fall dieses Monats allerdings noch nicht endgültig erledigt. Für den Zeitraum von Januar 1764 bis 7. August 1765 (identisch mit dem Journal) wurde ein "Summarischer Extract von der Einnahme und Ausgabe beÿ der König: Chatoulle Vom 1 mo Januar: 1764 Bis 7 ten August 1765" (Anhang: Quelle Nr. 9) angefertigt. Wie der Name besagt, listet die Übersicht für den jeweiligen Monat nur die Gesamtsumme von Einnahme und Ausgabe auf. Danach wurden beide bilanziert ("Balance"). Am 14. September 1765 entlastete der König dann seinen Hofstaatsrentmeister von allen eventuell zukünftigen Ansprüchen, indem er die Rechnungsführung endgültig als korrekt anerkannte. Interessanterweise verwies Buchholtz aber nicht auf das Journal, sondern auf die zur Rechnungslegung übergebenen Designation und die dazugehörigen Specificationen (siehe Hervorhebungen im Anhang: Quelle Nr. 9). Insofern lässt sich nicht bestimmen, ob das Journal auch als Basis für die Entlastung diente.

    <58>

    In diesem Zusammenhang stellt sich eine weitere Frage: Für die Verwaltung der königlichen Schatulle sind lediglich zwei solcher "Dechargen" (Entlastungen) überliefert. Beide entsprechen sowohl hinsichtlich des Zeitraums als auch der Zahlen dem Journal. Die erste "Decharge" ergeht an Buchholtz für die Zeit vom 1. Dezember 1762 bis 31. Dezember 1763, die zweite von Januar 1764 bis 7. August 1765. Für die monatlichen Schatullrechnungen ist nichts Derartiges überliefert. Auch deshalb stellt sich die Frage: Wie ist das Verhältnis zwischen diesen und den im Journal der königlichen "Chatoulle" geführten Gelder?

    2.3. Zusammenhang zwischen den monatlichen Schatullrechnungen und dem Journal

    "Ordinaire Einnahmen" im Journal

    <59>

    Quelle Nr. 7 im Anhang zeigt die vom König persönlich unterzeichnete Quittung zum Empfang von 12.383 RTl 16 Gr 8½ Pf. Überwiesen wurde das Geld durch Buchholtz. Dieser benannte die Summe mit "zu Seiner König: Mayt: allerhöchsten Disposition pro Januar eingekommene Gelder" in der Quelle Nr. 3 ("Specification ... Ausgaben ... aus den König: Chatoulle=Geldern"). Auch auf dem die Überweisung begleitenden Schreiben (Quelle Nr. 1) findet sich dieser Betrag. Nach der summarisch gehaltenen Übersicht der Einnahmen und Ausgaben sowie der Angabe des verbleibenden Bestandes an "Dispositions=Gelder[n]" geht der Rentmeister auf eine weitere Zahlung ein. Es sind die 12.383 RTl 16 Gr 8½ Pf. Die separate Angabe dieser Summe kann leicht zum falschen Eindruck führen kann, dass diese nicht in den Ausgaben der "Dispositions=Gelder" (Quelle 1) enthalten wäre und damit einer anderen Finanzeinrichtung angehörte. Laut der bereits erwähnten "Specification" (Quelle Nr. 3) belief sich die Höhe aller Ausgaben im Januar 1764 auf 91.542 RTl 16 Gr 8½ Pf. Dieser Betrag ist identisch mit der Angabe auf dem Begleitschreiben (Quelle Nr. 1). Zusätzlich zeigt Quelle 3 die Ausgaben detailliert als Gesamtausgabe des Januars 1764. Darin sind die 12.383 RTl 16 Gr 8½ Pf enthalten. Insofern sind die Gelder für die monatlichen Schatullrechnungen Bestandteil der auch mittels Journal verwalteten "Chatoull=Gelder". Quelle Nr. 2 55 , die die Einnahmen im Januar 1764 detailliert auflistet, zeigt zudem, aus welchen Kassen die 12.383 RTl gewonnen werden und damit zu diesem Zeitpunkt die Einnahmen für die monatlichen Schatullrechnungen bildeten.

    <60>

    Mit den Zahlen vom Januar 1764 und den zeitgenössischen Bezeichungen (Anhang: Quelle Nr. 2):
    1.) "Von der General=Domainen=Casse die monatlichen Dispositions=Gelder pro Janaur: 7556 [RTl] 4 [Gr]"
    2.) "Aus der Hof=Staats=Casse die ehemahligen Gelder der Höchseeligen Königin Frau Mutter Majt: pro Januar: 1.000 [RTl]"
    3.) "Die vacanten Tractamenter beÿ der König: Hof=Staats=Casse und Capelle pro Jan: 3.827 [RTl] 12 [Gr] 8½ [Pf]." [= 12.383 RTl 16 Gr 8½ Pf] 56
    Bis in die Reihenfolge der Auflistung identisch finden sich diese drei Einträge bei der Einnahme im Journal. 57

    <61>

    Derartige Zahlungen aus der Generaldomänenkasse und der Hofstaatskasse lassen sich nicht nur im Januar 1764 nachweisen. Sie erfolgten laut Journal ab 1. Dezember 1762 58 bis zum Februar 1764 59 . Bereits die von Leining an Bucholtz übergebenen Summen belegen Zahlungen an Dispositionsgeldern aus der Generaldomänenkasse und von vakanten Tractamenten bei der Hofstaatskasse und der Kapelle. 60

    <62>

    Allerdings zeigt ein Vergleich mit den Ausgaben (Journal), dass diese Einnahmen nur vom April 1763 (10.538 RTl) bis Februar 1764 (12.535 RTl 18 Gr 2 Pf) vollständig in die monatlichen Schatullrechnungen flossen.

    <63>

    Warum in den ersten Monaten (bis April 1763) keine Zahlungen für die monatlichen Schatullrechnungen erfolgten, soll ein Blick auf deren Überlieferung und auf die zeitlichen Umstände erklären. Der Geheime Kämmerer Leining hatte die Verwaltung der Schatullgelder zum November 1762 geschlossen. In diesem Monat enden zunächst auch die monatlichen Schatullrechnungen. Erst im April 1763 setzen sie wieder ein. Anders als die jährlichen Übersichten Leinings aus der Kriegszeit enthalten sie nun wieder eine detaillierte Auflistung der Ausgaben pro Monat. Wer die Verzeichnisse zu Papier brachte, bleibt offen. Sicher hingegen ist, dass der Kammerhusar Rüdiger von Dezember 1762 bis März 1763 monatlich im Journal vermerkte Zahlungen erhielt. Dabei handelt es sich um Beträge zwischen 500 und 2.500 RTl pro Monat, über deren Verwendung der Kammerhusar nun seinerseits Rechnungen erstellte. 61 Die darin aufgeführten Ausgaben wurden in der Regel mit einer Datums- und Ortsangabe versehen. Demnach hat sich Rüdiger zumindest während der letzten Kriegsmonate stets in unmittelbarer Nähe des Königs aufgehalten. Er war es auch, der in dieser Zeit Buchholtz ' Briefe wie Rechnungen Friedrich vorlegte und zum Teil dem Rentmeister im Namen des Königs antwortete und dessen Anordnungen übermittelte. 62 Der Geheime Kämmerer Leining hielt sich mindestens zwischen Dezember 1762 und Januar 1763 in Breslau auf und spielte dabei keine Rolle.

    <64>

    Unklar bleibt, warum ab März 1764 die monatlichen Zahlungen aus der Generaldomänenkasse (Dispositionsgelder) und der Hofstaatskasse – die vakanten Tractamente bei der Hofstaatskasse und der königlichen Kapelle sowie 1.000 RTl wegen der verstorbenen Mutter – nun nicht mehr im Journal verzeichnet sind. Laut den monatlichen Schatullrechnungen vom selben Monat gab es diese Zahlungen jedoch weiterhin. 63 Einnahmen finden sich danach nur noch unregelmäßig im Journal. Demzufolge muss sich der König entschieden haben, die im Journal geführten Gelder separat behandeln zu lassen, auch wenn deren Verwaltung weiterhin Buchholtz oblag, wie die Entlastung für ihn zeigt (Anhang: Quelle Nr. 9).

    <65>

    Allerdings lässt sich den monatlichen Schatullrechnungen vom März 1764 nicht entnehmen, wann und durch wen das Geld übermittelt wurde. Es gibt hier nur ein Datum, das wahrscheinlich die Erstellung der Rechnung zum 19. April 1764 in Potsdam zeigt. Das ist ungewöhnlich, da man normalerweise vom 24. bis 24. des Folgemonats rechnete. Mitunter orientierte man sich auch am kalendarischen Monat. Insofern könnte sich in dem Datum eine Abkehr vom Gewohnten zeigen. Denn bereits am 24. April 1764 taucht in den monatlichen Schatullrechnungen überliefert eine für diese Quelle neue Übersicht auf. Es ist die "Designation Der Einnahme und Ausgabe derer König: Monaths=Gelder pro April 1764". 64 Alle hier in der Einnahme aufgeführten Zahlungen fanden sich bis Februar 1764 monatlich auch im Journal.

    <66>

    Die Designation listet nach den Einnahmen die Ausgaben auf. Auch diese gab es zu großen Teilen als monatliche bereits im Journal. Es handelt sich um monatlich ca. 200 RTl Weingeld für die Königin, Aufwendungen für die Hunde (Empfänger war der Jäger Straub) und um Pensions- und Tractamentszahlungen "laut besonderer Specification". 65 Deren Auszahlung oblag weiterhin Buchholtz. Der nach Abzug dieser Ausgaben verbleibende größere Rest bildete die Einnahme der monatlichen Schatullrechnungen, die nicht durch den Rentmeister erstellt wurden.

    "Extraordinaire Einnahmen" im Journal

    <67>

    Zu solchen sollen hier die Zahlungen zählen, die höchst selten erfolgten und beziehungsweise oder durch die besondere Umstände/Zeitläufte oder königliche Macht zustande kamen. Hier wäre für die Zeit 1762/1763 zuerst an den 7jährigen Krieg zu denken, dessen direkte oder indirekte Spuren sich auch im Journal finden.

    <68>

    So verdankt sich der Umstand, dass Leining – wenn wahrscheinlich auch nicht ganz freiwillig – Buchholtz als Bestand an Schatullgeldern 365.918 RTl 19 Gr 8 Pf anvertrauen konnte, sicherlich nicht nur daran, dass der König mit seinen militärischen Operationen beschäftigt war und weniger Gelegenheit zum persönlichen Konsumieren fand. Der hohe Betrag resultierte sicher auch aus einer Leipziger Kontributionszahlung (März 1760, 20.000 RTl), Rekrutengeldern im März 1760 und der Sequestration der Besitzungen des Grafen und sächsischen Ministers Heinrich von Brühl.

    <69>

    Eine Auswahl an Zahlungen im Journal:
    Ebenso mit dem Krieg in Verbindung stehen die hohen Beträge, die vor allem die Schlesische Feldkriegskasse 66 überwies. Ihre sechs Zahlungen beliefen sich auf Münzen im Nennwert 67 von ca. 530.000 RTl. Die Sächsische Oberkriegskasse lieferte im April 1763 525.586 RTl (Agio: 287.655 RTl) sowie wahrscheinlich im August und November 1763 ca. 93.000 RTl. 68 Mittelbar mit dem Krieg in Verbindung standen Einnahmen aus dem Bistum Breslau (65.335 RTl) 69 und die Beschlagnahme der Güter des Barons von Warkotsch. 70
    Landesherrliche Rechte wurden wahrgenommen, wenn aus Schlesien 28.000 RTl wegen aufgedeckten Silberschmuggels gezahlt wurden oder ein "Don gratuit" in Höhe von 70.000 RTl zur Schatulle kam.
    Warum die Generalpostkasse laut Journal zwischen Juli 1763 und April 1764 die enorme Summe von ca. 260.000 RTl zahlte, bleibt unklar. Dagegen fallen ca. 46.000 RTl aus den Beständen der Chargen-, der Jagdkasse- und der Oranischen Sukzessionskasse relativ gering aus.

    <70>

    Auch wenn die folgende Angabe nur auf dem Nennwert beruht, verfügt sie doch über einen gewisse Aussagekraft: Allein die hier aufgeführten extraordinairen Einnahmen belaufen sich, jeweils ohne die Leiningsche Überweisung gerechnet, auf ca. 1,6 Millionen RTl bei Gesamteinnahmen von ca. 2,57 Millionen.

    Gehört das Journal zur Schatullverwaltung oder zur Dispositionskasse?

    <71>

    Der Mitarbeiter des Königlichen Hausarchives war sich in der Beantwortung dieser Frage sicher. Er ordnete die Quelle der Dispositionskasse zu, denn auf dem Aktendeckel finden sich der Titel: "Journal über Einnahme und Ausgabe bei der Kgl. Dispositionskasse. [als 'Schatulle ' bezeichnet] 1763/64" und das Schlagwort "Königl. Dispositionskasse".

    Abbildung 1: Aktendeckel aus dem Königlichen Hausarchiv, dem späteren BPH, mit der damaligen Signatur: Rp. XII. E. No 5. Heute im Bestand des Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz: GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570.

    <72>

    Der Vermerk in eckigen Klammern deutet jedoch darauf hin, dass dem Schreiber der Widerspruch zur Beschriftung des historischen Einbandes nicht verborgen blieb. Hier heißt es "Journal ... beÿ der König: Chatoulle". Auch auf den historischen Einband findet sich ein Hinweis auf die spätere Zuordnung. Direkt unter dem Titel des 18. Jahrhunderts hat jemand mit Bleistift vermerkt: "(Dispositionskasse)".

    <73>

    Als 1892 die Kronkasse, die von ihr aufbewahrten Unterlagen der älteren Hofkassen abgab, gelangte auch das "Journal" in den Bestand des Königlichen Hausarchivs. 71 Im Königlichen Hausarchiv, dem späteren Brandenburgisch-Preußischen Hausarchiv (BPH) legte man das "Journal" damals unter der Repositur 12 – Kassensachen – (Altsignatur Rp. XII E No. 5) ab.

    Abbildung 2: Historischer Titel des Journals. GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570.

    <74>

    Wenn das Journal jedoch wirklich zur Schatulle gehört, kann es – zusammen mit dem Quellenanhang – wertvolle Informationen über deren Organisation und beteiligte Personen in den ersten Nachkriegsjahren geben und würde die bereits edierten monatlichen Schatullrechnungen nicht nur ergänzen, sondern auch zeigen, wie diese entstanden.

    <75>

    In der mit dem Titel "Dechargen für den Hofstaatsrentmeister Buchholz über die von ihm verwalteten Dispositions= und Überschußgelder, sowie die zugehörigen Fonds pp. 1762–1786" beschrifteten Akte 72 sind zwei "General Designation[en] von Einnahme und Ausgabe der König: Dispositions und Überschuß Geldern" überliefert. Mit einer Decharge wurde der für die jeweilige Kasse oder einen Fonds Verantwortliche durch den König entlastet. Damit erkannte der Monarch die Rechnungsführung endgültig als korrekt an. Die erste Designation zeigt den Zeitraum "Vom 25 ten Februar 1764 Bis ult: Majo 1765 eigentlich 1763/64". 73 Leider kann man den meisten Einnahmen nicht entnehmen, wann die Zahlungen eingingen. Die Ausgaben beginnen jedoch erst mit dem Mai 1764. 74

    <76>

    Die zweite Designation bildet das Rechnungsjahr 1764/1765 ab, also „Vom 1 ten Jun: 1764 Bis ult: May 1765“. 75 Hier sind sowohl Einnahmen als auch Ausgaben undatiert. Die Zahlenangaben in den beiden Designationen weisen keine Überschneidungen auf. Die einzahlenden Kassen sind in hingegen weitgehend identisch.

    <77>

    Bei diesen Dispositionsgeldern handelt es sich um Einnahmen, die Finanzeinrichtungen erbrachten, die direkt vom König respektive dem vom Kabinett geleitet bzw. von diesem neu geschaffen wurden waren. 76 "Überschußgelder" entstanden, wenn eine Kasse höhere Einnahmen als im Etat vorgesehen – vor Beginn des jeweiligen Rechnungsjahres aufgestellt – erzielte. Diese Überschussgelder konnten im folgenden Rechnungsjahr zum Bestandteil des Dispositionsquantums werden.

    <78>

    Der Ursprung für eine derartige Einrichtung könnte in dem Schreiben an das Generaldirektorium vom 2. November 1742 zu sehen sein. In diesem ordnete Friedrich die Einrichtung einer "Forst=Revenues Überschuß Casse" an. 77 Mit deren Verwaltung wurde der Geheime Rat Köppen betraut, die Einnahmen sollten aus den "Überschüßen der Forst= und Jagdt Revenues" bestehen. Die Einnahmen und Ausgaben mussten dem König angezeigt werden. Letztere durften nur auf seine Ordre erfolgen. Die Kasse war somit dem Einfluss des Generaldirektoriums weitgehend entzogen. Unter anderem durch den Anfall Ostfrieslands und die Eroberung Schlesiens kamen in den nächsten Jahren weitere Gelder in diese Kasse. Auch für deren Bestand bürgerte sich spätestens in den 1750er Jahren die Bezeichnung "Dispositionsgelder" 78 ein. Diese – von Koser 1900 als "ältere[n] Dispositionskasse" 79 bezeichnet – wurden im 7jährigen Krieg gemeinsam mit dem großen Fonds verwaltet ("Köppensche Kasse"), dessen Verantwortung ebenfalls Köppen oblag und aus dem man einen maßgeblichen Teil der Kriegskosten beglich. Dieser übernahm allmählich den Namen "Dispositionskasse". 80 In dem Fonds finden sich neben kriegsbedingten Einnahmen wie Kontributionen, Subsidien und Schlagschatz in geringerem Umfang die Gelder der "älteren Dispositionskasse." Am 2. April 1763 erstellte der Geheime Rat in recht summarischer Form eine abschließende Rechnung für den großen Fonds der Kriegszeit. 81 Ob Köppen damit auch aus der Verantwortung für diese Dispositionsgelder entlassen war, bedarf weiterer Forschung. 82

    <79>

    Die Entlastungen für die beiden oben erwähnten "General-Designationen" wegen der Verwaltung von "Dispositions- und Überschußgeldern" ergingen für das Rechnungsjahr 1763/1764 am 10. Juni 1765 83 bzw. am 12. Juni 1766 84 für 1764/1765 an den Rentmeister Buchholtz. 85 Vereinzelt findet sich auch in dieser Zeit die Bezeichnung "Dispositionskasse". So überweist Buchholtz laut Journal am 24. September 1764 17.000 RTl "zur Dispositions=Casse pro 1763/64". In der "Decharge" wegen der "Dispositions- und Überschußgelder" heißt es "Aus den König: Chatoull=Gelder desgleichen [der rest] 17.000 [RTl]". 86

    <80>

    Wenn Buchholtz im Journal als Ausgabe eine Überweisung zu den "Dispositions- und Überschußgeldern" verzeichnen kann, dann handelt es sich um unterschiedliche Bestände. Das wird auch durch zwei weitere für Dechargen erstellte Übersichten gestützt. Am 23. Januar 1764 erkannte Friedrich mit seiner Unterschrift unter dem "Summarischen Extract von Einnahme und Ausgabe beÿ der König: Chatoulle vom 1 ten Decembr: 1762 bis ult: Decembr: 1763" 87 die Verwaltung der Gelder im Journal als richtig an. Der zweite "Extract" (1. Januar 1764 bis 7. August 1765) bezieht sich ebenfalls wieder auf die "König: Chatoulle". Auch diese Zahlen entsprechen denen im Journal. 88

    <81>

    Dass diese beiden "Dechargen" getrennt von denen für die "Dispositions- und Überschußgelder" ergingen, belegt die Unterscheidung eindeutig und erlaubt die Schlussfolgerung, dass das Journal wirklich der Verwaltung von Geldern der königlichen Schatulle diente. Allerdings bleibt die Frage, warum Buchholtz, wenn er den König über den monatlichen Bestand dieser "Schatullgelder" informierte, sie von Juni 1763 bis Februar 1764 in seinen Begleitschreiben (ein Beispiel in Anhang Quelle 1) durchgängig als "Dispositionsgelder" bezeichnete. Die Vermutung liegt nahe, dass die Bezeichnung zunächst einmal allen Geldern galt, die zur königlichen Disposition standen, d. h. über die nur der Monarch verfügte.

    <82>

    So werden die Zahlungen aus der Generaldomänenkasse, die in die Schatulle fließen, als "Von der General=Domainen=Casse die monatl: Dispositions=Gelder" bezeichnet. 89 Sie sind neben den Leistungen der Hofstaatskasse Bestandteil der Gelder für die monatlichen Schatullrechnungen und werden zu "Seiner König: Mayt: allerhöchsten Disposition" (Journal, Blatt, Januar. 1764) gezahlt. Der König wiederum quittiert deren Empfang als "Dispositions=Gelder" (Anhang: Quelle Nr. 7). Die "Dispositions=Gelder" gehören jedoch eindeutig nicht zur Dispositionskasse bzw. zu den "Dispositions- und Überschußgeldern". Die Problematik der direkten Gleichsetzung kann auch der in den "Beläge[n] zur Königlichen Chatoulle pro April 1764" 90 überlieferte "Summarischer Extract Derer sämtlichen [!] König: Dispositions Gelder, welche den 24 ten April 1764 beÿ der Hof=Staats=Casse vorräthig sind" zeigen. Hier wurden wahrscheinlich durch Buchholtz direkt drei Positionen aufgelistet:
    1.) "An König: Chatoulle Geldern" (= Bestand im Journal)
    2.) "An König: Dispositions= und Ueberschuß Geldern"
    3.) "An Schlesischen Thresor=Geldern"
    Die zweifellose Nähe ergibt sich zum einen aus der direkten Verfügungsgewalt des Souveräns über diese Gelder und zum anderen aus der Verwaltungstätigkeit Johann August Buchholtz ', der als Rentmeister der Hofstaatskasse auch die Dispositions- und Überschussgelder sowie die Einnahmen der königlichen Schatulle verwaltete.

    3. Zusammenfassung

    <83>

    In die Schatulle fließen seit Dezember 1762 sowohl ordinaire als auch extraordinaire Einnahmen. Den Gesamtbestand im Dezember 1762 zeigen die im Journal verbuchten Einnahmen für diesen Monat. Aus den Schatullgeldern bestreitet bis März 1763 der Kammerhusar Rüdiger die "kgl. Rechnungen", für die er das Geld vom Hofstaatsrentmeister Buchholtz aus der Schatulle empfängt. Auch die ab April 1763 wieder in "Vorkriegsform" existierenden monatlichen Schatullrechnungen erhalten ihre Einnahmen aus dieser kgl. Schatulle durch Buchholtz. Neben den Rechnungen Rüdigers begleicht Buchholtz in dieser Zeit weitere vom König angeordnete Ausgaben. Diese Zweigleisigkeit (Ausgaben mittels monatlichen Schatullrechnungen und Ausgaben durch Buchholtz) besteht nach dem April 1763 noch bis zum Februar 1764 fort. Im März 1764 sind die bisherigen monatlichen regelmäßigen ("ordinairen") Einnahmen nicht mehr im Journal verzeichnet, und es gibt in diesem kein Hinweis auf Zahlungen, um die monatlichen Schatullrechnungen bestreiten zu können. Auch flossen extraordinaire Einnahmen nur noch vereinzelt nach dem März 1764 in die Gelder des Journals. Die Bezeichnung "Schatulle" oder "Schatullgelder" bleibt jedoch für die mittels des Journals verwalteten Gelder bestehen.
    Aus diesen Schatullgeldern scheint man ab April 1764 einen Fonds gebildet zu haben, der mit einer letzten Zahlung vom 7. August 1765 geschlossen wird.

    4. Anhang: Quellen zum Geschäftsgang im Januar 1764

    Die für den Text zentralen Begriffe und Zahlenangaben wurden in den folgenden Quellen durch den Autor fett hervorgehoben .



    1. Begleitschreiben Buchholtz an König Friedrich II., Berlin 23. Januar 1764

    (Signatur: GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 577, unfol. 23. Januar 1763 (1764).


    RTl

    Gr

    Pf

    Ew: König: M. überreiche ich allerunterthänigst anliegende Designation von allerhöchst dero Dispositions=Gelder pro Januario. c. [1764]




    Es betragen dieselbe in Einnahme

    572.206

    7

    und die Ausgabe abgezogen

    91.542

    16

    bleibt Bestand

    480.663

    15


    die pro Januario zu Ew: König: M. allerhöchsten Disposition eingekommene Gelder, erfolgen hirbey baar mit

    12.383

    16

    Und die Extra=ordinaire 10.000 RTl pro Januario sollen zur allerunterthänigsten Folge an den Juvelier Boidesson so gleich werden




    Mit denen nach Anspach per Wechsel zu übermachenden 1.500 RTl kann[n] der Kaufmann Schickler nicht anders als auf Nürrenberg und zwar in Nurrenberger Courant mit 170 pr.Cent [,] welches nach hiesigen Courant 2.550 RTl betragen[,] würde die Spedition machen




    die hir angefügte Extracte und Quitungen lege [ich] zu Ew: König: M. allerhöchsten Vollenziehung in allertiefster Soubmission mit vor,




    Ew: König: Majestät

    allerunterthänigst, treu gehohrsahmster Knecht

    Buchholtz

    Berlin d.

    23. Januar 1763 [sic!, von anderer Hand mit Bleistift: "(1764)"]






    2. Designation des nach dem Rechnungsschluss im Bestand der Schatulle verbleibenden Betrags

    (Signatur: GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 577, unfol.)

    Designation

    Derjenigen König: Geldern, welche zu Seiner König: Majt: allerhöchsten Disposition bey der König: Hof=Staats=Casse bis ult: Januar 1764 vorrathig ist, als:


    RTl

    Gr

    Pf

    Die vorräthigen König: Dispositions=Gelder haben nach der an Seine König: Majt: allerunterthänigst überreichten Designation pro Decembr. 1763 betragen

    433.695

    5

    2

    Hierzu:




    Von dem Geheimen Etats=Ministre v. Schlabrendorff aus dem Warkotschen Confiscato in Preuß: ⅓ 86.684 RTl 10 Gr 10 Pf

    Aus der Hof=Staats=Casse an zurückgebliebenen Tractaments=Gelder, laut Extract, als:

    3.726 RTl in Sächß: ⅓ à 164 pro Cto: thut in Pr: Courant 2.272 RTl

    920 RTl in neu Aug: d ' or à 183 pro Cto: thut [in Pr: Curant] 502 RTl 18 Gr

    920 RTl in Sächß: 1-Gr à 243 pro Cto: thut [in Pr: Curant] 378 RTl 14 Gr

    [= 5.566 RTl] [=] 3.153 RTl 8 Gr

    89.837

    18

    10

    Von dem Ostfriesischen KammerPræsidenten werden wegen gewisser dort verkauften Meubles in alten Friedrichs d 'or à 5 RTl annoch erwartet, welche aber heute eingegangen 1.834 RTl 21 Gr

    Von dem p. Rüdiger 1.519 St: Ducaten à 2 RTl 18 Gr [=] 4.177 RTl 6 Gr

    von demselben [= Rüdiger] 510 St: dito [Ducaten]

    à 2 RTl [=] 18 Gr 1.402 RTl 12 Gr

    Noch sind auf Sr: König: Mjt:

    allergnädigstern Ordre eingewechselt 10.500 Stück Ducaten, solche betragen à 2 RTl 18 Gr 28.875 RTl

    36.289

    15


    Von der General=Domainen=Casse die monatlichen Dispositions=Gelder pro Januar 7.556 RTl 4 Gr

    Aus der Hof=Staats=Casse die ehemahligen Gelder der Höchstseeligen Königin

    Frau Mutter Majt: pro Januar 1.000 RTl

    Die vacanten Tractmenter bey der König: Hof=Staats=Casse und Capelle pro Jan: 3.827 RTl 12 Gr 8½ Pf


    12.383

    16

    Summa

    572.206

    7

    Hiervon die Ausgabe pro Jan: 1764 nach einliegender Specification abgezogen

    91.542

    16

    Bleiben den 24. Januar 1764 baar vorräthig

    480.663

    15


    Berlin d. Januar 91

    1764 König: Hof=Staats=Casse: Buchholtz



    3. Specification der Ausgaben an Schatullgeldern im Januar 1764

    (Signatur: GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 580, unfol., 24. Januar 1764)

    Gesamtsumme der Ausgaben laut Quelle Nr. 2

    "Hiervon die Ausgabe pro Jan: 1764 nach einliegender Specification abgezogen 91.542 [RTl] 16 [Gr] 8½ [Pf]"

    Quelle Nr. 3:

    Specification

    Dererjenigen Ausgaben welche aus den König: Chatoulle=Geldern im Monath Januar: 1764 bestritten worden, als


    Pro Januar: 1764


    RTl

    Gr

    Pf

    dem Würckl: Geheimen Etats und Cabinets Ministre Grafen von Finckenstein

    6.000



    der König: Porcellain Fabrique laut allergnädigst assignirter Rechnung

    1.000



    dem Jäger Straub an Futter=Geld für die König: Windspiele pro Dec: 1763 et Januar: 1764 à 6 RTl 11 Gr

    12

    22


    dem Kaufmann Schickler für 1.000 RTl Nürrenberger Courant à 170 pro Cto

    1.700



    dem p Rüdiger für 2029 Stück Ducaten in neu Brandb: Courant à 2 RTl 18 Gr

    5.579

    18


    für nach und nach eingewechselte 8.500 stck Ducaten gegen Pr: à 4 RTl 20 Gr [=] 41.083 [RTl] 8 [Gr]

    noch für eingewechselte 2.000 stck Ducaten gegen Pr: à 4 RTl 19½ Gr [=] 9625 [RTl]

    50.708

    8


    dem Troup Opera Comique Spieler jährlich 5.000 RTl thut monatlich 416 RTl 16 Gr und pro Oct: Nov: et Dec: 1763 et Jan: 1764

    1.666

    16


    An Pensiones und Tractaments=Gelder beÿ der König: Chatoulle laut Specification pro Jan:

    774

    8


    der Königin Mayt: Wein=Gelder pro Januar:

    217



    der Marggräfin v. Schwedt König: Hoheit

    1.500



    die zu Seiner König: Mayt: allerhöchsten Disposition pro Januar eingekommene Gelder erfolgen hierbeÿ baar mit

    12.383

    16

    dem Jouvelier Baudesson laut allergnädigster Ordre

    10.000



    Summa der Ausgabe pro Januar: 1764

    91.542

    16

    Berlin

    den 24 ten Januar 1764

    König: Hof=Staats=Casse

    Buchholtz



    4. Detaillierte Auflistung der Personalzahlungen

    (Signatur: GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 580, unfol.)

    Specification

    Dererjenigen Tractaments und Pensiones=Gelder, welche aus der König: Chatoulle im Monath Januar: 1764 gezahlet werden, als:

    Pro

    Januar: 1764


    RTl

    Gr

    Pf

    Des Hertzogs Ferdinand v. Braunschweig Durch:

    108

    8


    Mons: de Beausobre

    41

    16


    dem Architect Le Geay

    83

    8


    dem Architect und Decorations Mahler Carlo Biebiena

    200



    der Täntzerin Cochoÿ an Zulage

    75



    dem Stall=Commiss: Kosack für 3 Ueber Complette Knechte

    12



    dem Cammer Musicus Bach an Zulage

    25



    [dem] Harfenist Brennessel

    33

    8


    [dem] Schloß Pollier Müller in Potsdam

    8



    [dem] Bau Inspector Hildebrand für 2 Schloß Knechte daselbst

    11



    dem Musico Benda an Zulage

    12

    12


    dem Holländischen Gärtner Heydert

    33

    8


    dem Copist Guillaume

    2

    12


    [dem] Riehtenmacher Fontyn in Potsdam

    20

    20


    [dem] Koch Heutlas

    20

    20


    den Italiænischen Fabricanten Bartholdi et Melone

    12

    16


    dem Hühner Brüther Schultze

    10



    der Commoditæts Frau in Berlin, jähr: Lohn

    24



    der Commoditæts Frau in Potsdam jähr: Lohn

    40



    Summa

    774

    8




    5. Quittung eines in Quelle 4 aufgeführten Empfängers

    Quittung der Witwe Schramm

    (Signatur: GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 580, unfol., 29. Dezember 1763.)

    Vier und Zwantzig RTl für Reinigung der König: Commoditæten, vor das Jahr von 1763 bis 1764 sind mir dato von den Herrn Hoff=Staats=Renthmeister Buchholtz richtig gezahlet

    worüber hiermit quittiret wird

    Berlin den 29. Decbr. 1763

    Witwe Dorothea Schrammen

    Magd



    6. Quittung eines in Quelle 4 aufgeführten Empfängers

    Quittung des Musikers Bach

    (Signatur: GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 580, unfol., 24. Januar 1764)

    Fünf und Zwanzig Reichs Thaler für den Monat Januarium a. c. [1764] sind mir aus der König: Schatolle von des Herrn Hoff Rentmeisters Buchholz Hochedegeb: in Edictmäßiger Münze ausgezahlet worden. Berlin, d. 24 Januar 1764

    CPE Bach



    7. Vom König unterzeichnete Quittung über den Empfang von 12.383 RTl 16 Gr 8½ Pf in bar

    Siehe dazu auch die hervorgehobenen Zahlungen in den Quellen Nr. 1 und 3.

    Quittung des Königs:

    (Signatur: GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 580, unfol.)

    Zwölf Tausend Dreÿ Hundert Dreÿ und Achtzig RTl 16 Gr 8½ Pf pro Monath Januar: c. eingekommene Dispositions=Gelder , hat zu Seiner König: Mayt: allerhöchst eigenen Händen dero Hof=Staats=Renthmeister Buchholtz richtig abgeliefert; worüber derselbe hiemit allergnädigst quitiret wird. Berlin den 24 ten Januar: 1764.

    [eigenhändig:] Friedrich

    Quitung

    über 12.383 RTl 16 Gr 8½ Pf

    für den Hof=Staats Renthmeister

    Buchholtz



    8. Rechnung (20. Dezember 1763) und Quittung (23. Dezember 1763) wegen gelieferten Porzellans

    (Signatur: GstA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 580, unfol., 20. Dezember 1763.)

    Für Sr: Köig: Majestæt werden allerunterthänigst abgeliefert,

    nachstehende Porcellaine, als:

    1.) Ein complettes Coffée=Service mit Zierrathen, mit Früchten, Bluhmen und goldenen Rande; um und vor 200 RTl

    2.) Ein beschlagener Thée=Keßel mit Untertheil und Lämpchen, mit Schäfer Parthien aus Purpur gemahlt 165 [RTl]

    3.) Ein complettes Sortement mit Landschafften grüner Mosaique und reicher Vergoldung, bestehend aus:

    1. Cofée=Kanne

    1. Milch=Kanne

    1. Thée Potgen

    1. Thée Büchse

    1. Zucker Dose

    1. Spuhl=Nahpf nebs

    1. Einsetz=Schaale

    6. paar Caffée Tassen

    2. paar Cjocolate Tassen180 [RTl]

    4.) Ein completes Caffée=Service, mit grünnen Bluhmen, Purpur Mosaique, Girlanden und reicher Vergoldung 260 [RTl]

    5.) Vier groß staffirte Figuren mit Vergoldung die Elemente à 20 RTl 80 [RTl]

    6.) Vier mittlere dergleichen [staffierte] Türcken à 18 RTl 72 [RTl]

    7.) Vier Kinder mit Thieren à 8 RTl 32 [RTl]

    8.) Sechs Halb=Figuren auf kleinen Postamenten à 6 RTl 36 [RTl]

    Summa in neü Brandenburgischen ⅓ 1.025 92 RTl

    Berlin den 20ten Decembr. 1763

    König: Preuß: Porcellaine=Manufactur und

    deren Cassier ...[?] Jacobi

    [Zahlungsanweisung des Königs:]

    1.000 RTl

    betzahlet

    Buchholtzen

    Friedrich


    [Quittung Jacobis:]

    Ein Tausend RTl für obspecificirte

    Porcellaine sind zu Folge Sr: König: Maj: allergnädigsten Befehl, von dem Herrn

    Hof=Staats=Renth=Meister Buchholtz

    mir dato richtig und baar ausgezahlt worden

    worüber [ich] quittire. Berlin den 23 ten Decbr. 1763 ...[?] Jacobi



    9. Decharge für Buchholtz durch Friedrich II. wegen der Verwaltung von Schatullgeldern

    (Signatur: GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571, unfol., Summarischer Extract 1764/1765.)

    Summarischer Extract von der Einnahme und Ausgabe beÿ der König: Chatoulle Vom 1 mo Januar: 1764 Bis 7 ten August 1765


    Einnahme

    Ausgabe


    RTl

    Gr

    Pf


    RTl

    Gr

    Pf

    Laut abgeschloßener Rechnung vom 1 ten Dec: 1762 bis ult: Dec: 1763 sind beÿ der König: Chatoulle in Bestand geblieben und kommen zur Einnahme

    433.695

    5

    2





    Ferner sind nach der an Seine König: Majestæt jeden Monaths allerunterthänigst überreichten Designation beÿ der König: Chatoulle in nachstehenden Monathen eingenommen, als




    Nach der jeden Monaths an Seine König: Majestæt allerunterthänigst überreichten Specification von der Ausgabe, ist beÿ der König: Chatoulle in nachstehenden Monathen folgendes ausgegeben worden, als:




    Pro Januar: 1764

    138.511

    2

    Pro Januar: 1764

    91.542

    16








    Balance

    Die Einnahme beträget 873.094 [RTl] 8 [Gr] 5 [Pf]

    [Die] Ausgabe desgleichen 873.094 [RTl] 8 [Gr] 5 [Pf]

    Ist die Einnahme mit der Ausgabe gleich und bleibet Nichts in Bestande


    Da die Einnahme und Ausgabe beÿ der Chatoulle vom 1 ten Jan: 1764 bis 7 ten Aug: 1765 Acht Hundert Dreÿ und Siebentzig Tausend und Vier und Neuntzig RTl 8 Gr 5 Pf beträget, mithin Einnahme mit der Ausgabe aufgehet und Nichts in Bestande verbleibet, obige Specificirte Summen auch mit der Uns in jeden Monath allerunterthänigst vorgelegten Speciellen Designation in allen richtig zutrafen; Als wird der Hof=Staats Renthmeister Buchholtz und deßen Erben, darüber hiermit allergnädigst quitiret, und von allen weiteren Verantwortungen deshalb dechargiret

    Berlin den 14 ten Sept: 1765 [eigenhändig] Friedrich



    Autor:

    Ralf Zimmer
    ralf.d.zimmer@gmail.com

    1 Vgl. Paul Seidel: Geschichte der Kunst unter Friedrich dem Großen, Hohenzollern-Jahrbuch 5 (1901), 60-86, 84ff.

    2 Der Nachtrag beruht auf Dokumenten der Sammlung von Oppen, die das Geheime Staatsarchiv um 1900/1901 erwarb. Sie geben Auskunft über einige Käufe in den Jahren 1761, 1762, 1763 und 1775. Ebenda, 86.

    3 Der Kriegs- und Domänenrat Buchholtz (1704-1793) verwaltete neben der Hofstaatskasse die Dispositions- und Überschußgelder bzw. Dispositionskasse, die königlichen Handgelder und den Tresor. Er war nach dem 7jährigen Krieg der Vertraute des Königs in der Finanzverwaltung. Siehe auch: Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15, Teil 1 Biographien A – L (= Einzelveröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Bd. 85 = Einzelveröffentlichung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Bd. VII), München 2009, 145.

    4 Siehe: GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 941, Blatt 7 u. 8. [Onlinefassung]: http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/rote-schatulle-1770-1773/register <03.10.2013>.

    5 GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 941, Blatt 7 u. 8. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/rote-schatulle-1770-1773/register <03.10.2013>.

    6 GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 941, Blatt 1. [Onlinefassung]: http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/rote-schatulle-1770-1773/1770 <03.10.2013>.

    7 GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 941, Blatt 29. [Onlinefassung]: http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/rote-schatulle-1770-1773/1771/zahlungsanweisung177109 <03.10.2013>.

    8 GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 941, Blatt 31. [Onlinefassung]: http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/rote-schatulle-1770-1773/1772/rechnung17721222 <03.10.2013>.

    9 Zum Königlichen Hausarchiv und dessen Beständen siehe: Udo Dräger / Joachim Lehmann: Zur Geschichte und Auflösung des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs, in: Archivmitteilungen. Zeitschrift für Theorie und Praxis des Archivwesens 19 (1969), 230-237. Aufschlussreich ist auch der Abschnitt 2 zur Bestandsgeschichte in der von Elisabeth Schwarze verfassten Einleitung zur Repositur 36 (Hofverwaltung) im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK). Bei den 1892 von der Kronkasse an das Hausarchiv übergebenen Dokumenten handelte es sich vor allem "Rechnungen und Verwaltungsakten älterer Hofkassen". E. Schwarze, Einleitung Rep. 36 (wie Anm. 9), VIII. Buchholtz war wie bereits angemerkt auch Rentmeister der Hofstaatskasse.

    10 E. Schwarze zufolge kam das "Schriftgut der Hofverwaltungen, der Hofbeamten, der Hofbaubehörden und teilweise auch der Hofkassen des 18. Jh." zu einem heute unbekannten Zeitpunkt in das Schloss Bellevue. 1880 wurden die Akten an das Hausarchiv abgegeben. Schwarze: Einleitung Rep. 36 (wie Anm. 9), VIII.

    11 So zum Beispiel: GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 904, Blatt 7 r. [Onlinefassung]: http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/jahre/j14_1751/s0218 <03.10.2013>.

    12 GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 911, Blatt 13 v. [Onlinefassung]: http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/jahre/j25_1761-1762 <30.09.2013>.

    13 Vgl. "Acta betreffend die des Höchstseeligen Königs Friderich des 2. Majestät Monatlich aus der Dispositions=Casse übersandten Gelder." Signatur: GStA PK, 2. HA Generaldirektorium, Abt. 5 Generalfinanzkontrolle, Titel XLIII Hofstaats- u. Dispositionskasse, Nr. 19, Litt. D. „Designation der Monatlichen Chatoull=Gelder Pro Junio 1785“.

    14 "insbesondere aber verstehet man darunter eine Ausgabe=Casse, die besonders zu dem unmittelbaren Gebrauche des Regenten bestimmt ist, und woraus nichts ohne seine besondere höchste Anordnung ausgegeben wird. Die Gelder, welche in diese Casse eingehen, [sind die] (die Chatoull=Gelder) ..." Johann Georg Krünitz: Oekonomisch-technologische Encyklopädie, oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft, in alphabetischer Ordnung, 1773–98, 73 Bde., Berlin 1785, Bd. 8, 38f. Stichwort: Chatoulle. [Onlinefassung]: http://www.kruenitz1.uni-trier.de/ <3.10.2013>.

    16 GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 911, Blatt 17 r. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/jahre/j26_1762/s0465 <01.10.2013>.

    17 GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 911, Blatt 16 v. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/jahre/j26_1762/s0464 <01.10.2013>.

    18 GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570.

    19 Zum Beispiel: GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 913, Blatt 19 r. [Onlinefassung]: http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/jahre/j30_1764/s0558 <01.10.2013>.

    20 Reinhold Koser: Die preußischen Finanzen im Siebenjährigen Krieg, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte 13 (1900), 153-217 und 329-375, 335.

    21 Die Zuordnung findet sich auf dem Aktendeckel und dem Einband des 18. Jahrhunderts.

    22 Johann Georg Krünitz: Oekonomisch-technologische Encyklopädie, oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft, in alphabetischer Ordnung, 1773–98, 73 Bde., Berlin 1784, Bd. 30, 691f. [Onlinefassung]: http://www.kruenitz1.uni-trier.de , Stichwort "Journal" <01.10.2013>.

    23 Dabei handelt es sich um den Verfasser eines Journals. Vgl. Krünitz: Encyklopädie, Stichwort "Journal" (wie Anm. 22).

    24 Vgl. Krünitz: Encyklopädie, Stichwort "Journal" (wie Anm. 22).

    25 Beispielhaft dafür ist die Gestaltung der Seite mit den Einnahmen im August 1763: GStA PK, I. HA, Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, fol. 16. [Onlinefassung]: http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j02_1762-1763/s0015 <02.10.2013>.

    26 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 26. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j02_1762-1763/s0025 <02.10.2013> und GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 48. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsgschatullrechnungen/journal/j03_1764-1765/s0048 <02.10.2013>.

    27 GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 911, Blatt 16 v. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/jahre/j26_1762/s0464 <02.10.2013>. Dass die Übergabe auf Ordre (Geheiß) des Königs erfolgte, geht aus der ebenfalls von Leining am 21. Januar 1763 in Breslau unterzeichneten Übersicht hervor, in der der Geheime Kämmerer die Zusammensetzung nach Münzsorte und Höhe der übergebenen Gelder en détail auflistete. GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 568, unfol., Lit. F.

    28 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 563. Bereits die am 6. Dezember 1762 durch Buchholtz erstellte Designation, die zeigte, bei welchen Kassen Leining die zu übergebenden Gelder deponiert hatte, versah der König mit der Aufforderung "order an Köppen an Buchholtz ins künftige Meine Mohnathsgelder zu betzahlen."GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 567. Auch Friedrich sprach nicht von Chatoull- sondern von Monatsgeldern. Es handelt sich aber um die Einnahmen für die monatlichen Schatullrechnungen.

    29 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 409, fol. 27.

    30 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 410, fol. 24.

    31 GStA PK, II. HA Generalkassendepartement, Titel 1, Eidesformeln, Nr. 9 a, fol. 40.

    32 Hier heißt es: "den Geheimen Cämmerier Johann Wilhelm Leining als Rendant [der Chargenkasse]". GStA PK, II. HA Generalkassendepartement, Titel 1, Eidesformeln, Nr. 9 a, fol. 40.

    33 GStA PK, II. HA Generalkassendepartement, Titel 1, Eidesformeln, Nr. 9 a, fol. 40.

    34 Die folgenden Angaben sind den monatlichen Schatullrechnungen entnommen.

    35 Laut Droysen diente der spätere Geheime Kämmerer und Nachfolger Fredersdorfs davor als "Feldwebel der Leibkompagnie". Es dürfte sich also um den Leining der monatliche Schatullrechnungen handeln. Hans Droysen: Tageskalender des Kronprinzen Friedrich vom 26. Februar 1732 bis 31. Mai 1740 und Tageskalender Friedrichs des Großen vom 1. Juni 1740 bis 31. März 1763, in: Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte 25 (1913), 417-443, und 29 (1916), 95-157, Zitat 143.

    36 GStA PK, BPH, Rep. 47 König Friedrich II., Nr. 644, Blatt 1.

    37 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 409, fol. 83 ff.

    38 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 409, unfol., Attest Über die Hoff=Staats=Cassen=Rechnung von Trinit: 1762/63. Für Leining hieß es: "wegen der König: Livreen, Licht, Küchen und Wein=Gelder". Die hier anfallenden Ausgaben wurden durch ihn mittels "Special=Rechnungen" belegt.

    39 Vgl. Christoph Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, aller daselbst befindlicher Merkwürdigkeiten. Nebst einem Anhange, enthaltend die Leben aller Künstler, die seit Churfürst Friedrich Wilhelms des Großen Zeiten in Berlin gelebet haben, oder deren Kunstwerke daselbst befindlich sind, Berlin 1769, 147.

    40 Die persönlichen Angaben finden sich bei Straubel: Biographisches Handbuch (wie Anm. 3), 145.

    41 Vgl. GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 565 unfol.

    42 GStA PK, I. HA, Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 409 fol. 66 (= 1762-1763). Bis 1764 / 1765 gibt es bei den Beamten der Hofstaatskasse keine personellen Veränderungen. GStA PK, I. HA, Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 411, fol. 56.

    43 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 577, unfol., 24. April 1764.

    44 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 582, unfol.

    45 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571.

    46 Laut Quelle verfasste der Rentmeister das Begleitschreiben am 23. Januar 1763. Es handelt sich aber eindeutig um ein Schriftstück des Jahres 1764. Vielleicht hat er sich, da es ja der erste Monat des Jahres war, auch einfach vertan. Bedenken sollte man in diesem Zusammenhang, daß der König die Unterlagen recht früh am Tage vorgelegt haben wollte. Die anderen hier vorgestellten Übersichten orientieren sich am 24. Januar 1764.

    47 In dem hohen Einnahmebetrag ist der Bestand des Vorjahres (433.695 RTl 5 Gr 2 Pf) enthalten. Vgl. GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 28. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j03_1764-1765/s0028 <02.10.2013>.

    48 So schreibt Friedrich auf das Begleitschreiben vom Februar 1764 mit Blick auf den Bestand an Silbermünzen: "wan sonsten noch Golt kann um gesetzet werden so ist es guht". GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 582, unfol. 24. Februar 1764.

    49 Sie ist im Rahmen der "Beläge zur König: Chatoulle pro Januar 1764" überliefert. GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 580, unfol. 24. Januar 1764.

    50 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 29. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j03_1764-1765/s0029 <02.10.2013>.

    51 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 29. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j03_1764-1765/s0029 <02.10.2013>.

    52 So wies Friedrich am 18. Januar 1764 Buchholtz an, 1500 RTl an die Markgräfin von Schwedt zu zahlen. Mit der Ordre war der Hinweis verbunden, welcher der vielfältigen königlichen Einnahmen der Rentmeister die Summe entnehmen sollte. Am 19. Januar quittierte Sophia Dorothea Marie den Empfang. GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 580, unfol., 18. und 19. Januar 1764.

    53 Ein Beispiel dafür ist der Erlös aus dem Verkauf von Möbeln in Höhe von 1834 RTl. Im Journal gehört dieser Betrag zu den Einnahmen im Januar 1764. Da die entsprechenden Quellen dort kommentiert sind, wird hier auf den Nachweis verzichtet. Journal, Januar 1764, fol. 28. GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 28. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j03_1764-1765/s0028 <02.102013>.

    54 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 580, unfol. 4. Januar 1764 Schreiben Buchholtz.

    55 Auch hier ist die Gesamteinnahme identisch mit der Angabe auf dem Begleitschreiben: 572.206 RTl 7 Gr 8½ Pf.

    56 Detaillierter zu den Einnahmen der monatlichen Schatullrechnungen siehe die Handreichung zur "Roten Schatulle" und den die Editionen zusammenfassenden Essay.

    57 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 28. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j03_1764-1765/s0028 <02.10.2013>.

    58 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 2. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j02_1762-1763/s0001 <02.10.2013>.

    59 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 30. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j03_1764-1765/s0030 <02.10.2013>.

    60 Es handelt sich um die bei der Einnahme für den Dezember 1762 an zweiter bis vierter Position stehenden Summen. Erst ab Juni 1763 stellt die Hofstaatskasse monatlich 1.000 RTl für den König bereit. Sie resultieren aus den im Etat dieser Kasse verankerten Zahlungen für seine Mutter. Nach deren Tod wurde das Geld zunächst einbehalten, wie die 62.201 RTl 12 Gr 7 Pf zeigen. GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 2. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j02_1762-1763/s0001 <02.10.2013>. Zu ihren Lebzeiten hatte die Königinmutter 14.199 RTl per annum aus der Hofstaatskasse ihres Sohnes erhalten. Spätestens im Juni 1763 traf Friedrich die bis zu seinem Tod geltende Regelung, dass von nun an 1.000 RTl pro Monat an ihn flossen.

    61 Diese finden sich GStA PK, I. HA, Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 569. Sie sind in gewissem Sinne die monatlichen Schatullrechnungen dieser Monate. Im Kommentarteil der Onlineedition wird jeweils auf einzelne Ausgaben hingewiesen. So zum Beispiel die zum 8. Dezember 1762 gelistete Zahlungen an den Kammerhusaren Rüdiger: GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 3. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j02_1762-1763/s0002 <02.10.2013>.

    62 Vgl. GStA PK, I. HA, Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 576. Buchholtz schreibt: "welche [monatliche Extrcate] vom Monath Junio 1762 an, von Ewr: König: Majestät Cammer Husaar Rüdiger zur allerhöchsten und allergnädigsten Vollenziehung werden vorgeleget werden". Die Vertrauensstellung Rüdigers belegen auch die Briefe zwischen diesem und dem Rentmeister (12. Dezember 1762 bis 6. März 1763). GStA PK, BPH, Rep. 47, König Friedrich II., Nr. 646.

    63 "An König: Dispositions Gelder 12.521 [RTl] 14 [Gr] 2 [Pf]". GStA PK, BPH, Rep. 47 Friedrich II., Nr. 913, Blatt 10 v. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/jahre/j30_1764/s0545 <02.10.2013>.

    64 GStA PK, BPH, Rep. 47 König Friedrich II., Nr. 913, Blatt 19 r. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/jahre/j30_1764/s0558 <02.10.2013>. Zu den Monatsgeldern siehe auch die entsprechenden Ausführungen in der Handreichung zur "Roten Schatulle".

    65 GStA PK, BPH, Rep. 47 König Friedrich II., Nr. 913, Blatt 19 r. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/jahre/j30_1764/s0558 <02.10.2013>.

    66 Vgl. Koser: Finanzen (wie Anm. 20), 181f. Diese Kasse begleitete die Armee in Schlesien und unterstand dem Schlesischen Feldkriegskommissariat. Ihr waren mehrere Nebenkassen angegliedert.

    67 Der Kurswert der Zahlungen war durch die preußischen Münzveränderungen von 1763 und 1764 wesentlich geringer. So wurde allein bei der Überweisung von 147.439 RTl im April 1763 ein Agio von 81.910 RTl fällig. Zur Münzpolitik Friedrichs und die Folgen siehe weiter unten.

    68 Die beiden Zahlungen gehen auf den Finanzrat Georg Daniel Flesche zurück, den zu dieser Zeit wohl maßgeblichen Mann bei der Sächsischen Oberkriegskasse. Vgl. Koser: Finanzen (wie Anm. 20), 189-193.

    69 Friedrich hatte den preußischen Teil des Bistums Breslau der Verwaltung des Bischofs Philipp Gotthold von Schaffgotsch entzogen, nachdem dieser Breslau 1757 auf Weisung Maria Theresias verlassen hatte. Vgl. Colmar Grünhagen: "Schaffgotsch, Philipp Gotthard", in: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 31, Leipzig 1890, 545-548. [Onlinefassung]:
    http://www.deutsche-biographie.de/pnd104243244.html?anchor=adb <01.10.2013>.

    70 GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 28. [Onlinefassung]: http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j03_1764-1765/s0028 <2.10.2013>. Zumindest bei der Beschlagnahme der freiherrlichen Güter spielte neben dem Verrat auch der Lehnseid eine Rolle.

    71 Vgl. GStA PK, I. HA. Geheimer Rat, Rep. 35 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 28.

    72 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571.

    73 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571., unfol., 1764 / 1765, eigentlich 1763 / 1764. Der diese General-Designation umgebende Papierumschlag wurde in der zitierten Form von einem Schreiber betitelt, der auch der Verfasser dieser Übersicht ist. Es handelt sich also mit Sicherheit nicht um eine nachträgliche Korrektur. Im Journal wurden im Februar 1764 die monatlichen Zahlungen aus der Generaldomänenkasse und der Hofstaatskasse letztmalig als Einnahme geführt. Ob der im Titel der Generaldesignation erwähnte 25. Februar 1764 einen Zusammenhang zum Journal weist, oder ob es sich um eine zufällige Parallelität handelt, ist nicht geklärt. Vielleicht wollte der Schreiber damit andeuten, daß die Einnahmen aus dem Rechnungsjahr 1763 / 1764 resultierten.

    74 Der Rechnungsschluss des Monats war im Normalfall der 24. eines Monats. Im Journal gibt es für den Februar 1764 noch einen Nachtrag bei den Einnahmen, der nach dem 24. Februar entstanden sein dürfte.

    75 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571., unfol. 1764 / 1765.

    76 Vgl. Adolph Friedrich Riedel: Der Brandenburgisch-Preussische Staatshaushalt in den beiden letzten Jahrhunderten, Berlin 1866, 112.

    77 GStA PK, II. HA, Abt. 33 Forstdepartement, Generalia, Titel V Forst= Jagd=Mast=Sachen, Nr. 12, unfol., 2. November 1742.

    78 Zum kassenübergreifenden Begriff "Dispositionsgelder" siehe weiter unten.

    79 Koser: Finanzen (wie Anm. 20), 335.

    80 Diese Angaben beruhen auf den beeindruckenden Ausführungen Kosers; siehe Koser: Finanzen (wie Anm. 20), hier vor allem ab 335. Die heute noch vorhandenen Akten dieses Fonds zeigen: Köppen rechnete die monatlichen Einnahmen aus den königlichen Handgeldern, die er seit 1729 verwaltete, ebenso zum Bestand, wie auch die von Leining bei dem Geheimen Rat deponierten 200.000 RTl aus der Schatulle, die im Dezember 1762 im Journal zur Einnahme kamen. Siehe: GStA PK, I. HA, Rep. 163, Tresorakten und Rechnungen, I Nr. 98, fol. 64. Insofern wäre die Verwendung der einzelnen Bestandteile des großen Fonds noch mal detailliert zu analysieren.

    81 Vgl. Koser: Finanzen (wie Anm. 20), 337.

    82 Eher auf das Gegenteil deutet ein von Köppen geführter und dessen Fondsverwaltung belegender "Cassen=Überschlag Vom Junio 1761 an bis ult o September 1763" hin. Demnach waren an "Dispositions=Gelder[n]"am 24. September 1763 noch 54.705 RT im Bestand des Fonds. GStA PK, I. HA, Rep. 163 Tresorakten und Rechnungen, I Nr. 98, fol. 116.

    83 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571, 1764 / 1765 eigentlich 1763 / 1764.

    84 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571, unfol., 1764 / 1765.

    85 Zwischen den Rechnungsjahren 1763 / 1764 und 1764 / 1765 übernahm Buchholtz zudem die Verwaltung der "Handgelder" von Köppen. Vgl. die Rechnungsbücher der Generaldomänenkasse für die beiden Jahre. GStA PK, II. HA, Abt. 4 Generalkassendepartement, Titel 27, Generaldomänenkassenrechnungen, Nr. 44. fol. 76 und Nr. 45, fol. 72. 1763 / 1764 erfolgte die Auszahlung der Handgelder gegen Quittungen Köppens. Im folgenden Rechnungsjahr tat das Buchholtz.

    86 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571, fol. 4, 1764 / 1765, eigentlich 1763 / 1764.

    87 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571, unfol., Summarischer Extract 1762 / 1763 .

    88 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 571, unfol., Summarischer Extract 1764 / 1765. Die Decharge erfolgte am 14. September 1765.

    89 GStA PK, I. HA Geheimer Rat, Rep. 36 Hof- und Güterverwaltung, Nr. 570, Blatt 28. [Onlinefassung]:
    http://quellen.perspectivia.net/bestaende/spsg-schatullrechnungen/journal/j03_1764-1765/s0028 <02.10.2013>.

    90 GStA PK, I. HA, Geheimer Rat, Rep. 36, Hof- und Güterverwaltung, Nr. 583, unfol.

    91 Das Tagesdatum ist nicht angegeben.

    92 Die 25 ist durchgestrichen.

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    PSJ Metadata
    Ralf Zimmer
    Friedrichs Gelder und Kassen
    Die Rote Schatulle und das Journal bei der Königlichen Schatulle
    CC-BY-NC-ND 3.0
    Frühe Neuzeit (1500-1789)
    Preußen bis 1947
    Wirtschaftsgeschichte
    18. Jh.
    4047194-9 118535749 4127795-8 4017212-0
    Siebenjähriger Krieg, Finanzverwaltung, Johann Wilhelm Leining, Johann August Buchholtz, Hofstaatskasse
    1700-1800
    Preußen (4047194-9), Friedrich II., Preußen, König (118535749), Finanzpolitik (4127795-8), Finanzverwaltung (4017212-0)
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    R. Zimmer, Friedrichs Gelder und Kassen
    In: Quellen und Dokumentationen zur preußischen Geschichte in der Zeit Friedrich des Großen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
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    Veröffentlicht am: 08.10.2013 17:05
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