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Chr. Clark: Friedrich II.

Friedrich300 - Studien und Vorträge

Friedrich II.

Festvortrag zum 300. Geburtstag am 24. Januar 2012

Christopher Clark


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In der Mitte der Fünfziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts, als der Krimkrieg noch tobte, setzte sich der britische Publizist, Schriftsteller und Historiker Thomas Carlyle an eine sechsbändige Biografie Friedrichs des Zweiten von Preußen. Carlyle hatte damals den Eindruck, Friedrich aus der Vergessenheit hinüberretten zu müssen. Die Welt hatte sich so rasch verändert und die dazwischenliegende Zeit war so reich an weltgeschichtlichen Ereignissen, dass der nun seit siebzig Jahren tote König in eine ferne Vergangenheit jenseits der Wahrnehmungshorizonte zu rücken schien. 1

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Ich zitiere aus Neubergs wunderbarer deutscher Übersetzung Carlyles – man darf sich von den Wunderlichkeiten des Carlyleschen Stils nicht ablenken lassen:

"Die französische Revolution hat ungefähr ein halbes Jahrhundert lang Friedrich, man kann sagen, gänzlich überschwemmt, aus den Gedächtnissen der Menschen getilgt, und nun, da er wieder zu Tage kommt, erscheint er entstellt unter seltsamen Schlamm-Inkrustierungen, und die Augen der Menschheit blicken von einem sonderbar veränderten, was wir nennen müssen, schiefen und verkehrten Gesichtspunkt aus auf ihn."

Man habe folglich vergessen, so Carlyle, dass es vor Napoleon andere Könige und vor Wagram, Austerlitz und Belle Alliance auch andere Schlachten gegeben hatte.

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Etwas Ähnliches ereignete sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine moralische und politische Katastrophe immensen Ausmaßes verschüttete die deutsche Vergangenheit. Hitlers Schatten, wie einst Napoleons, fiel auf den Preußenkönig und Roßbach, Zorndorf und Leuthen verschwanden hinter Stalingrad, Kursk und der Normandie.

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Seitdem hat sich die Situation radikal verändert. Friedrichs Antlitz ist ein Markenzeichen geworden. Mehr noch als in den heißesten Tagen des Siebenjährigen Krieges ist es auf Tassen, Tellern, Tüchern zu erkennen, um von Bussen und Internet-Seiten gar nicht zu sprechen. In Berlin hat Preußens Friedrich inzwischen die Allgegenwärtigkeit von Coca-Cola. Der Preußenkönig kolonisiert unser Unterbewusstsein. Seitdem im Jahre 1986 der böhmisch-amerikanische Künstler Andy Warhol eine Siebdruck-Sequenz des Königs anfertigte, gehört Friedrich II. mit Marilyn Monroe, Mick Jagger und Campbell 's Tomato Soup definitiv zu den Pop-Ikonen der Postmoderne.

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Friedrich hätte sich über den Trubel der letzten Tage mit Sicherheit gefreut. Die Tatsache, dass wir uns hier versammelt haben, um seines Geburtstages zu gedenken, hätte ihn ohne Zweifel entzückt. Die Nachricht, dass der Präsident einer vereinigten deutschen Republik auch dabei ist, hätte ihn zwar stutzen lassen – da wäre natürlich einiges an historischer Erklärung notwendig –, aber auch dies würde ihm wohl im Prinzip als gebührend vorkommen.

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Friedrich II. hätte sich gefreut, weil dieser König sich förmlich nach Ruhm sehnte. Der Wunsch, Ruhm zu erlangen, war ein zentrales Motiv in seinem Leben – das hat eine brillante neue Studie zum König von Jürgen Luh sehr deutlich gezeigt. Durch den erfolglosen Versuch als Kronprinz ins Ausland zu fliehen, wollte der junge Friedrich vor allem, so Luh, die Aufmerksamkeit Europas auf seine Person ziehen. Wenn er am Anfang des Ersten Schlesischen Krieges von einer bevorstehenden Schlacht als einem 'Rendezvous mit dem Ruhm ' spricht, müssen wir seine Worte wohl für bare Münze nehmen.

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Es steckte natürlich mehr hinter dieser Ruhmsucht als nur persönliche Eitelkeit. Mit der Anerkennung und Bewunderung der Zeitgenossen sollten die Traumatisierungen der Kindheit ausgeglichen werden. Das mag sich vielleicht etwas flach anhören, aber es ist wahr: Er wollte 'es dem Vater zeigen '. Er wurde noch als älterer Mann – das wissen wir aus dem Journal seines Intimus Catt – in seinen Träumen des öfteren vom toten Vater aufgesucht, getadelt und zur Rede gestellt. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Ruhm für Friedrich die einzige Form der persönlichen Unsterblichkeit war, die er wirklich begreifen konnte. In der Hinsicht ist er zugleich sehr klassisch und sehr modern.

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Friedrich war natürlich nicht der erste Ruhmsüchtige europäische Monarch – das Vorbild war der sogenannte 'Sonnenkönig ' Ludwig XIV., neben dessen lebenslanger Selbstvermarktungskampagne Friedrichs Bemühungen um den Ruhm eher bescheiden ausfallen. Aber eines konnte Friedrich, was dem französischen Kollegen nicht vergönnt war: nämlich selber Geschichte schreiben, die Geschichte seiner eigenen Epoche.

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Friedrich suchte durch seine historischen Schriften die Konturen der Erinnerung an seine Person und seine Zeit dauerhaft zu fixieren. Die zukünftige Geschichtsschreibung über seine Epoche sollte durch eigene Essays und Abhandlungen vorstrukturiert werden. Über die Ernsthaftigkeit dieses historiographischen Unternehmens kann es keinen Zweifel geben. Friedrich schrieb immer wieder neue Texte, überarbeitete aber auch alte. Die meisten Schriften gründeten sich auf echte – wenn auch nicht unbedingt eigene – Quellenforschung. Er setzte Minister und Beamte als Hilfskräfte und Assistenten ein – Maupertuis stellte kulturgeschichtliche Daten bereit, Podewils, Finckenstein, Hertzberg, Leopold von Dessau und andere lieferten prägnante Zusammenfassungen zu politik- und militärgeschichtlichen Themen. Es handelte sich also um ein Projekt von bleibender Wichtigkeit, das den König während seines langen Lebens auf dem Thron begleitete. Friedrich nannte sich gerne 'le roi philosophe '. Aber was sein literarisches Erbe betrifft, ist es der roi historien , nicht der roi philosophe , dessen Einfluss wirklich überdauert hat.

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Friedrich rechtfertigte sein zeitaufwendiges Hobby mit unterschiedlichen Argumenten: so, zum Beispiel, dass es nun endlich Zeit sei 'die staatliche Existenz Preußens und den eigenen Standort näher zu bestimmen '. Von den europäischen Staaten, so erklärte er 1748 im Vorwort der Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg , mangele es allein Brandenburg-Preußen an einer Darstellung seiner Historie. 'Selbst ... die Insekten ' – so Friedrich – seien neulich mit einer mehrbändigen Arbeit geehrt worden. Das war ein Hinweis auf René-Antoine Ferchault de Réaumurs monumentale naturwissenschaftliche Abhandlung Denkwürdigkeiten zur Geschichte der Insekten , deren Titel Friedrich – in einer für ihn typisch drolligen Wendung – für seine eigenen Zwecke abwandelte.

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Das zentrale Motiv des Schreibens scheint jedoch Friedrichs Verlangen gewesen zu sein, das historiographische Bild seiner Epoche zu fixieren, zu kontrollieren, und zwar nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Nachwelt. Hierin ähnelte Friedrich jenem kriegführenden Staatsmann des zwanzigsten Jahrhunderts, Winston S. Churchill. Wie mein Cambridger Kollege David Reynolds deutlich gezeigt hat, wollte Churchill 'In Command of History ' sein, er wollte also eine Art Kommandogewalt über die Geschichte ausüben – und zwar im doppelten Sinne, dass er sowohl das Weltgeschehen durch seine eigenen Taten mitprägen, wie auch die spätere Erinnerung an seine Epoche durch seine eigenen Schriften vorausbestimmen wollte. Immense Mittel und Zeit wurden von dem britischen Politiker in dieses Unternehmen investiert.

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Das war bei Friedrich nicht viel anders. 'C 'est à vous, race future, que je dédie cet ouvrage ' – 'Ihnen, zukünftiges Menschengeschlecht, widme ich dieses Werk ' – schrieb er in der Präambel zur Geschichte meiner Zeit . 'Der Nachwelt kommt es zu, uns zu richten ', schrieb er einmal, 'doch wenn wir weise sind, müssen wir ihr zuvorkommen, indem wir uns selbst streng beurteilen '. Wichtig war vor allem, dass die Hoheit über die Geschichtsdeutung nicht in fremde und mitleidslose Hände fallen sollte; besonders abscheulich war dem König die Vorstellung einer zukünftigen Friedrich-Biografie aus den Händen eines – ich zitiere – 'Benediktiners [...] im 19. Jahrhundert ' – eine in der Tat skurrile Vorstellung!

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Die Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg , der eleganteste der historischen Texte, sind und bleiben bis heute eine Meisterleistung. Indem er seine Darstellung streng auf den Staat ausrichtete, formte Friedrich eine schlanke und ökonomische Erzählung, deren Anziehungskraft fortgedauert hat. Die beißende Schärfe der königlichen Aphorismen – man denke zum Beispiel an seine Bemerkung 'Geniale Männer sind in Dänemark seltener als anderswo ', und die Einprägsamkeit seiner literarischen Porträts sicherte den Schriften des Königs ein lebendiges Nachleben. Hier äußert sich Friedrich zu August III. von Sachsen: 'Er war sanftmütig aus Trägheit, verschwenderisch aus Eitelkeit, unfähig zu jedem Gedanken, der Kombinationen erfordert, ohne Religion, aber seinem Beichtvater gehorsam, ohne Liebe, doch ein gefügiger Ehemann '. Friedrichs Einschätzungen des Großen Kurfürsten, des ersten preußischen Königs und seines Vaters Friedrich Wilhelms I., sowie vieler anderer hallen in der Geschichtsschreibung über Preußen nach. Diese kunstvoll konstruierte Erzählung erreichte eine so attraktive und plausible Synthese, dass sie das historische Gedächtnis Brandenburg-Preußens lange prägte.

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Selbst diesem König war es allerdings nicht vergönnt, die Erinnerung an seine Person über seinen Tod hinaus dauerhaft eigenhändig zu bestimmen und damit auch fremde Deutungsversuche abzuwehren. Aber sein Versuch, sich im Bewusstsein der Preußen und der Europäer dauerhaft zu etablieren, muss als gelungen betrachtet werden. Die Einbettung des Königs in das Bewusstsein der Nachfahren fing schon in den 1780er Jahren an, als ein Kult um den toten König aufblühte. Dem verstorbenen Monarch wurde in allen nur erdenklichen Formen gehuldigt – in Zeitungen, Büchern und Kalendern, ganz zu schweigen von den Tassen, Tabakdosen, Bändern, Schärpen, Schmuckketten und dergleichen mehr, die mit seinem Abbild verziert waren. 'Dich können sie nicht in Dein Jahrhundert vergraben! ' schrieb eine junge Berliner Lyrikerin im Berliner Journal für Aufklärung im Jahre 1789. 'Gleich jenem Quell, der immer neues Leben ins große All der Schöpfung gießt ', säuselte Daniel Jenisch, Kant-Exeget und Prediger an der St.-Marienkirche zu Berlin, werde das Andenken des Königs 'zehntausend Frühlingen noch Blumen geben '. Ob Jenisch damit recht hatte, können wir noch nicht bestätigen. Aber das intensive Interesse an der Person Friedrichs erwies sich in der Tat als ein dauerhaftes und eigentümliches Vermächtnis seiner Epoche. Kein anderer deutscher Monarch hatte ein so langes und facettenreiches Nachleben.

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Der König lebte nicht nur in zahllosen Anekdoten fort, sondern auch in bildlichen Momentaufnahmen wie Meno Haas ' Friedrich II. von einer Kugel an der Brust getroffen und ohnmächtig vom Pferd gehoben , oder Daniel Chodowieckis weit verbreiteten Zwölf Darstellungen zu den Anekdoten und Charakterzügen Friedrichs des II . Die physische Erscheinung des Königs – die großen Augen, der leicht gebeugte Rücken, das resolute Auftreten – wurde im Bewusstsein der Nachwelt visuell fixiert.

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In einem Brief an seinen ehemaligen Tutor, den Hugenotten Duhan de Jandun, hatte sich der 22-jährige Friedrich mit einem Spiegel verglichen, der, dazu verpflichtet, seine Umgebung zu reflektieren, nicht wagt zu sein, wozu die Natur ihn bestimmt hat. Auch nach seinem Tode blieb der König ein Spiegel, in dem die Nachfahren sich bewundern oder kritisch betrachten konnten. Das Andenken Friedrichs musste sich naturgemäß den Bedürfnissen jener nachkommenden Generationen anpassen, die den König immer wieder neu auferstehen ließen. Die protestantischen Lichtfreunde der 1840er Jahre ehrten den Friedrich, der geschrieben hatte 'In meinen Staaten kann jeder nach seiner Façon selig werden '; die Liberalen der Revolutionsjahre huldigten dem König als 'ersten Diener des Staates '; und sogar die Demokraten erinnerten sich dankbar an seine Worte: 'Ich bin es müde, über Sclaven zu herrschen '.

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Für die Generale des deutschen Heeres am Vorabend des Ersten Weltkriegs verkörperte Friedrich wiederum die Idee des kühnen Präventivangriffs. Die Friedrich-Filme der Nazizeit ließen den König zum Symbol des völkischen Durchhaltewillens werden. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges sah Adolf Hitler im altersgezeichneten Friedrich des im Führerbunker aufgehängten Graffschen Bildnisses nichts anderes als das Spiegelbild seiner selbst. Und nach 1945 erkannte man im Preußenkönig einerseits die Verkörperung all dessen – Militarismus, Diktatur, Eroberungslust –, was in die 'deutsche Katastrophe ' geführt habe, und andererseits das Exemplum vermeintlich 'preußischer Tugenden ' – Fleiß, Sozial- und Rechtsstaatlichkeit, religiöse Toleranz –, auf die es sich noch heute zu besinnen gelte.

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Möglich war und ist diese Vielfalt von Aktualisierungen nur, weil der König ein so komplexes und damit hermeneutisch offenes Bild bietet: die Traumatisierungen der Kindheit; die 'Kronprinzenflucht '; die Eroberungsfeldzüge, an denen Friedrich selbst wie die rois connétables des Mittelalters teilnahm (wobei man andererseits nicht vergessen darf, dass Preußen unter Friedrich II. weniger Zeit im Kriegszustand verbrachte als irgendeine andere europäische Großmacht); die ambivalente Sexualität; das unaufhörliche Dichten, Komponieren und Musizieren – und das auf höchstem Niveau; das Bekenntnis zur Toleranz, bei aller Geringschätzung von Katholiken und Juden; der Verzicht auf Deutsch als Umgangssprache; die trotz aller vermeintlichen 'Bescheidenheit ' doch betont adelige Weltanschauung und Lebensart; der bei allem Einsatz für die Rechtsstaatlichkeit doch zuweilen auffallend autokratische Regierungsstil; die einmalige Vermählung von Philosophie, Machtpolitik, Ästhetik und Kriegskunst. All das bot einen überaus reichen Stoff zum Nachsinnen und zur Legendenbildung. Und die Materie war komplex und interessant genug, um einen Nährboden für immer neue Deutungen zu bieten.

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Wir haben gelernt, mit dieser Vielfalt zu leben. Wir nehmen es heute als Selbstverständlich hin, dass über diesen König die Meinungen auseinander gehen. Aber für uns ist der König weder ein Schreckbild, noch ein Vorbild, geschweige ein weltlicher Heiliger. Wir wollen ihn nicht mehr auferstehen lassen, sondern einfach betrachten und in seiner Umwelt verstehen – kritisch oder bewundernd oder beides abwechselnd. Wir wissen damit auch, dass er uns in den heutigen Zwangslagen nicht weiterhelfen kann. Der Mann, der während des Siebenjährigen Krieges durch seine waghalsige Münzentwertungspolitik die europäischen Nachbarländer an den Rand des Ruins abdrängte, wäre in der heutigen Eurokrise ein schlechter Ratgeber. Wir wollen diesen König also nicht mehr zum Werkzeug gegenwärtiger Politik machen. Aus der Propaganda früherer Epochen ist eine pluralistische, breitgefächerte Konversation geworden, in der Friedrich II. immer vielseitiger und lebendiger vor unseren Augen steht, gerade weil wir ihn in seinem Jahrhundert zwar nicht vergraben, aber verweilen lassen.

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Präsent ist uns der König zwar noch, aber nicht mehr durch seine Vorbild- oder Abschreckungsfunktion, sondern durch seinen unverkennbaren Stil und durch seine Stimme, überliefert durch seine Musik, durch das bedeutende architektonische Erbe, durch die Hunderte von Briefen, durch die zahllosen Essays und Gedichte, durch die Marginalien und Kommentare, die Zeugnis ablegen von der sehr aktiven und wohlüberlegten Lektüre seiner vielen Lieblingsbücher. Für den britischen Historiker Thomas Carlyle war die klare, intelligente Stimme dieses Königs das wirklich Bezeichnende an ihm. 'Da ist ein Zug ', schreibt Carlyle, 'der früh in der Untersuchung hervortritt, nämlich dass Friedrich in seiner Art eine Realität ist; dass er stets meint, was er spricht '. 'Und ', fügt Carlyle hinzu, 'wer es ehrlich mit seinem Dasein hielt, der hat stets Bedeutung für uns, sei er König oder Bauer '.

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Der König suchte das Gespräch mit der Nachwelt, ja er wollte uns ansprechen, von uns gehört werden. Ich schließe also mit einigen kurzen Worten aus seiner Feder. Ich muss gestehen, hier habe ich lange gezögert: Friedrich ist wohl der zitierfähigste Monarch aller Zeiten – man kann fast alle seine Schriften mit Genuss und Gewinn zitieren. Begnügen wir uns aber mit vier Sätzen aus dem politischen Testament des Königs, geschrieben im Jahre 1752. Hier spricht er die Nachwelt, hier spricht er uns an:

"Als Träger der höchsten Staatsgewalt habe ich die Gelegenheit und die Mittel gehabt, mich meinen Mitbürgern nützlich zu erweisen. Meine Liebe zu ihnen gibt mir den Wunsch ein, ihnen auch nach meinem Tode noch einige Dienste zu leisten. Zwar bin ich nicht so anmaßend, zu glauben, dass mein Verhalten denen, die meinen Platz einnehmen werden, zur Richtschnur dienen soll. Denn ich weiß, dass der Augenblick des Todes den Menschen und seine Pläne vernichtet und dass alles in der Welt dem Gesetz des Wandels unterliegt."

Autor:

Prof. Dr. Christopher Clark
St Catharine
's College
University of Cambridge
cmc11@cam.ac.uk

1 Es handelt sich um das Manuskript der Rede, die anlässlich des Festaktes zum 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt gehalten wurde.

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PSJ Metadata
Christopher M. Clark
Friedrich II.
Festvortrag zum 300. Geburtstag am 24. Januar 2012
CC-BY-NC-ND 3.0
Frühe Neuzeit (1500-1789)
Preußen bis 1947
Familiengeschichte, Genealogie, Biographien
18. Jh.
4047194-9 118535749 4006804-3
Thomas Carlyle; Geschichtsschreibung; roi historien; Ruhm; Preußen
1712-1786
Preußen (4047194-9), Friedrich II., Preußen, König (118535749), Biografie (4006804-3)
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Chr. Clark: Friedrich II.
In: Studien und Vorträge zur preußischen Geschichte des 18. Jahrhunderts der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/friedrich300-studien/clark_friedrich
Veröffentlicht am: 02.02.2012 11:00
Zugriff vom: 30.03.2020 00:25
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