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PD Dr. Dieter Gosewinkel: Statement

Geisteswissenschaft im Dialog - Wie gut kennen wir Europa? Gegenwart und Geschichte einer pluralen Kultur

PD Dr. Dieter Gosewinkel

Zur Person

1956 geboren in Fürth/Odenwald, 1976-1984 Studium der Rechtswissenschaft und Geschichte an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Genf, 1982 Juristisches Staatsexamen, 1984 Magisterexamen im Fach Neuere Geschichte an der Universität Freiburg i. Br., bis 1989 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Öffentliches Recht der Universität Freiburg, 1990 Promotion zum Dr. phil.

1991-1997 Wissenschaftlicher Assistent, 1995 Gastprofessur am Europäischen Hochschulinstitut Florenz, 2000 Habilitation im Fach Neuere Geschichte am Fachbereich Geschichtswissenschaften der Freien Universität Berlin, seit 2000 Privatdozent am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin, 2000-2002 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt a. M.), Leiter der Forschungsgruppe "Nationalsozialistische Diktatur" im Projekt "Das Europa der Diktatur. Wirtschaftskontrolle und Recht", 2001-2002 Vertreter der Professur für westeuropäische Geschichte an der Freien Universität Berlin.

Seit August 2002 Leiter der Forschungsgruppe "Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa" am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, 2003-2004 Gastprofessur in Köln (Wintersemester 2003/04), seit 2004 regelmäßige Gastaufenthalte (professeur invité) an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris, 2006 Alfred-Grosser-Gastprofessur am Institut d’Études Politiques Paris.

Arbeitsschwerpunkte:

Europäische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert; Vergleichende Geschichte der Staatsbürgerschaft und Zivilgesellschaft in Europa während des 19. und 20. Jahrhunderts; Wirtschaftssteuerung und Recht in europäischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts; Europäische Verfassungsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert

Mitgliedschaften:

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Historische Gesellschaft zu Berlin

Deutsch-Israelische Juristenvereinigung

Wissenschaftlicher Beirat des Centre Interdisciplinaire d’Études et de Recherches sur l’Allemagne (CIERA), Paris

Ausgewählte Publikationen:

Gosewinkel, Dieter, Dieter Rucht, Angst vor dem Souverän? Verfassungstreue und Partizipationsbegehren in Deutschland, in: Jürgen Kocka (Hg.), Zukunftsfähigkeit Deutschlands – Sozialwissenschaftliche Essays. Berlin 2006.

Gosewinkel, Dieter, Johannes Masing (Hg.), Die Verfassungen in Europa 1789-1949. Wissenschaftliche Textedition unter Einschluss sämtlicher Änderungen und Ergänzungen sowie mit Dokumenten aus der englischen und amerikanischen Verfassungsgeschichte, München 2006.

Gosewinkel, Dieter, Europäische Konstruktionen der Staatsangehörigkeit – Gibt es einen west- und einen osteuropäischen Entwicklungspfad, in: Jens Alber, Wolfgang Merkel (Hg.), Europas Osterweiterung – Das Ende der Vertiefung? WZB Jahrbuch 2005. Berlin 2005, S. 281-306.

Chatriot, Alain, Dieter Gosewinkel (Hg.), Figurationen des Staates in Deutschland und Frankreich – Les figures de l'État en France et en Allemagne 1870-1945, München 2006.

Bauerkämper, Arnd, Dieter Gosewinkel und Sven Reichardt, Paradox oder Perversion? Zum historischen Verhältnis von Zivilgesellschaft und Gewalt, in: Mittelweg 36, 15. Jg./2006, S. 22-32.

Gosewinkel, Dieter (Hg.), Wirtschaftskontrolle und Recht in der nationalsozialistischen Diktatur, Frankfurt/M. 2005.

Gosewinkel, Dieter, Staatsangehörigkeit und Nationszugehörigkeit in Europa während des 19. und 20. Jahrhunderts. In: Andreas Gestrich / Lutz Raphael (Hg.), Inklusion/Exklusion, Frankfurt/M. et al. 2004, S. 207-229.

Gosewinkel, Dieter, Rückwirkungen des kolonialen Rasserechts? Deutsche Staatsangehörigkeit zwischen Rassestaat und Rechtsstaat. In: Sebastian Conrad, Jürgen Osterhammel (Hg.), Das Kaiserreich transnational, Göttingen 2004, S. 236-256.

Gosewinkel, Dieter, Dieter Rucht, Wolfgang van den Daele, Jürgen Kocka (Hg.), Zivilgesellschaft – national und transnational (WZB-Jahrbuch 2003), Berlin 2004.

Gosewinkel, Dieter, Einbürgern und ausschließen. Die Nationalisierung der Staatsangehörigkeit vom Deutschen Bund bis zur Bundesrepublik Deutschland (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Band 150, 2. Aufl.), Göttingen 2001.

Gosewinkel, Dieter, Adolf Arndt. Die Wiederbegründung des Rechtsstaats aus dem Geist der Sozialdemokratie (1945-1961), Bonn 1991 (Reihe Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Band 25).

Forschungsgruppe "Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa"

Statement

Europa als politischer Begriff

Was aber ist Europa, und wo lagen seine Grenzen in der Geschichte?

Die Antwort auf diese Frage wurde in den Geisteswissenschaften lange eher vorausgesetzt als erforscht. Vor allem nach 1989, inmitten aufflammender kultureller Konflikte und Debatten um die Grenzen der Europäischen Union wendet sich die Forschung zunehmend der Frage zu.

Dazu fällt auf, dass Europa und die Konzeption seiner Grenzen von den Zeitgenossen im 19. und 20. Jahrhundert äußerst verschieden, ja kontrovers beurteilt wurden. Zwei Hypothesen liegen nahe: Zum einen unterlag Europa als Begriff und Gegenstand einem ständigen historischen Wandel. Zum zweiten waren die Vorstellungen der Zugehörigkeit zu Europa und die Bestimmung seiner Grenzen der Austragungsort höchst politischer Deutungskämpfe. Die Definition Europas und seiner Grenzen ist also selbst Teil der europäischen Geschichte.

PSJ Metadata
Statement
PDF document gosewinkel_berlin_statement.doc.pdf — PDF document, 187 KB
PD Dr. Dieter Gosewinkel: Statement
In: Wie gut kennen wir Europa? Gegenwart und Geschichte einer pluralen Kultur (Geisteswissenschaft im Dialog, 18.07.2007, Berlin - Französische Friedrichstadtkirche)
URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/gid/2007-07-18/gosewinkel_statement
Veröffentlicht am: 22.02.2016 10:14
Zugriff vom: 03.08.2020 19:54
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