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PD Dr. Susanne Gödde: Statement

Geisteswissenschaft im Dialog - Wie gut kennen wir Europa? Gegenwart und Geschichte einer pluralen Kultur

PD Dr. Susanne Gödde

Zur Person

Studium der Gräzistik, Germanistik und Klassischen Archäologie in Münster; von 1996 bis 1999 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kulturwissenschaftliche Anthropologie der Universität Paderborn; seit 2003 am Institut für Religionswissenschaft der Freien Universität Berlin.

1999 Promotion in Gräzistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; 2006 Habilitation an der FU Berlin für die Fächer Gräzistik und Religionswissenschaft (Habilitationsschrift: Euphêmia. Konstruktionen des Guten in Kult und Literatur der griechischen Antike).

Mitarbeit an verschiedenen Forschungsprojekten, u. a. im Sonderforschungsbereich "Kulturen des Performativen"; derzeit Privatdozentin am Institut für Religionswissenschaft der FU Berlin sowie Mitarbeit im Forschungsverbund "Theater und Fest in Europa".

Forschungsschwerpunkte:

Religion der griechischen Antike; Antikes Theater; Mythos- und Ritualtheorie; Rezeption der Antike.

Ausgewählte Publikationen:

Das Drama der Hikesie. Ritual und Rhetorik in Aischylos’ Hiketiden, Münster 2000.

Skenika. Beiträge zum antiken Theater und seiner Rezeption, hg. v. Susanne Gödde und Theodor Heinze, Darmstadt 2000.

schêmata - Körperbilder in der griechischen Tragödie, in: Ralf von den Hoff und Stefan Schmidt (Hg.): Konstruktionen von Wirklichkeit. Bilder im Griechenland des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr., Stuttgart 2001, S. 241-259.

Unsagbares sagen. Ästhetische und rituelle Aspekte des Schweigens in der griechischen Tragödie: Ödipus und Orest, in: Poetica 37, 2005, S. 255-284.

Euphêmia. Konstruktionen des Guten in Kult und Literatur der griechischen Antike (im Druck).

Zuletzt: Böcke, Satyrn, wilde Männer: Ursprungsmythen des antiken Theaters, in: Erika Fischer-Lichte und Matthias Dreyer (Hg.): Antike Tragödie Heute. Vorträge und Materialien zum Antiken-Projekt des Deutschen Theaters (= Blätter des Deutschen Theaters 6), Berlin 2007, S. 17-32.

Forschungsverbund "Theater und Fest in Europa"

Statement

Theater und Fest in der Antike

Verhandlungen politisch-religiöser Identität

Im antiken griechischen Theater werden zu einem Zeitpunkt, als Europa als imaginärer, geographischer oder politischer Raum erst in sehr vagen Grenzen und Vorstellungen zu existieren beginnt, unterschiedlichste Formen politischer und religiöser Identität erzeugt, durchgespielt und reflektiert, und zwar sowohl in den dramatischen Aufführungen selbst als auch in religiösen und politischen Ritualen, die diese begleiteten.

Die athenische Inszenierung von Macht und Selbstbewusstsein, aber auch die Auseinandersetzung mit den panhellenischen Mythen fand vor einem überregionalen Publikum, vor Vertretern unterschiedlicher Poleis des mediterranen Raumes, statt und lässt sich daher als eine frühe Form der interkulturellen Kommunikation begreifen. Auf dem Prüfstand standen Fragen der Religion, der conditio humana, aber auch der konfliktreichen Begegnung mit dem Fremden.

Das politische und kulturelle Denken des 5. Jh. v. Chr., wie es vor der athenischen Theaterfestgemeinschaft in nuce Gestalt gewinnt, kreist immer wieder um die große Antithese von Ost und West, deren Bezugspunkte der mythische Krieg gegen Troja sowie der historische gegen die Perser darstellen. Zu fragen ist aus dieser Perspektive, wie mittels einer religionspolitisch fundierten Festkultur die Grenzen Europas auf dem Theater erfunden, verschoben und erfahrbar gemacht werden.

PSJ Metadata
Statement
PDF document goedde_statement.doc.pdf — PDF document, 183 KB
PD Dr. Susanne Gödde: Statement
In: Wie gut kennen wir Europa? Gegenwart und Geschichte einer pluralen Kultur (Geisteswissenschaft im Dialog, 15.11.2007, Bonn - Kunstmuseum)
URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/gid/2007-11-15/goedde_statement
Veröffentlicht am: 22.02.2016 10:06
Zugriff vom: 03.08.2020 20:36
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