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Prof. Dr. Raimund Bleischwitz: Statement

Geisteswissenschaft im Dialog - Aus dem Vollen schöpfen? Rohstoffgewinnung, Lebensqualität und Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Raimund Bleischwitz

Zur Person

Forschungsschwerpunkte: Nachhaltigkeitssökonomie, Ressourcenproduktivität, Governance, vergleichende Institutionenanalyse, Europäische Union, Wasserstoffwirtschaft.

Ausgewählte Publikationen (von etwa 140):

Corporate Governance of Sustainability: A Co-Evolutionary View on Resource Management, Edward Elgar Publisher 2007.

Internationale Rohstoffmärkte: steigende Preise, wachsendes Konfliktpotential und neue Formen von Governance, in: "Globale Trends 2007", hg. von der Stiftung Entwicklung und Frieden, Debiel, T. et al., Frankfurt a. M. 2006, S. 305-321.

Materialeffizienz als Wettbewerbsstrategie. Grundlagen einer ökologischen Industriepolitik, in: UmweltWirtschaftsForum, 14. Jg., H. 4, Dezember 2006, S. 6-12 (mit Oliver Roeder).

Gemeinschaftsgüter durch Wissen generierende Institutionen. Ein evolutorischer Ansatz für die Wirtschaftspolitik, Metropolis-Verlag, Marburg 2005.

Eco-Efficiency, Regulation, and Sustainable Business. Towards a Governance Structure for Sustainable Development, Edward Elgar Publisher 2004, 228 S. (hg. mit Peter Hennicke).

Ressourcenproduktivität. Innovationen für Umwelt und Beschäftigung, Springer Verlag, Berlin/Heidelberg u. a. 1998, 299 S.

Zukunftsfähiges Deutschland. Ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung, hg. von BUND /Misereor, Basel 1996, 453 S. (mit R. Loske u. a.).

Governance of Sustainable Development: Co-Evolution of Political and Corporate Strategies, in: International Journal of Sustainable Development, Vol. 7, No. 1/2004, pp. 27-43.

Umweltpolitik im Wandel. Teil I: Entstehung und Institutionen, in: Umweltmedizin in Forschung und Praxis, Bd. 5, Nr. 2/2000, S. 95-100, Teil II: Neue Konzepte und Konfliktfelder, ebd. Nr. 4/2000, S. 203-211 (mit Ernst U. v. Weizsäcker).

Governance of Eco-Efficiency in Japan – an Institutional Approach, in: Internationales Asienforum/International Quarterly for Asian Studies, Vol. 34, No. 1-2 Mai 2003, pp. 107-126.

Rethinking Productivity: Why has Economic Analysis Focused on Labour Instead of Natural Resources? in: Environmental and Resource Economics (EARE), Vol. 19, No. 1, May 2001, pp. 23-36.A Triple-I Strategy for the Future of Europe. Inaugural Speech as Toyota Chair for Industry and Sustainability, in: College of Europe, Bruges European Economic Policy Papers BEEP No. 10/2005, 22 pp.

Statement

Ressourcenmanagement weltweit -

Ressourcenproduktivität, Ökonomie und Verantwortung

Unser Wohlstand hängt von der Nutzung natürlicher Ressourcen ab. Versorgungsunsicherheit, Ressourcenknappheit, die sich daran entzündenden internationalen Rohstoffkonflikte, hohe und stark fluktuierende Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt und steigende Konsumerwartungen in den Schwellenländern können zu starken ökonomischen und sozialen Verwerfungen in vielen Ländern der Erde führen. Die Wettbewerbsnachteile, die durch eine ineffiziente Ressourcennutzung entstehen, gefährden die Entwicklung von Unternehmen, und damit auch Arbeitsplätze. Umweltbelastungen durch die Entnahme und Nutzung der Ressourcen sowie die damit verbundenen Emissionen und Abfälle führen direkt zu ökologischen und in der Folge auch zu sozialen und ökonomischen Problemen.

Die Steigerung der Ressourcenproduktivität ist die Antwort auf diese Herausforderungen. Für Unternehmen heißt das konkret: Produktions- und Arbeitsprozesse zu optimieren, innovative energie- und materialsparende Technologien einzusetzen, neue umweltfreundliche Technologien zu entwickeln, Qualität zu sichern und Risiken zu minimieren, das Produktdesign lebenszyklusweit ressourceneffizient anzulegen, Recyclingpotentiale zu erschließen und in Produkt-Dienstleistungs-Systemen zu denken. Solche Strategien führen zu Innovationen im Prozess- und Produktbereich und zu neuen Märkten mit reduziertem Materialeinsatz. Ein Faktor Vier – eine Verdoppelung der Wohlstandsleistungen bei halbiertem Ressourceneinsatz – ist keine Utopie, sondern machbare Leistung.

Solche Produktivitätssteigerungen müssen institutionell flankiert werden. Als Elemente einer international ausgerichteten ökologischen Industriepolitik benötigt man neben dem in Kürze beginnenden "International Panel on the Sustainable Use of Natural Resources" außerdem eine internationale Konvention zum Ressourcenmanagement und eine internationale Agentur zur Ressourcenschonung für die Durchführung vereinbarter Aufgaben.

PSJ Metadata
Statement
PDF document bleischwitz_statement.doc.pdf — PDF document, 183 KB
Prof. Dr. Raimund Bleischwitz: Statement
In: Aus dem Vollen schöpfen? Rohstoffgewinnung, Lebensqualität und Nachhaltigkeit (Geisteswissenschaft im Dialog, 09.04.2008, Bonn - Kunstmuseum)
URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/gid/2008-04-09/bleischwitz_statement
Veröffentlicht am: 16.02.2016 15:55
Zugriff vom: 27.01.2020 09:50
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