Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

    Prof. Dr. Robert Fleck: Statement zu "Wer macht die Kunst? Künstler, Märkte und Mäzene von den Medici bis heute"

    Geisteswissenschaft im Dialog – Wer macht die Kunst?

    Statement zu "Wer macht die Kunst? Künstler, Märkte und Mäzene von den Medici bis heute"

    Prof. Dr. Robert Fleck


    Zur Person

    Prof. Dr. Robert Fleck lehrt seit 2012 an der Kunstakademie Düsseldorf als Professor für "Kunst und Öffentlichkeit". Er war österreichischer Bundeskurator, Direktor der Deichtorhallen in Hamburg und Intendant der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Er studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie an den Universitäten Wien und Innsbruck und ist außerdem Autor zahlreicher Monographien.

    Statement

    Der Kunstbetrieb bzw. das Kunstgeschehen können nicht abgekoppelt von ihrer historischen Entwicklung betrachtet werden. In mancherlei Hinsicht trifft die Aussage zu, dass das moderne Kunstgeschehen im Florenz der Renaissance entstand (Individualität des Künstlers, das Irdische und die Zentralperspektive, die trotz des Generalangriffs der Moderne des 20. Jahrhunderts in Fotografie, Film und den Bildklischees unserer Alltagswelt weiterlebt). Wesentliche Grundlagen des modernen Kunstgeschehens wie die künstlerische Freiheit, die Ausstellungsfreiheit und der freie Kunstmarkt entstanden gleichwohl nicht in Florenz, obwohl die Stadt bis zum ersten Weltkrieg im Ausstellungswesen der Moderne innerhalb Italiens beispielsweise eine größere Rolle spielte als Venedig. In allen diesen Phasen gilt, dass die Künstler die Kunst machen. Sie haben – in historisch sich wandelnden Konstellationen – ein Umfeld, Händler, Sammler, Kritiker, Museen, eine kunstspezifische und eine allgemeine Öffentlichkeit. Auch wenn Duchamp damit recht hat, dass der Betrachter das Bild in gewisser Weise vollendet bzw. auf immer wieder neue Weise wahrnimmt, gemacht hat es der Künstler. Heute, im Zeitalter des globalisierten Kunstmarkts, ereignet sich ein Strukturwandel nicht nur der auf Kunst bezogenen Öffentlichkeit, sondern des gesamten Umfelds der Künstler, den man als epochalen Einschnitt betrachten kann, wobei jedoch die wesentlichen neuen Gedanken der florentinischen Renaissance, vor allem die Individualität des Künstlers und seine geistige Freiheit als Grundlage des künstlerischen Schaffens, nicht angetastet werden. Insoferne bewegen wir uns immer noch in diesem Paradigma.

    PSJ Metadata
    Robert Fleck
    Statement zu "Wer macht die Kunst? Künstler, Märkte und Mäzene von den Medici bis heute"
    CC-BY-NC-ND 3.0
    Neuere Zeitgeschichte (1945-heute), Zeitgeschichte (1918-1945)
    Weltgeschichte
    Kunstgeschichte
    20. Jh., 21. Jh.
    4015701-5 4018326-9 4114333-4 4120630-7 4058136-6 4043183-6
    1900-2012
    Europa (4015701-5), Freiheit (4018326-9), Kunst (4114333-4), Kunstmarkt (4120630-7), Strukturwandel (4058136-6), Öffentlichkeit (4043183-6)
    PDF document fleck_statement.doc.pdf — PDF document, 62 KB
    Prof. Dr. Robert Fleck: Statement zu "Wer macht die Kunst? Künstler, Märkte und Mäzene von den Medici bis heute"
    In: Wer macht die Kunst? Künstler, Märkte und Mäzene von den Medici bis heute (Geisteswissenschaften im Dialog, 06.02.2013, Bonn – Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland)
    URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/gid/2013-02-06/fleck_statement
    Veröffentlicht am: 14.05.2014 14:50
    Zugriff vom: 28.10.2020 09:08
    abgelegt unter: