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    Rein Wolfs: Privatsammler vs. Museen, Kunstmarkt-Kunst vs. Ausstellungskünstler, Mäzenatentum und Autonomie

    Geisteswissenschaft im Dialog – Wer macht die Kunst?

    Privatsammler vs. Museen, Kunstmarkt-Kunst vs. Ausstellungskünstler, Mäzenatentum und Autonomie

    Rein Wolfs


    Zur Person

    Rein Wolfs ist niederländischer Kunsthistoriker, Ausstellungskurator und seit dem Jahr 2013 Intendant der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Er studierte Kunstgeschichte in Amsterdam und ist Gründungsdirektor des Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich. Von 2002 bis 2007 war er Ausstellungsdirektor im Museum Boijmans van Beuningen und 2003 Kurator des niederländischen Pavillons auf der Biennale in Venedig. Seit 2007 war er Leiter der Kunsthalle Fridericianum in Kassel.

    Statement

    Thema: Privatsammler vs. Museen

    These: Öffentlichen Sammlungen fällt es zusehends schwer, im Bereich der zeitgenössischen Kunst mit den umfangreichen zeitgenössischen Privatsammlungen mithalten zu können. Müssen die Museen sich mittelfristig auf ihre Hauptwerke im Bereich der Alten Meister und der klassischen Moderne konzentrieren, um ihr qualitatives Alleinstellungsmerkmal zu markieren? Dann liefen sie Gefahr, den Anschluss an die zeitgenössische Kunst und damit langfristig ihren Einfluss auf den Kanon zu verlieren.

    Thema: Kunstmarkt-Kunst vs. Ausstellungskünstler

    These: Markt und Ausstellungsbetrieb können durchaus noch unterschiedlichen Parametern folgen. Sind die bestbezahlten Künstler/innen auch die interessantesten, innovativsten und wegweisenden Köpfe in der Kunst? Ein Blick auf die bedeutenden Gruppenausstellungen wie documenta oder die Venedig Biennale lässt daran zweifeln. Die zeitgenössischen Künstler, über die uns Meldungen von millionenschweren Verkäufen erreichen, wie etwa Jeff Koons oder Damien Hirst, sucht man auf den Teilnehmerlisten dieser Ausstellungen vergeblich. Gerade jene Ausstellungen, die sich dezidiert gesellschaftskritischen Themen zuwenden, wie etwa die europäische Wanderbiennale Manifesta oder auch die Biennalen in Berlin oder Istanbul, kommen gerne ohne die großen Kunstmarkt-Koryphäen aus. Auch Adam Szymczyk, jüngst berufener Leiter der documenta 14, ließ bereits verlauten, dass er 2017 in Kassel vor allem bislang unbekannte Positionen präsentieren wolle.

    Thema: Mäzenatentum und Autonomie

    These: Im Zeitalter der autonomen Kunst hat sich das Mäzenatentum von Auftraggebern zu reinen Sammlern verschoben. Ein Mäzen, der einen mit spezifischen Vorgaben verbundenen Auftrag vergibt, fördert Kunstwerke zu Tage, die nicht unbedingt als vollständig autonom wahrgenommen werden können. Ein Mäzen, der insofern auch Einfluss auf die Kunstproduktion nimmt, unterscheidet sich deswegen von einem Sammler, dessen Rolle erst relevant wird, wenn Kunstwerke bereits existieren.

    PSJ Metadata
    Rein Wolfs
    Privatsammler vs. Museen, Kunstmarkt-Kunst vs. Ausstellungskünstler, Mäzenatentum und Autonomie
    CC-BY-NC-ND 3.0
    Neuere Zeitgeschichte (1945-heute), Zeitgeschichte (1918-1945)
    Weltgeschichte
    Kunstgeschichte
    20. Jh., 21. Jh.
    4015701-5 4114333-4 4120630-7 4166042-0 4123592-7 7607862-0
    1900-2012
    Europa (4015701-5), Kunst (4114333-4), Kunstmarkt (4120630-7), Kunstsammler (4166042-0), Kunstwerk (4123592-7), Mäzen (7607862-0)
    PDF document wolfs_privatsammler.doc.pdf — PDF document, 65 KB
    Rein Wolfs: Privatsammler vs. Museen, Kunstmarkt-Kunst vs. Ausstellungskünstler, Mäzenatentum und Autonomie
    In: Wer macht die Kunst? Künstler, Märkte und Mäzene von den Medici bis heute (Geisteswissenschaften im Dialog, 06.02.2013, Bonn – Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland)
    URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/gid/2013-02-06/wolfs_privatsammler
    Veröffentlicht am: 14.05.2014 14:50
    Zugriff vom: 27.01.2020 01:40
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