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J. Luh: Zur Einführung

Kulturgeschichte Preußens - Colloquien 4 (2017)

Jürgen Luh

Neubeginn und Tradition.

Monarchisches Erbe in Politik und Staat der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Zur Einführung

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Die Konferenz "Neubeginn und Tradition. Monarchisches Erbe in Politik und Staat der DDR und der Bundesrepublik Deutschland" fand am 25. und 26. September 2015 in Schönhausen statt und war die erste Veranstaltung des RECS, des Research Center Sanssouci, das die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg am 1. Juli 2015 gegründet hatte. Hinter dem RECS stehen zwei Ideen. Zum einen die, die Forschung innerhalb der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten stärker thematisch auszurichten und zu bündeln, d.h. Fragen an die Vergangenheit mit solchen der Gegenwart und sogar Zukunft zu verbinden, zum anderen der Gedanke, für die wissenschaftlichen Öffentlichkeit eine Anlaufstelle zu schaffen, in der es einfacher gelingt, sich national und international zu vernetzen, um Forschung besser fördern und koordinieren zu können. Dies soll im Rahmen von Kooperationen mit anderen interessierten Einrichtungen geschehen, und geschah zum Auftakt mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn, genauer: mit dem Institut für Geschichtswissenschaften, dem Lehrstuhl von Professor Dominik Geppert.

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Das Interesse des RECS gilt, eingedenk der Anbindung an die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten und ihrer Aufgaben, wie der Bewahrung, Erforschung und Vermittlung des kulturellen Erbes der Hohenzollern Monarchie, natürlich zuerst dem Stellenwert – oder, analog der Formgeschichte formuliert – dem "Sitz im Leben" des kulturellen Erbes der Monarchie im modernen Europa. Schließlich ist die SPSG ja Hüterin von 32 Museumsschlössern, rd. 150 historischen Gebäuden und 800 ha Gartenanlagen aus der Hinterlassenschaft der Hohenzollern.

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Die einfachen und gleichwohl umfassenden Forschungsfragen, die im RECS gestellt und beantwortet werden sollen, lauten deshalb unter anderen:

Was zählt aus welchen Gründen zum kulturellen historischen Erbe?
Wie ist das, was wir heute dazu zählen, entstanden?
Wie ist man seither mit diesem Erbe umgegangen, wie geht man mit ihm um?
Hat man sich es, haben wir es uns angeeignet – oder nicht?
Welche mentalitätsgeschichtlichen Gesichtspunkte spielten beziehungsweise spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle?
Sollte man das historisch-kulturelle Erbe überhaupt bewahren und, wenn ja, warum sollte man dies tun?
Welche Rolle spielen im Kontext dieser Frage Bildung, Geschichtsbewusstsein, die kulturelle Entwicklung – in Deutschland, in Europa?
Ist das historisch-kulturelle Erbe ein Teil unserer Identität? Ist es dies in einem europäischen Staat mehr als in einem anderen, in Polen mehr als in Deutschland? Kann das historisch-kulturelle Erbe etwa zu einer europäischen Identitätsfindung oder Identitätsstiftung beitragen?
Deshalb zum Schluss die immer entscheidende Frage in unserer Zeit: Was ist uns das historisch-kulturelle Erbe wert?

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Es ist nicht das erste Mal, dass das monarchische Erbe im Mittelpunkt des Interesses steht. 2007 hat die von Thomas Biskup und Martin Kohlrausch veranstaltete, von der SPSG unterstützte Tagung "Das Erbe der Monarchie" in Schloss Lindstedt in Potsdam dieses Thema bereits aufgegriffen, einen ersten Stein ins Wasser geworfen.1 Sie hat, was unser Gesamtbild anlangt, die Leinwand grundiert und Vorzeichnungen angebracht, die wir versuchen wollen, an der einen oder anderen Stelle auszumalen.

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Die Monarchie, besser das Monarchische, ist nach Abdankung Kaiser Wilhelms II. und des Kronprinzen Wilhelm am 28. November beziehungsweise am 1. Dezember 1918 nicht einfach verschwunden. Geblieben sind, für jedermann leicht zu erkennen, zum einen ihre materiellen Hinterlassenschaften: die Schlösser, die Gärten, die Kunstsammlungen. Zum anderen erhalten haben sich etwa kulturelle Wirkungen der Institutionen und Werthaltungen der Monarchie2, etwa in der Form des diplomatischen Zeremoniells oder in der Idee, dass auch Demokratien eine Person an ihrer Spitze, ein "Staatsoberhaupt" besitzen sollten. Der Bundespräsident, schrieb 2008 Christoph Schönberger in seiner Untersuchung der Kontinuitäten und Diskontinuitäten des Amtes, sei gewissermaßen "der parlamentarische Monarch, den Deutschland auf Reichsebene nie hatte".3

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Wie mit den Hinterlassenschaften der Monarchie, wie mit dem monarchischen Erbe umgehen, dem materiellen und immateriellen? Die Antwort der die auf das Kaiserreich folgenden Weimarer Republik auf diese Frage war doch ziemlich eindeutig: Sich das materielle Erbe aneignen, vom immateriellen Erbe aber möglichst Abstand halten oder es demokratisieren. Bei den Schlössern und Gärten, so der Tenor von Kunst- und Kulturwissenschaft, Denkmalpflege und Politik, handele es sich um "'etwas organisch Gewachsenes' an historischer Stelle", das als geschichtliches Sachzeugnis mit all den Veränderungen, die es im Laufe der Zeit – "organisch" – erfahren habe, für die Nachwelt erhalten werden müsse. Auf diese Weise wollte man verhindern, dass die Schloss- und Gartenensembles auseinandergerissen würden, dass "Kunstwerke aus den Schlössern in die Museen abgegeben werden oder den Fürstenfamilien quasi als Ersatz für die verstaatlichten Immobilien zugesprochen werden".4 Aus den Schlössern sollten Museumsschlösser werden.

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Folgerichtig wollte man auch keinen neuen Schlossherren mehr. Um den Bruch mit dem Kaiserreich, um den Wandel von der Monarchie zur Republik auch symbolisch sichtbar zu machen, nutzte Reichspräsident Friedrich Ebert das ehemalige Schwerinsche Palais in der Wilhelmstraße als Amtssitz.5 Und die Nationalversammlung diskutierte, beriet und entschied in Weimar und nicht in der kaiserlichen Kapitale Berlin. Im Schloss brachte man das Kunstgewerbemuseum unter, das zuvor im Walter-Gropius-Bau seine Heimat hatte, bestimmte zunächst 70, dann 81 Räume zu Museumsräumen für die Öffentlichkeit, übrigens mit großem Erfolg – die Räume "avancierten zur bestbesuchten Dauerausstellung im Berlin der Weimarer Republik",6 und brachte im Schloss die neu gegründete Schlösserverwaltung und vieler weitere Institutionen und Einrichtungen unter.7 Im immateriellen Feld allerdings hatte man sich von der Idee eines einflussreichen Staatsoberhaupts nicht trennen können und wollen. Der Reichspräsident war, wie sich unter Hindenburg zeigen sollte, mit mehr monarchischer Machtfülle ausgestattet worden, als für die junge Republik gut war.

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Blickt man in die Zeit des nächsten Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, so fällt zunächst auf, dass die neuen deutschen Demokratien, denn auch im Ostteil des Landes behauptete man, eine zu sein, nach 1945 sich uneins waren, wie sie mit den – trotz aller Zerstörungen – nach wie vor vorhandenen materiellen Hinterlassenschaften des nun bald dreißig Jahre untergegangenen Kaiserreichs umgehen sollten.

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Zunächst setzte sich in Ost wie West die Ideologie durch, die einen endgültigen Bruch mit der Vorzeit vollziehen und keine Adelsbauten als gesellschaftliche Orte der Repräsentation mehr wollte, sondern ideologisch "unbelastete" oder neue Architekturen und Gebäude für die Bürger – respektive die Arbeiter-und-Bauern-Klasse. In der alten Bundesrepublik wie in der DDR wurden eine Anzahl Schlösser, die den Krieg, wenn oft auch schwer beschädigt, überstanden hatten, zerstört und abgerissen, um zu zeigen, dass man jetzt endgültig eine neue Zeit und Gesellschaftsphase begann. So geschah es etwa 1950/51 mit dem Berliner Schloss durch einen Beschluss der DDR-Regierung und 1960 mit dem Schloss in Braunschweig auf Beschluss des Stadtrates mit seiner SPD-Mehrheit. In Stuttgart stritt man mehr als zehn Jahre lang über Komplettabriss der Kriegsruine oder Wiederaufbau des Schlosses, ehe 1957 der Landtag des neuen Bundeslandes Baden-Württemberg mit nur einer Stimme Mehrheit knapp für den Wiederaufbau votierte.

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In Ostdeutschland wurden offizielle Gebäude der Kaiserzeit, die den Krieg unversehrt überstanden hatten, als politische Funktionsbauten gemieden. "Der Vereinigungsparteitag von KPD und SPD fand im Admiralspalast statt, die Volkskammer tagte bis zur Fertigstellung des Palastes der Republik 1976 im Hörsaal der Chirurgischen Gesellschaft, das oberste Gericht der DDR wurde in der Kaiser-Wilhelm-Akademie für Medizin etabliert und das Zentralkomitee der SED nutzte ein ehemaliges Kaufhaus an der Prenzlauer Allee."8

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In der Bundesrepublik verhielt man sich ebenso, auch weil der kaiserliche Reichstag als Sitz des Parlaments aufgrund des Berlin-Status zunächst nicht in Frage kam. Man ging nach und tagte – ganz bewusst – in Bonn, im Bundeshaus, das, in seinem Kern von 1930-1933 errichtet, Pädagogische Akademie der Lehrerfortbildung gewesen war.

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Die Präsidenten der neu gegründeten Staaten in Deutschland aber zogen in Schlösser und residierten, empfingen und repräsentierten dort wie einst die Könige und Kaiser. Bundespräsident Theodor Heuss bezog zwar zunächst die Villa Hammerschmidt in Bonn, 1959 aber auch das preußische Schloss Bellevue in Berlin. Seine Amtseinführung 1949 fand in Schloss Augustusburg bei Brühl statt, in dessen monarchisch-prunkvollen, festlichen Rahmen fortan bis 1996 die Staatsempfänge der Bundesrepublik durchgeführt wurden; weit über 100 Staatsbankette gab es bis dahin.9 Der Staatspräsident der DDR, Wilhelm Pieck, hatte seinen Sitz schon 1949, zehn Jahre bevor Heuss auch Schloss Bellevue bezog, im preußischen Schloss Schönhausen in Pankow genommen. Hier hatte der Mitbegründer und Funktionär der Kommunistischen Partei Deutschlands bereits kurz nach Kriegsende, 1946, seinen siebzigsten Geburtstag gefeiert. Nach der deutschen Wiedervereinigung verlegte Richard von Weizsäcker den ersten Amtssitz des Bundespräsidenten dann dauerhaft nach Schloss Bellevue.

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Auch Kunst, Kultur und Geschichte der monarchischen Zeit versuchten sich Bundesrepublik und DDR ab etwa der Mitte der 1970er Jahre anzueignen, insbesondere die der preußischen oder Hohenzollern-Vergangenheit. Wenn man in diesem allmählichen Prozess in der DDR auch auszublenden versuchte, dass etwa die verbliebenen Kunstsammlungen in den Schlössern von Sanssouci oder dem Neuen Palais oder die in den Berliner und Dresdener Museen ganz oder zum großen Teil fürstliche Sammlungen waren. Hans-Joachim Hoffmann, der Minister für Kultur der DDR rechnete in seinem Grußwort zur Ausstellung "Barock und Klassik. Kunstzentren des 18. Jahrhunderts in der Deutschen Demokratischen Republik" 1984 auf der Schallaburg in Österreich Schöpferkraft, Humanismus, Schönheitsempfinden, Wahrhaftigkeit, Mut und Optimismus allein den Künstlern und Handwerkern, den Baumeistern und Arbeitern zu.10 Doch machten Ausstellung und Katalog sofort klar, dass es hier um fürstlich-monarchisches Erbe ging, dessen man sich versichern, auf das man nicht verzichten wollte oder vielmehr konnte. Denn die "tiefen Wurzeln, aus denen das gesellschaftliche Bewußtsein, der Wille zur Gegenwarts- und Zukunftsgestaltung gespeist werden", habe "ein jedes Volk in seiner Geschichte zu suchen".11 Auch Republiken offensichtlich in ihrer monarchischen Geschichte.

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Heute wird mitten im demokratischen Deutschland in der Hauptstadt Berlin ein neues Schloss gebaut. Es soll aber kein Schloss mehr sein, sondern, so wie es zurzeit aussieht, vor allem außereuropäische museale Sammlungen enthalten sowie eine Ausstellung zur Berliner Stadtgeschichte und das eine oder andere Café. Und es soll als "Humboldt Forum" zudem eine Begegnungsstätte für die Menschen der ganzen Welt und Ort des Austauschs werden. Das entspricht der Zeit und dem Geist der Globalisierung und darüber hinaus dem gegenwärtigen Stand der kulturellen Reflexion. Dennoch gibt die Bundesrepublik Deutschland diesem Bauwerk die äußere, äußerst repräsentative Form eines symbolträchtigen Bauwerks ihrer monarchischen Vergangenheit. Was bedeutet dies?

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Überhaupt: Aus welchen Gründen wählte man für die Präsentation und Repräsentation nach innen und außen in beiden Teilen Deutschlands Schlösser einer vergangenen, so oder so überwunden geglaubten Zeit? Was hat sich an Monarchischem im Zeremoniell und bei den Symbolen erhalten, an welche monarchischen Traditionen wurde angeknüpft? Welche Aussage trifft eine Republik, wenn sie sich ihres monarchischen Erbes bedient? Das sind die Fragen, die während der Konferenz gestellt wurden.

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Als Folie, vor der die Fragen beantwortet werden sollten, diente die Betrachtung des letzten echten Monarchenfestes vor dem Großen Krieg 1914, die Hochzeit der Kaisertochter Viktoria Luise 1913 in Berlin. Barbara Beck hat dieses Fest, bei dem sich ein letztes Mal die Pracht der monarchischen Formensprache noch einmal entfaltete, nachgezeichnet und hervorgehoben, dass sich in Ausgestaltung und Wirkung dieses dynastischen Großereignisses Neues mit Altem, Traditionellem verband. Da der Ablauf dieser Hochzeit in Wort und Bild durch die Medien der damaligen Zeit festgehalten wurde, besitzen wir heute einen sehr guten Überblick über die einst gebräuchlichen Zeremonien, können vergleichen, ob und wie sich einige in unserem demokratischen Staatsprotokoll erhalten haben.

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Nach zwei Weltkriegen war die eigene nationale historische Tradition diskreditiert. Es galt in den nun zwei Staaten in Deutschland einen neuen Weg nicht nur in staatlich-politischer Hinsicht, sondern auch im Umgang mit Architektur und Stadtplanung zu finden, der eine eigene neue politische und gesellschaftliche Identität bilden konnte. In seinem Beitrag über Bonn und Berlin als Regierungssitze untersucht Dominik Geppert die Idee einer der neuen Bundesrepublik Deutschland angemessenen Architektur und deren Nutzung von 1949 bis 1998. In der Nachkriegszeit, der Zeit des "Notbehelfs", so Geppert, ließen die Verantwortlichen aus praktischen Erwägungen gerne und ohne Scheu auch Bauten aus monarchischer Zeit beziehen, um die neuen bundesdeutschen Ministerien angemessen unterzubringen, sie arbeitsfähig zu machen. Erst später wollte man Bauten für Bundesbehörden in "Formen einer gemäßigten Moderne", dies, wie alle folgenden Planung bis zur Wiedervereinigung Deutschlands, in starker Abgrenzung zur Architektur und den Bauten der DDR.

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Aufgegeben aber hatte man die Nutzung von Schlössern für die Repräsentation der Bundesrepublik und der DDR niemals, wie Thomas Klemmer in seinem Beitrag über die Schlösser Augustusburg in Brühl und Schönhausen in Berlin zeigt. Denn das erhaltene monarchische Ambiente bot im Rahmen der Selbstdarstellung einen Anknüpfungspunkt zu den erhaltenen, in die Demokratien des übrigen Europa integrierten alten monarchischen Traditionen. Es ging, wie Klemmer analysiert, um die innere wie äußere "Wahrnehmung eines neuen Deutschlands, das sich deutlich von seiner jüngeren Vergangenheit abzugrenzen suchte – was sowohl für die BRD wie auch für die DDR gleichermaßen galt". Welche Rolle dabei das Zeremoniell spielte, kann man in dem Mitschnitt der Diskussion zwischen Martin Löer und Marc Jumpers nachhören.

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Für Schloss Augustusburg in Brühl war es – bekanntermaßen – bei den Staatsbanketten der Bundesrepublik Deutschland, die dort stattfanden, von besonderer Bedeutung. Weniger bekannt aber ist, wie in einem neuen, für diese Publikation geschriebenen Beitrag Marc Jumpers und Christiane Winkler zeigen, dass das Schloss in den Anfangsjahren der Republik als repräsentatives Gästehaus der Bundesregierung genutzt werden sollte. Dafür lagen bald umfangreiche Umbaupläne vor. Dass daraus letztlich nichts wurde, ging auf Vorbehalte des ersten Bundespräsidenten, Theodor Heuss, zurück: zu teuer sei der Umbau, und die Bevölkerung könnte ihn fehl interpretieren, in der Not der Nachkriegsjahre darin ein falsches Zeichen sehen.

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Der Frage, wie "monarchisches Erbe" sich in tradierten Zeichen und Symbolen zeigte, "die in mannigfaltiger Weise in den beiden deutschen Staaten präsent waren bzw. sind", ging Daniel Hohrath nach. Er kann durch seine Untersuchung belegen, dass sich an der Gestaltung von Flaggen und Fahnen, Uniformen, Orden und Ehrenzeichen, die Entscheidungen darüber ablesen lassen, welche Traditionen man als positiv oder als problematisch ansah, wobei berücksichtigt werden muss, dass "jede monarchische Tradition bereits durch den Umgang mit ihr in der Weimarer Republik und dem 'Dritten Reich' in gewisser Weise gefiltert oder kontaminiert" worden ist.

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Um den Blick zu weiten, der in erster Linie auf Preußen und sein monarchisches Erbe gerichtet war, nahm Hartmut Ellrich das monarchisches Erbe und Landesbewusstsein in Thüringen und Bayern in den Focus, einen Zusammenhang, der bislang nur in Einzelstudien erfasst wurde. Ellrich versuchte erstmals einen vergleichenden Blick auf Regionen in Mittel- und Süddeutschland nach 1918 und 1945, auf Sachsen-Coburg, Sachsen-Gotha, das Fürstentum Schwarzburg und das Königreich Bayern.

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Leider konnten an dieser Stelle nicht alle Vorträge der Tagung publiziert werden, doch bleibt die Hoffnung, durch die Betrachtung verschiedener Themen, die im Rahmen der eingangs skizzierten Fragestellung eine Rolle spielen, einen ersten Stein ins Wasser geworfen zu haben.

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Großer Dank für das Zustandekommen und die Durchführung der Tagung sowie für die Publikation der Beiträge gilt dem Lehrstuhl von Professor Dominik Geppert an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn, den Autorinnen und den Autoren, Truc Vu Minh, M.A. vom RECS, Dr. Julia Klein sowie Gregor Hecker von perspectivia.net.

Autor:

Jürgen Luh
Research Center Sanssouci / Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
j.luh@recs.academy / j.luh@spsg.de



1 Thomas Biskup / Martin Kohlrausch (Hgg.): Das Erbe der Monarchie. Nachwirkungen einer deutschen Institution seit 1918, Frankfurt/M. 2008

2 Siehe Dieter Langewiesche: Das Ende der Monarchien 1918 und seine Folgen (Rezension), in: sehepunkte 9 (2009), Nr. 4 [15.04.2009], URL: http://www.sehepunkte.de/2009/04/15137.html <17.09.2015>

3 Christoph Schönberger: Gibt es im Grundgesetz ein Erbe der Monarchie? Das Amt des Bundespräsidenten zwischen Kontinuität und Diskontinuität, in: Thomas Biskup / Martin Kohlrausch (Hgg.): Das Erbe der Monarchie. Nachwirkungen einer deutschen Institution seit 1918, Frankfurt/M. 2008, 284-309, 308.

4 Hartmut Dorgerloh: Museumsschlösser als Orte kultureller Überlieferung, in: zeitenblicke 7 (2008), Nr. 1, [05.06.2008], URL: http://www.zeitenblicke.de/2008/1/dorgerloh/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-13159 <16.09.2015>

5 Dazu Marc Schalenberg: Schlösser zu Museen: Umnutzungen von Residenzbauten in Berlin und München während der Weimarer Republik, in: Das Erbe der Monarchie. Nachwirkungen einer deutschen Institution seit 1918, hg. v. Thomas Biskup / Martin Kohlrausch, Frankfurt/M. 2008, 184-199, 189.

6 Schalenberg: Schlösser (wie Anm. 5), 191.

7 Dazu jetzt Margarete Pratschke: Gewaltexperimente unterm Bilderhimmel: Das Psychologische Institut im Berliner Stadtschloss und die Avantgarde, Paderborn 2016.

8 Alfred P. Hagemann: Ein Preußenschloss für den Arbeiter- und Bauernstaat – Schloss Schönhausen 1945-1990, in: zeitenblicke 7 (2008), Nr. 1, [05.06.2008], URL: http://www.zeitenblicke.de/2008/1/hagemann/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-13178 <16.09.2015>

9 Christiane Winkler: Einleitung, in: Eine Republik rollt den Teppich aus. Staatsempfänge auf Schloss Augustusburg (1949-1996), hg. v. d. UNESCO-Welterbestätte Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, Berlin, München, 2008, 15-18, 15.

10 Hans-Joachim Hoffman: Grußwort, in: Ausstellungskatalog Barock und Klassik. Kunstzentren des 18. Jahrhunderts in der Deutschen Demokratischen Republik, Wien 1984, XVII.

11 Hoffmann, Grußwort (wie Anm. 10), XVII.

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Neubeginn und Tradition. Monarchisches Erbe in Politik und Staat der DDR und der Bundesrepublik Deutschland
Zur Einführung
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Neuere Zeitgeschichte (1945-heute)
Deutschland / Mitteleuropa allgemein, DDR, (1945-1990), SBZ, Nordostdeutschland, BRD (1945-1990), Westzonen
Sozial- und Kulturgeschichte
20. Jh.
1949-
Hohenzollern Familie (118552856), Monarchie (4040034-7), Kulturerbe (4033560-4), Deutschland DDR (4011890-3), Deutschland Bundesrepublik (4011889-7), Deutschland (4011882-4)
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J. Luh: Zur Einführung
In: Neubeginn und Tradition. Monarchisches Erbe in Politik und Staat der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Beiträge des 4. Colloquiums in der Reihe „Kulturgeschichte Preußens - Colloquien“ vom 25. bis 26. September 2015, hg. v. Jürgen Luh und Truc Vu Minh (KultGeP - Colloquien, 4)
URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/kultgep-colloquien/4/luh_einleitung
Veröffentlicht am: 18.01.2017 10:38
Zugriff vom: 30.03.2020 00:12
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