Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

S. Wolle: Der Palast der Republik als erträumte DDR

Kulturgeschichte Preußens - Colloquien 5 (2017)

Stefan Wolle

Der Palast der Republik als erträumte DDR

Abstract

Der Palast der Republik wurde 1976 auf dem Areal des abgerissenen Schlosses errichtet. Er diente sowohl als Tagungsstätte der Volkskammer und der SED-Parteitage als auch als auch als Ort für kulturelle Veranstaltungen und Freizeitvergnügungen. Moderate Preise, guter Service und moderne Ausstattung, nicht zuletzt der gastronomischen Einrichtungen führten zu einer großen Beliebtheit bei der Bevölkerung und den Gästen der Hauptstadt.

<1>

Es muss irgendwann in den achtziger Jahren gewesen sein. Wir gingen vom Lustgarten kommend quer über den Marx-Engels-Platz auf den Palast der Republik zu. Da stellte meine damals vielleicht vier- oder fünfjährige Tochter die überraschende Frage: "Warum hängt dort ein großer Pfennig?" "Was für ein Pfennig?", fragte ich verblüfft zurück. "Na der dort", meinte sie verärgert über meine Begriffsstutzigkeit und zeigte auf das Staatswappen der DDR über dem Haupteingang des Palastes. Sie kannte das Symbol einzig von den Münzen, die sie pauschal "Pfennige" nannte. "Nicht der Pfennig hängt an der Wand, sondern das Wappen von der Wand ist auf dem Pfennig", versuchte ich zu erklären und bewunderte im Stillen die frappierende Verkehrung der Kausalkette von Ursache und Wirkung. Ich weiß nicht mehr, ob sie meine Erklärung akzeptierte oder ob sich ihre Aufmerksamkeit wichtigeren Dingen zuwendete.


Abb. 1 DDR, 50 Pfennig, Bildseite, Copyright: Matd13

<2>

Inzwischen hatten wir die Auffahrt erreicht, die gläsernen Pendeltüren durchschritten und das Hauptfoyer betreten. Die erste Sensation waren die rotierenden Bodenmatten im Eingangsbereich. Da sparte man sich das lästige Füßeabtreten und vielleicht sogar für eine ganze Woche das Schuheputzen. Ein Riesenspaß, der in der DDR sonst nirgendwo geboten wurde. Es folgte eine Fahrt mit der Rolltreppe und schließlich ein Besuch in der Milchbar. Der Traum meiner Tochter war es, eines Tages ein flambiertes Eis im Becher zu verspeisen. Fasziniert betrachtete sie an den Nebentischen die aus dem spiritusgetränkten Zuckerstück hochaufschlagende bläuliche Flamme. Doch leider gab es die brennenden Köstlichkeiten nur mit "Bier", wie sie jede Sorte Alkohol nannte, also nichts für kleine Mädchen. Es folgte ein Spaziergang in den Wandelgängen des Palastes. Aus den Lautsprechern spielte flotte Musik, am Wochenende gab es Feste und Veranstaltungen, Bastelstraßen und Einkaufsmöglichkeiten.

<3>

Der Palast der Republik, oft einfach "der" Palast oder auch Palazzo genannt war ein idealer Ort für den Sonntagnachmittag: Cafés, Kneipen, eine Bowlingbahn, eine Diskothek, eine Post und Säle für Veranstaltungen. Das alles gab und gibt es auch anderswo auf der Welt, ohne dass sich ein Staat und ein politisches System dadurch definiert und über sein Ende hinaus von anderen definiert wird, ohne übrigens auch, dass terminologisch in die Mottenkiste der antiken und feudalen Gesellschaft gegriffen wird. Begriffe sind verräterisch. "Palatium" hieß jener der sieben Hügel Roms, auf welchem einst die kapitolinische Wölfin die Zwillinge Romulus und Remus säugte und später Kaiser Augustus seinen Wohnsitz erbaute. Aus der Ortsbezeichnung wurde ein Gattungsbegriff, von dem auch die deutschen Wörter "Pfalz", "Paladin" und "Palast" abgeleitet sind.

<4>

Paläste waren zu allen Zeiten Symbole der Herrschaft, säkulare Tempel der Macht, öffentliche Zurschaustellung von Reichtum und Kunstsinn, oft zentral und erhöht gelegen, in der Regel dazu angetan, durch Größe und Pracht den Untertanen ihre geringe Stellung gegenüber der Obrigkeit vor Augen zu führen. Die Wohnstätten der kleinen Leute waren zu allen Zeiten von alltäglichen Bedürfnissen geprägt. Paläste dagegen sind Zeichensysteme, verwirklichte Ideen, Weltentwürfe, irdische Paradiese, machtgeschützte Utopien.

<5>

Aber Paläste waren immer auch Negativsymbol. Im Sommer 1789 gingen in ganz Frankreich die Adelssitze in Flammen auf. "Guerre aux châteaux! Paix aux chaumières! – Krieg den Palästen! Friede den Hütten!" war eine der Parolen, die seit 1792 von den französischen Revolutionsarmeen durch Europa getragen wurde. Georg Büchner kehrte den schmetternden doppelten Dreiklang um und setzte ihn 1835 als Motto über seinen "Hessischen Landboten". Doch das saturierte Bürgertum des 19. Jahrhunderts zündete keine Paläste mehr an, es kaufte sich welche oder ahmte sie Feudalsitzen architektonisch nach. Fabrikantenvillen, aber auch Postämter und Bahnhöfe sahen nun aus wie romanische Ritterburgen oder Renaissancepaläste und die öffentlichen Pissoirs wie Rokoko-Pavillons. Gerne nannte das selbstbewusste Bürgertum die Stätten seiner kulturellen Repräsentation Palast: In jedem Kurort gab es ein Palasthotel, wo das Palastorchester zum Tanztee aufspielte. Revuetheater wurden Palast getauft und auf der ersten Weltausstellung in London im Jahre 1851 war der "Kristallpalast" im Hyde-Park die Sensation. 1855 wurde auf der Weltausstellung in Paris ein "Industriepalast" eröffnet, auf der Jubiläumsausstellung daselbst im Jahre 1900 gab es sogar einen "Elektrizitätspalast" mit bunt angestrahlten Wasserspielen.

<6>

Die russischen Bolschewiki griffen 1917 auf die Losung der französischen Revolution zurück. "Friede den Hütten! Krieg den Palästen!" stand auf den Flugblättern, die über die Frontlinie flatterten und die deutsche Soldaten aufforderten, die Waffen umzudrehen. Nicht zufällig wurde der Sturm auf den Winterpalast zum zentralen Motiv der sowjetischen Revolutionsmythologie. Doch schon in Sergej M. Eisensteins Film "Oktober" von 1927, der das ideologische Bildprogramm zu den Ereignissen nachlieferte, betrachteten die in den Palast eindringenden Rotgardisten mit einer Mischung von gutmütigen Spott und neuem Besitzerstolz die Mamorstatuen der nackten Götter. Nicht Zerstörung der alten Machtsymbole, sondern schöpferische Aneignung war das proklamierte Ziel. Und bald wurden auch neue Paläste erbaut – Kulturpaläste, Pionierpaläste, Paläste der Arbeiter, Bauern und der werktätigen Intelligenz. Nach einer kurzen Phase des Konstruktivismus dominierte der neoklassizistische Stil der russischen Adelspaläste.

<7>

Seit dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg fand dieser Stil seine Ergänzung in den gigantischen Kleckerburgen, die bis heute Moskaus Silhouette dominieren. Warschau erhielt als Geschenk des Sowjetvolkes einen Kulturpalast im Stil des stalinistischen Größenwahns und eben an jener Stelle, wo später der Palast gebaut wurde bzw. am gegenüberliegenden Spreeufer plante die DDR-Führung die Errichtung eines ähnlich monströsen Regierungsbaus. Stalins Tod und die scharfe Wendung in der staatsoffiziellen Ästhetik seit 1955 bewahrte Berlin vor dem Schicksal der polnischen Hauptstadt, deren schönster Punkt bis heute bekanntlich die Dachterrasse des Kulturpalastes ist, weil man ihn von dort aus nicht sehen kann.

<8>

Inhalt und Form der Repräsentationsbauten verlagerten sich in der DDR seit den beginnenden sechziger Jahren auf die Stätten der Wissenschaft und Kunst, aber auch auf Bürobauten, Kaufhäuser, Einkaufspassagen, Hotels und Restaurants, also auf Stätten des individuellen Konsums. Dabei hatte man die internationale Ausstrahlung, aber auch Wirtschaftlichkeit und praktische Nutzung durchaus im Blick. Die ehrgeizige Planung beschränkte sich nicht auf einzelne Bauwerke. In Berlin und den Bezirksstädten entstanden sozialistische Stadtzentren. Der Anspruch auf grenzenlose Planbarkeit der Zukunft fand ihren Ausdruck im Städtebau. Die Überlegenheit der sozialistischen Gesellschaftsordnung manifestierte sich in breiten Straßen und repräsentativen Bauwerken, wie dem himmelstürmenden Neubau der Karl-Marx-Universität in Leipzig. In dem turmartigen Gebäude fand die "einzig wissenschaftliche Weltanschauung des Marxismus-Leninismus" architektonischen Ausdruck. Dass bei dieser Gelegenheit das ideologische Gerümpel der Ausbeuterordnung, wie die spätgotische Universitätskirche in Leipzig, beiseite geräumt wurde, war durchaus symbolisch gemeint und wurde auch so verstanden.

<9>

Der Städtebau war einer der zentralen Punkte der Kritik, die seit September 1970 innerhalb des Politbüros an Walter Ulbricht geübt wurde. Nach der Ablösung Ulbrichts von seiner Funktion als Parteichef wurden in der Baupolitik die Weichen neu gestellt. Insgesamt sollten die Bedürfnisse der Menschen mehr berücksichtigt werden. Nun sollte der Wohnungsbau im Vordergrund stehen. Wohnraum sollte nicht mehr zerstört oder als Büroraum zweckentfremdet werden. Die teuren Interhotels wurden teilweise in FDGB-Ferienheime umgewandelt, alte Stadtviertel sollten komplex saniert werden. Anstelle der Großversorgungseinrichtungen mit standardisierten Angeboten sollten kleine lauschige Kaffeehäuser und gemütliche Restaurants in renovierten Altstadtvierteln entstehen.

<10>

Doch auch Erich Honecker wollte oder konnte nicht auf eine zentrale architektonische Manifestation seines politischen Anspruchs verzichten. Schon 1972 wurden die Weichen für einen Großbau am Spreeufer gestellt.

<11>

Als die neue Führung nach einem Konzept suchte, griff sie zwei verschiedene Traditionen auf und entwickelte sie gleichzeitig weiter. Zum einen knüpfte sie an die Kulturpaläste der Stalinzeit an, ohne jedoch deren überwiegend volkspädagogischen Anspruch beizubehalten. Zum anderen setzte sie die Tradition der zentralen Repräsentationsbauten der sechziger Jahre fort, versuchte jedoch, deren teilweise exklusiven Charakter zu überwinden. Der Palast sollte politische Repräsentation mit einer Stätte des allgemeinen Frohsinns verbinden. Die Einheit von Partei und Volk sollte hier Wirklichkeit werden. Die Politik der kleinen Belohnungen für das artige Volk fand im Palast seine sinnfällige Verwirklichung. Der Freizeitspaß, das Familienfest, der gemeinsame Brigadeabend oder der Theaterbesuch durften weitgehend unpolitisch sein – sie sollten sich aber auf gepflegte und ordentliche Weise im vorgeschriebenen Rahmen bewegen.

<12>

So sauber, ordentlich, übersichtlich, kleinbürgerlich familiär wie der Palazzo sollte das Leben der Menschen in der DDR sein. Dabei war durchaus gehobenes Niveau, gepflegte Gastlichkeit und bildungsbürgerlicher Kulturgenuss eingeplant. "Ich leiste was – Ich leiste mir was", verkündete selbstzufrieden ein Plakat der Honecker-Zeit. Der proletarische Puritanismus der frühen Jahre war nicht mehr gefragt, das Streben nach persönlichem Erfolg und individuellem Konsum war keine Schande mehr. Der idealtypische Arbeiter der siebziger Jahre besaß einen Trabi, eine Datsche, fuhr im Urlaub ans Schwarze Meer und ging am Sonntag mit seiner Familie oder mit der Brigade fein aus – zum Beispiel in den Palast der Republik.

<13>

Wenn Architektur Ausdruck des Zeitgeistes ist, so ist den Schöpfern des Palastes ein kongeniales Gesamtkunstwerk gelungen. Hier liegt das Erfolgsgeheimnis des Palazzos. Der Aufbruch in die Beliebigkeit der Konsumwelt wurde von der großen Mehrheit der DDR-Bevölkerung begrüßt oder doch wenigstens als das kleinere Übel gutgeheißen.

<14>

Insofern war es symbolisch, dass der Parteitag der SED zum ersten Mal nicht mehr in der relativ schlichten Werner-Seelenbinder-Halle zelebriert wurde, sondern im Zentrum der Hauptstadt, in einem neuen glanzvollen Palast, der aber gleichzeitig auch allgemeiner Treffpunkt der Berliner sein sollte, eben Konsumtempel, Kulturstätte und Vergnügungsort. Natürlich war diese Synthese aus Sicherheitsgründen eine reine Fiktion. Wo Erich Honecker und andere hohen Persönlichkeiten wandelten, durchsuchten Spezialtrupps jeden Winkel nach verborgenen Sprengsätzen als hätte es in der DDR eine bewaffnete Untergrundarmee gegeben, die ununterbrochen Anschläge verübte. Die Abschirmung der Politprominenz und der hohen Gäste war perfekt wie immer.


Abb. 2 Eröffnung des XI. SED-Parteitages am 17. April 1986, Copyright: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0417-414 / Franke, Klaus / CC-BY-SA 3.0

<15>

Dennoch gab es bei der Eröffnung des Palastes im Mai 1976 eine programmatisch wie symbolhafte Neuerung. Ehe der Ort für Tage wegen des IX. Parteitages gesperrt wurde, öffnete man ihn zunächst fürs allgemeine Publikum. Rund zwei Wochen hatten die Berliner Gelegenheit, vor den neuen Restaurants anzustehen, das Geschirr und die Gläser zu bewundern, die es im Einzelhandel kaum gab. Die Gerüchteküche wollte damals wissen, dass in großem Stil Besteck und besonders Gläser mit der Aufschrift PdR geklaut wurden. Über "Erichs Lampenladen" wurde viel gewitzelt, doch er wurde "angenommen". Man spazierte durch die Gemäldegalerie und stellte fest, dass dort nicht nur sozialistische Heldengestalten vertreten waren. "Weite und Vielfalt" hatte Honecker den Künstlern versprochen. Hier fand man sie tatsächlich. Ein Bild für die alten Dogmatiker, ein Bild für die Anhänger der Moderne, ein bisschen kommunistische Ideologie und ein bisschen bildungsbürgerliches Repräsentationsbedürfnis. Sogar ein bisschen Kritik war erlaubt, die natürlich niemals grundsätzlich sein durfte. So war die Kulturpolitik Erich Honeckers der ersten fünf Jahre seiner Herrschaft.

<16>

Der Beginn der Honecker-Zeit war eine Art Ankunft im Alltag, eine wenigstens teilweise Zurücknahme der überspannten Vorstellungen von der Kraft des Kollektivs, vom neuen Menschen, den Geboten der sozialistischen Moral, von der Wirksamkeit der Erziehung und der "allseitig entwickelten sozialistischen Persönlichkeit". Es entstand eine sozialistische Wohlstandgesellschaft mit gedrosseltem Anspruch. Dem Rückzug ins Private wurden kaum noch Hindernisse in den Weg gelegt. Die Zügel der Kulturpolitik wurden gelockert und einiges zum Druck befördert, was schon lange in den Schubfächern der Zensoren gelagert hatte.

<17>

Gegenüber der Jugendkultur wurde die Obrigkeit toleranter. Lange Haare und die Bärte der Jungen sowie die kurzen Röcke der Mädchen waren nun kein Sakrileg mehr gegen die sozialistische Moral. Auch die lange Jahre als Ausdruck kapitalistischer Unkultur bekämpften Blue Jeans wurden nun importiert und verhältnismäßig preiswert im sozialistischen Einzelhandel verkauft. Die kleinen Freiheiten ersetzten die große Freiheit. Parallel wurde eine nur unsolide finanzierte Sozialpolitik in die Wege geleitet. Zu jedem Parteitag gab es ein kleines Geschenk an die Bevölkerung. Immer tiefer verschuldete sich die DDR beim untergehenden Kapitalismus und hoffte wohl, dass dieser aus Sorge um die politische Stabilität die Schlinge nicht zuziehen würde.


Abb. 3 Erster großer Jugendtanzabend im Palast der Republik am 26. Juni 1976, Copyright: Bundesarchiv, Bild 183-R0706-417 / Sindermann, Jürgen / CC-BY-SA 3.0

<18>

Die Warenhausarchitektur des Palastes war Ausdruck dieses schleichenden Utopieverlustes. In der architektonischen Grundidee, der äußeren Gestaltung, der Innenausstattung, dem Design findet sich nicht eine Spur von Originalität. Dort gab es nichts, was nicht auch ein größeres Warenhaus, eine Bankzentrale irgendwo in Westeuropa, Nordamerika oder Australien hätte schmücken können.

<19>

"Die Architektur des Palastes", schrieb die frühere Intendantin des Theaters im Palast, Vera Oelschlegel: "ist geronnene, kalte Zeit. Sie ist prächtig und unzweckmäßig, hat viel Raum und keine Räume. Sie drückt den Menschen und vermittelt ihm Einsamkeit und Sinnlosigkeit. Wenn ich [in der Inszenierung des TiP] auf allen Vieren über die kalte Marmortreppe krieche, empfinde ich physisch die brutale Lustfeindlichkeit, die dieses Staatsgebäude ausstrahlt."1

<20>

Der Begriff "Staatsgebäude" wird hier bewusst oder unbewusst doppeldeutig verwendet. Die sinnbildliche Parallele zwischen dem Palast der Republik und dem Gesellschaftsgebäude der DDR wurde schon vor 1989 oft und gern gezogen, wenn auch unter positiven Vorzeichen. Sie verband sich mit einer in der kommunistischen Rhetorik seit 1917 verbreiteten Baustellen-Metaphorik, die zuletzt in dem Begriff der "Perestrojka" kulminerte, was auf Deutsch ja schlicht "Umbau" heißt. Hans-Peter Minetti trug zur Eröffnungsveranstaltung am 23. April 1976 ein von Helmut Bairl gedichteten "Prolog zur Weihe des Hauses" vor:

"So sind wir heute hier, ein Fest zu feiern.
Ein Fest des Volkes unserer Republik.
Denn dieses Haus, Palast der Republik,
von den Erbauern für sich selbst
und ihresgleichen
errichtet mit dem Marmor des Erkämpften,
dem Stahl der Konzentration –
In seinen Sälen wird er Gedanken fördern
wie ein Bergwerk Kohle,
zum Nutzen unseres Staats,
der Menschen in ihm.
...
Jedoch der Bau an dir
wird nie zu Ende zu sein.
Denn er heißt Friede!
Heißt: Kommunismus!
Heißt: die ganze Welt!
Dies sei der Mörtel,
der dich Haus,
im Herzen unserer Stadt Berlin
für stets zusammenhält!"

<21>

Das Jahr der Palasteröffnung und des IX. Parteitages der SED war von merkwürdiger Ambivalenz. Niemals vorher und niemals wieder hat es bei der Bevölkerung soviel Akzeptanz für die SED-Führung gegeben. Die neue Sozialpolitik trug ihre Früchte, die Entspannung im kulturpolitischen Bereich erfüllte manche mit Hoffnung, die internationale Anerkennung der DDR eröffnete vielleicht sogar die Möglichkeit, mehr zu reisen. Erich Honecker war mit dem IX. Parteitag auch persönlich auf dem Höhepunkt seiner Herrschaft angelangt. Und es war symbolisch, dass er diesen im neueröffneten Palast der Republik zelebrierte.

<22>

Im gleichen aber Jahr zerriss der tragische Opfertod des Pfarrers Oskar Brüsewitz den trügerischen Schein der Harmonie. Aus Protest gegen die Benachteiligung christlicher Jugendlicher verbrannte er sich am 18. August 1976 auf dem Marktplatz von Zeitz. Die dümmliche und brutale Reaktion der SED-Propaganda, der nichts anderes einfiel, als Brüsewitz zu diffamieren, verstärkte die politisch verheerende Wirkung des Vorfalls. Seit 1976 wurde die Kirche zunehmend zum Sammelpunkt oppositioneller Gruppen, die aus diesem Schutzraum heraus in der Gesellschaft agierten. Es ist kein Zufall, dass Wolf Biermanns erster Auftritt nach zwölf Jahren Verbot in einer Kirche stattfand: Im September 1976 sang und sprach er in der überfüllten Kirche in Prenzlau. Ein für das Regime gefährliches Bündnis zwischen kritischen Marxisten und aufmüpfigen jungen Christen schien sich anzudeuten.

<23>

In der Retrospektive mag man diesen Abend in Prenzlau als den ersten Vorboten des Wendeherbstes 1989 sehen. Ob das Konzert in Prenzlau den Ausschlag für die Ausbürgerung gegeben hat, ist unklar. Jedenfalls nutzte die SED-Führung den Auftritt Biermanns in Köln, um am 16. November 1976 dessen Ausbürgerung zu verkünden. Bereits am nächsten Tag verbreiteten die Nachrichtenagenturen einen Protestbrief bekannter DDR-Schriftsteller. Dass dies der Anfang vom Ende der DDR gewesen sei, wie manche später meinten, ist eher zu bezweifeln. Der Gongschlag des kollektiven Protestes blieb seltsam folgenlos und die Parteiführung verstand es nicht ohne taktisches Geschick, durch Ausreisegenehmigungen und Dauerpässe die einheitliche Fronde der Schriftsteller auseinanderzubringen. Dennoch löste die Ausbürgerung Biermanns im Jahre 1976 eine Vertrauens- und Legitimationskrise aus, die bis zum Ende der DDR immer tiefer werden sollte.

<24>

Die Gesellschaftspolitik der letzten beiden DDR-Jahrzehnte war rein defensiv. Neue Ideen fürchtete die Partei mehr als den imperialistischen Gegner. Seinen Ausdruck fand dieser Zustand in der fast resignativen Formel vom "real existierenden Sozialismus". Damit grenzte sich die Führung von jedem Erneuerungsversuch ab. Der höchste Anspruch des Sozialismus war es geworden, auch nicht viel schlechter als der Kapitalismus zu sein, dafür aber soziale Geborgenheit, Sicherheit und Vollbeschäftigung zu bieten. "Das ist ja wie im Westen" war das höchste Lob, das ein DDR-Bürger zu vergeben hatte.

<25>

Gerade diese Formel hörte man oft im Palast. Bundesdeutsche und ausländische Besucher sagten dies teilweise anerkennend, teilweise mit ironischen Unterton. Viele von ihnen hatten an der Universität gelernt, den Konsumterror als Mittel der repressiven Toleranz zu verachten. Das Ambiente war ihnen zu spießig, die Atmosphäre zu geleckt, das Personal zu lehrerhaft – immerhin registrierten sie die spottbilligen Preise, die sich durch einen Umtauschsatz von eins zu vier fast gegen Null reduzierten. Die DDR-Bürger wünschten sich ohnehin stets ein bisschen mehr Konsumterror und wussten auch, dass repressive Toleranz immer noch besser ist, als repressive Intoleranz.

<26>

Mit oder ohne Westbesuch – wir waren oft und gerne in "Erichs Lampenladen" und ich glaube, ich fände auch heute noch in einem virtuell wiedererstanden Palast mit geschlossenen Augen die verschiedenen Restaurationen und Einrichtungen. Gleich links neben dem Haupteingang war das Espresso. An Wochentagen hatte man vormittags eine Chance, ohne Wartezeit einen Platz zu bekommen. Man hatte dann einen weiten Blick über den normalerweise als Parkplatz genutzten asphaltierten Aufmarschplatz. Dort standen tagsüber zwischen den Bogenlampen säuberlich aufgereiht die Trabis und Wartburgs von Mitarbeitern der umliegenden Dienststellen.


Abb. 4 Traditionelle Ehrenparade der NVA zum 28. Jahrestag der DDR-Gründung am 7. Oktober 1978, Copyright: Bundesarchiv, Bild 183-T1007-0004 / CC-BY-SA 3.0

<27>

Dahinter erhob sich die blau-weiß gestreifte Fassade des Außenministeriums, linkerhand im Winkel von fast genau neunzig Grad befand sich das Staatsratsgebäude, so dass die drei Gebäude ein nach einer Seite offenes Rechteck bildeten. Die Sicht war vielleicht nicht sonderlich abwechselungsreich, dafür aber sehr ordentlich und übersichtlich. Wenn es dunkel wurde, strahlte der Vorplatz des Palastes mit seinen Riesenmasten den Charme eines Betriebshofes einer Autofirma aus. Auch sonst war die Gegend um den Palast nach Einbruch der Dunkelheit von öder Leere. Selten irrten Spaziergänger über die großen Freifächen und die uniformierten Posten waren meist ungestört. In einer Sommernacht in jenen Jahren eilte ich mit amerikanischen Gästen dem Checkpoint Charlie entgegen. Die Amerikaner fragten angesichts der leergefegten Innenstadt allen Ernstes, ob in Ost-Berlin Ausgangssperre herrsche.


Abb. 5 Der Palast der Republik an der Spreeseite des Marx-Engels-Platzes, April 1986, Copyright: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0424-304 / Junge, Peter Heinz / CC-BY-SA 3.0

<28>

Ein wirklicher Magnet für alle Berliner und die Gäste der Hauptstadt waren die vielfältigen gastronomischen Einrichtungen des Palastes. Gerade für Besucher aus den anderen Bezirken der DDR erschienen sie wie ein Wunderland. Wer durch das Foyer weiter geradeaus ging, kam zu der erwähnten Milchbar. Nach ihrem Besuch lohnte sich ein Spaziergang durch die Wandelgänge des Palastes. Rechts, etwas versteckter, befand sich die amphitheatralische Mokkabar. Dort saß man in dezenter Beleuchtung und durch Grünpflanzen abgeschirmt. Bemerkenswerter war der danebenliegende Kiosk des Postzeitungsvertriebs. Dort bekam man seltene Herrlichkeiten. Aufgrund der Papierknappheit wurden im Laufe der Jahre immer mehr Druckerzeugnisse Mangelware. Uneingeschränkt lieferbar war eigentlich nur noch das theoretische Organ des Zentralkomitees der SED, die "Einheit", dessen Lektüre selbst für geschulte Funktionäre "Strafarbeit" war. Ansonsten war alles knapp. Im letzten Jahr der DDR feierte sogar das "Neue Deutschland" einen späten Triumph der sozialistischen Pressepolitik und war an den normalen Zeitungskiosken oft bereits in den frühen Morgenstunden ausverkauft. Im Palast jedoch gab es Sonderkontingente. Auffallend waren auch die frischen Schnittblumen im Palast, die ansonsten eine Mangelerscheinung darstellten. Kein Wunder, dass die Menschen sich noch heute gerne an die Stätten dieser Freuden erinnern.


Abb. 6 Blick in eine der zahlreichen gastronomischen Einrichtungen des Palastes der Republik, April 1976, Copyright: Bundesarchiv, Bild 183-R0422-405 / Link, Hubert / CC-BY-SA 3.0

<29>

Ein weiterer Anlass, zum Palast zu eilen, waren die Telefonapparate. Wer trotz jahrelanger Wartezeiten noch keinen privaten Telefonanschluss hatte, war auf die öffentlichen Münzfernsprecher angewiesen. Diese waren in der Stadtlandschaft spärlich vertreten, dafür aber häufig defekt. Das Austauschbedürfnis dagegen war groß, und so bildeten sich auf den Postämtern am Alexanderplatz und im Bahnhof Friedrichstraße lange Schlangen vor den Telefonzellen. Für Insider war der Palazzo oft der letzte Rettungsanker. Hier gab es funktionierende Apparate, die auch am Wochenende zugänglich waren, wenn die Postämter geschlossen hatten.

<30>

Ein Geheimtipp war das Postamt im Palast auch in anderer Beziehung. Dort konnte man sonn- wie wochentags ohne Sammlerausweis die vollständigen Sätze der Sonderbriefmarken erwerben. Zu besonderen Anlässen gab es Sonderstempel und Ersttagsbriefe. Der Briefmarkenverkauf war jedoch nicht nur für Philatelisten interessant. Alle, die der DDR-Standardwerte überdrüssig waren, konnten hier die begehrten unpolitischen Sondermarken mit Landschaften oder Blumen- und Tiermotiven kaufen.

<31>

Man hat die DDR eine Erziehungsdiktatur genannt. Bezogen auf die eigentlichen Erziehungseinrichtungen von den Kinderkrippen bis zu den Universitäten ist das wohl übertrieben. Und auch Volkspolizei und Staatssicherheit griffen nur in Fällen extremer Abweichung von der gebotenen Verhaltensnorm ein. Eine real wirksame Erziehungsdiktatur wurde vor allem von Handwerkern, Verkäufern, Taxifahrern und Kellnern ausgeübt. Wer den Mangel verwaltet, hat wirkliche Macht und damit auch Autorität.

<32>

Die Gesetze der Mangelwirtschaft waren auf den paar tausend Quadratmetern des Palastes nicht gerade außer Kraft gesetzt, aber doch wesentlich gemildert. Es gab in der Tat höfliche Kellner, gute Speisen zu moderaten Preisen und saubere Toiletten. Dennoch waren auch die Kollegen der Gaststättenkollektive im Palast nicht gänzlich ohne pädagogischen Ehrgeiz. Wer hochmütig an einem der ausgehängten Schilder "Sie werden von den Kollegen des Gaststättenkollektivs plaziert" vorbeischritt, wurde durch Handbewegungen zurückgescheucht und angefaucht: "Sie verstehen wohl nicht Deutsch?" oder "Sie können wohl nicht lesen?" Wenn jemand auf diese rein rhetorisch gemeinte Frage ein Probestück dieser Kunst abzuliefern versprach und das Buch "Der Gast hat das Wort" verlangte, wurde das nur als zusätzliche Frechheit geahndet.

<33>

Die Platzierung wurde grundsätzlich vom Kellner vorgenommen und es konnte vorkommen, das in einem vollkommen leeren Restaurant mehrere Gäste an einen Tisch gesetzt wurden, damit der Kollege nicht so viel zu laufen brauchte. So wurde der Zusammenhalt der Menschengemeinschaft gestärkt, und die Gäste wurden zur Achtung vor der körperlichen Arbeit erzogen. Wer etwa unordentlich seinen Mantel über die Stuhllehne warf wurde belehrt, dass er diesen in der Garderobe abzugeben hätte. Und die Garderoben waren tatsächlich gigantisch. Es soll im Palast 4.964 Aufhängungsmöglichkeiten gegeben haben.

<34>

Es mag sein, dass dieses permanente Insistieren auf ordentliches Mantelaufhängen nicht allein durch den Ordnungssinn, sondern auch durch Sicherheitsbedürfnisse diktiert war. Denn Sicherheit wurde großgeschrieben. Dem Wachregiment Feliks Dzierzynski des Ministeriums für Staatssicherheit oblag der Schutz des Objektes. Ihre Befehlszentrale verbarg sich im ersten Geschoss des nahegelegenen Marstalls. Dort wurde auch über Monitore die Umgebung des Palastes beobachtet. Es soll siebzehn Überwachungskameras gegeben haben.

<35>

Ergänzt wurde das Sicherheitssystem durch die Gruppe Ordnung und Sicherheit, Mitarbeiter der Kriminalpolizei und der hauseigenen Bewachungskräfte. Die Situation an Tagen, in denen im Palast Politveranstaltungen stattfanden, schildert ein ehemaliger leitender Mitarbeiter des Palastes: "Da sperrte man den Großen Saal auch für uns hermetisch ab. In den angrenzenden Revieren stöberte das Bombensuchkommando herum und ließ sich selbst von offenen Klimaschächten und Müllcontainern nicht abhalten. Überall standen Wachposten, als wäre der Belagerungszustand ausgerufen worden."

<36>

Vera Oelschlegel erinnerte sich: "Die Staatssicherheit überprüfte mindestens drei Monate lang jeden, der im Palast eingestellt werden sollte. Besonderes Gewicht wurde auf 'Westverbindungen' gelegt. Das TiP war das einzige Theater in der DDR, dem durch seine Unterstellung so eine Überprüfung zugemutet wurde. Für mich als Intendantin bestimmte die Staatssicherheit, wer überhaupt im Theater arbeiten sollte."2 Die scheinbare Idylle war bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet. Das galt für die DDR insgesamt, wie für den Palast im Besonderen.

<37>

Mit einem finanziellen Aufwand, der aus heutiger Sicht betriebswirtschaftlich nicht zu vertreten gewesen wäre, unterhielt die SED-Führung eine künstlich am Leben erhaltene Insel der Glückseligen. Insofern kann man den Palast der Republik auch wirtschaftspolitisch als sinnfälligen Ausdruck des Gesamtsystems begreifen. Unter dem Signum "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" wurde die DDR in die Pleite getrieben. Seit Beginn der siebziger Jahre verschoben sich ständig die Relationen zwischen Konsumtion und Investition zugunsten des Verbrauchs. Ohne reale Deckung wurden sozialpolitische Geschenke verteilt, die zunehmend von westlichen Banken finanziert und durch Bundesbürgschaften garantiert waren. Dahinter stand die Furcht vor einer politischen Destabilisierung des Systems, die schließlich auch die westlichen Gläubiger teilten. Der Untergang der DDR hatte denn auch alle Züge eines betrügerischen Bankrotts. Bilanzen wurden gefälscht, eine falsche Prosperität vorgetäuscht, Gläubiger hingehalten, und als es zum Crash kam, machten sich die Verantwortlichen klammheimlich davon, nicht ohne vorher auch privat die Kasse geplündert zu haben. Die unverantwortlich hohen Ausgaben für Bau und Unterhalt des Palastes bis hin zu den subventionierten Gaststättenpreisen waren Ausdruck dieser Politik.

<38>

Im Palast manifestierte sich der inszenatorische Charakter des Staatswesens. Die DDR war ein Stück absurdes Theater, bei dem die Grenzen zwischen Inszenierung und Wirklichkeit verschwammen.

<39>

Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass die Komparserie zufrieden war. Im Park von Trianon bei Versailles siedelte man in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts auf Wunsch der Königin Marie Antoinette einige echte Schweizer an. Sie lebten innerhalb der Parklandschaft in fein zurecht gemachten Almhütten, züchteten Rinder und Schafe und produzierten Käse. Die Hofgesellschaft liebte es, nach durchzechten Nächten in die Schweizer Hütte einzukehren und einen Schluck frischer Kuhmilch zu trinken. Das war ganz im Sinne von Rousseaus Rückkehr zum naturverbunden Leben und zeugte von der Liebe zum einfachen Volk. Die Schweizer lebten nicht schlecht und waren unglücklich, als sie nach der Revolution davongejagt wurden.

<40>

Der Palast war das "Schweizer Dorf" der DDR, er hatte mit der Wirklichkeit so viel zu tun wie die Schäferspiele in Petit Trianon mit der harten Lebenswirklichkeit der Almbewohner im 18. Jahrhundert. Die Herrschenden ergötzten sich am friedvollen Dasein der inszenierten Pseudoidylle innerhalb eines morbiden Gesamtsystems. Der Palazzo stellte die symbolhafte Inkarnation der Honecker-Ära dar: eine inszenierte Klein-DDR als Gesamtkunstwerk. Zwischen den Schinkelstuben am Spreeufer und dem Bistro im vierten Geschoss war der Staat der kleinen Leute Realität geworden. Der Palast war die erträumte DDR.

<41>

Sein Untergang nach dem Ende der DDR war zwangsläufig. Ein Palazzo der kommerzialisierten Beliebigkeit mit den gleichen Einkaufs- und Fressmeilen wie am Bahnhof Alexanderplatz oder am Potsdamer Platz wäre ein trauriger Abglanz der großen Zeit gewesen. Den alten Palast wird es nie wieder geben und den vor dreißig Jahren versprochenen Becher mit flambiertem Eis haben wir irgendwo anders verspeist.

Doch das Gleichnis vom Pfennig will mir nicht aus dem Sinn. Es scheint ein mögliches Erklärungsmuster für die seit der Schließung grassierende Palast-Nostalgie. Auch hier obwaltet eine Umkehrung der Kausalkette von Ursache und Wirkung. Der ebenso monströse wie sterile Riesenkarton war stets so gut besucht, weil das sonstige Angebot an Freizeitmöglichkeiten so erbärmlich schlecht war. Die Inszenierung "glückliches und zufriedenes Volk an den Stätten des Frohsinns" hat funktioniert, weil die Statisten am Weglaufen gehindert waren. Das gilt für die kleine Kunstwelt Palast der Republik wie für das große Staatskunstwerk namens Deutsche Demokratische Republik. Der Palast der Republik – seine Entstehung, seine dreizehnjährige Blütezeit und sein Verfall – sind eine Parabel auf die DDR und die Erinnerung an sie.

Autor:

Dr. Stefan Wolle
Wissenschaftlicher Leiter
DDR-Museum Berlin
stefan-wolle@t-online.de



1 Vera Oelschlegel, "Wenn das meine Mutter wüßt." Selbstporträt, Frankfurt a. M., u.a. 1991, 43.

2 Oelschlegel: "Mutter" (wie Anm. 1), 141.

Lizenzhinweis: Dieser Beitrag unterliegt der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung (CC-BY-NC-ND), darf also unter diesen Bedingungen elektronisch benutzt, übermittelt, ausgedruckt und zum Download bereitgestellt werden. Den Text der Lizenz erreichen Sie hier: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/

PSJ Metadata
Stefan Wolle
Der Palast der Republik als erträumte DDR
de
CC-BY-NC-ND 4.0
PDF document wolle_palast.doc.pdf — PDF document, 968 KB
S. Wolle: Der Palast der Republik als erträumte DDR
In: Ein öffentlicher Ort: Berliner Schloss – Palast der Republik – Humboldt Forum. Beiträge des fünften Colloquiums in der Reihe „Kulturgeschichte Preußens – Colloquien“ vom 3. und 4. November 2016, hg. v. Jürgen Luh (KultGeP - Colloquien, 5)
URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/kultgep-colloquien/5/wolle_palast
Veröffentlicht am: 22.08.2017 11:35
Zugriff vom: 07.04.2020 09:20
abgelegt unter: