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S. Gawlas: Statement

Lelewel-Gespräche 4/2011

Sławomir Gawlas

Statement zur Diskussion

Gab es das "Dienstsystem" im mittelalterlichen Polen – oder was war das ius ducale?

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Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich in den polnischen verfassungs- und rechtsgeschichtlichen Lehrbüchern ein bestimmtes Bild von der Organisation des frühen Piastenstaates vor dem Einsetzen der Immunitätsbewegung und der Kolonisation zu deutschem Recht ein Bild eingeprägt. Dieses Bild umfasst die Sozialstruktur, die Grundlagen der herzoglichen Macht, die dieser Macht gebührenden Leistungen und Einkünfte, die Hofämter und Territorialverwaltung durch Kastellane und wird mit dem Begriff "Epoche des Fürstenrechts" auf den Punkt gebracht. Mit diesem Bild ist zugleich die Überzeugung von einer langanhaltenden Stabilität der staatlichen Ordnung in den polnischen Gebieten und deren Sonderentwicklung gegenüber dem 'Westen' sowie ein Rückgriff auf die retrogressive Methode und die Informationen aus den Immunitätsurkunden des 13. Jahrhunderts verbunden.

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Die Interpretation des Quellenmaterials ist abhängig von den allgemeineren Vorstellungen über die Organisation des Staates und die Struktur der Gesellschaft, die die Historiografie im Verlauf der langen Forschungsentwicklung geprägt haben. Deshalb muss mit Nachdruck unterstrichen werden, dass das Problem der dienstbaren Bevölkerung in beträchtlichem Maße historiografischen Charakter trägt. Die Dekonstruktion der verschiedenen Faktoren, aus denen sich die in der wissenschaftlichen Literatur funktionierenden Vorstellungen zusammensetzen, erfordert weitreichende Kompetenzen und ausführlichere Analysen. Es gibt viele alternative Konzeptionen, die sich auf unterschiedliche generelle Prämissen gründen. Die synthetisierenden Erfassungen sind bemüht, unterschiedliche Standpunkte zu berücksichtigen, und haben zwangsläufig einen mehr oder weniger eklektischen Charakter. Ich verstehe diese Feststellung nicht als Vorwurf, sondern als ein Echo der Verworrenheit der analytischen Ausführungen und der fehlenden Möglichkeit einer eindeutigen Lösung der Interpretationsdilemmata. Vor Jahren hat – nicht ohne Erfolg – Benedykt Zientara versucht, mit ihnen fertigzuwerden. In dieser Situation muss sich die Präsentation des Forschungsstandes auf die Analyse der Hauptströmung der letzten Phase der Diskussion stützen, die die Untersuchungen von Kariol Buczek und dessen langjährige Polemik mit Karol Modzelewski betrifft. Analytische Haarspaltereien, gegenseitige Entlehnungen und Inspirationen sowie Modifizierungen und eine gewisse Evolution der Ansichten in Verbindung mit der Aufstellung allgemeinerer Modelle machen die Perzeption dieser Polemik schwierig. Während Buczek zumeist darlegte, womit er absolut nicht einverstanden war, konstruierte Modzelewski elegante und transparente Modelle. Unabhängig davon mischen sich in diesen Polemiken ständig auf den Quellen basierende Beobachtungen mit deren intensiver Interpretation, die sich auf verschiedene, nicht den Quellen selbst entstammende Prämissen und Vorstellungen stützt, so dass die detaillierten Ausführungen von Unbeteiligten nur schwer zu kontrollieren sind. Ich verfolge diese Diskussion seit 40 Jahren und werde diesen Eindruck auch weiterhin nicht los. Als ich 1988 nach Deutschland ging, verstand ich die Thesen beider Forscher als eine gewisse Grundlage zur Analyse der durch die Kolonisation zu deutschem Recht eingeführten Veränderungen. Aber relativ schnell wurde mir klar, dass sehr viele Elemente des so genannten "Fürstenrechts" völlig offensichtliche Parallelen zu Phänomenen besitzen, die nur etwas älter sind. Es war kaum anzunehmen, dass die Gebiete Mitteleuropas vor der Kolonisation zu deutschem Recht die Rolle eines Vorläufers gegenüber den westlichen Nachbarn erfüllt hätten. Die polnischen Gebiete, die eine Peripherie der großen lateinischen Welt bildeten, funktionierten mindestens seit ihrer Christianisierung in zwei Zeiten: einer Zeit der inneren Dynamik sozialer Wandlungen und einer Zeit der Einwirkung externer Einflüsse und Adaptation fremder (westlicher) Standards.

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Die Bezeichnung "Fürstenrecht" war in den 1950er-1960er Jahren keineswegs neu, erlangte aber erst durch Karol Buczek größerer Verbreitung. Buczek bediente sich dieses Begriffs von Anbeginn seiner Forschungen mit voller Überzeugung. Den Impuls zur vollständigen Darlegung seiner Ansichten lieferte das Erscheinen des auf schlesischem Material basierenden Buches von Joachim Menzel, der im Einführungsteil (meine Meinung nach korrekt) die Bedeutung des Terminus ius ducale in den Quellen des 13. Jahrhunderts aufzeigte. 1 Seit 1230 tauchte dieser in den Urkunden zuerst in Schlesien auf und bedeutete dort vor allem die dem Herzog vorbehaltene höhere Gerichtsbarkeit. Mit der Zeit umfassten die iura ducalia im Plural dann auch andere herzogliche Rechte und Monopole. Dieser Terminus kam übrigens im 13. Jahrhundert nicht allzu häufig in den Urkunden vor. 1966 verteidigte Karol Buczek entschlossen die Berechtigung der Anwendung des Begriffs ius ducale auf die gesamte Epoche des 11.-13. Jahrhunderts. Doch der Begriff tritt in den Quellen tatsächlich erst im 13. Jahrhundert in Erscheinung, wobei seine Bedeutung nicht eindeutig ist. Dennoch bemühte sich Buczek in einer ausführlichen polemischen Abhandlung darum, eine ältere Herkunft der mit diesem Begriff verbundenen Rechte auf Regalien sowie die Erhebung von Lasten und Abgaben zu beweisen. Das "Fürstenrecht" sei danach ein Teil des 'polnischen Rechts' gewesen. Zu ihm hätten die "seit jeher existierenden" Rechte der Herrscher gehört. "Die 'alten' Leistungen und Einrichtungen des Fürstenrechts hätten in ursprünglicher oder nur wenig veränderter Form bis zum Untergang der frühfeudalen Ordnung überdauert, deren wichtigsten Bestandteil sie gebildet hätten. Dieser Untergang sei in Niederschlesien schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts erfolgt, in den von Władysław Ellenlang vereinigten Teilfürstentümern zu Beginn des 14. Jahrhunderts und in Masowien und im Oppelner Schlesien in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts." 2 Irregeführt von der Gegenüberstellung der Leistungen des polnischen Rechts in den Quellen im Vergleich zu denen des deutschen, unter dem vor allem die Freiheiten der neuen Siedler verstanden wurden, verknüpfte Buczek Phänomene aus verschiedenen Zeiten zu einer Konstruktion. Damit stellte er das "Fürstenrecht" den "Gruppenrechten" der Untertanen gegenüber. Diese Beziehung habe öffentlich-rechtlichen Charakter besessen und sei bereits zu Beginn der Staatlichkeit entstanden. Sie sei aus den von den Stammesgemeinschaften übernommenen Rechten erwachsen, welche die Grundlage der herzoglichen Grund- und Bodenregalien gebildet hätten.

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Der prinzipielle Abriss von Buczeks Konstruktion entstand schon in seinen ersten Publikationen im Jahre 1957, in denen er erklärte, er würde das, was er über "die sozio-ökonomische und politische Ordnung des frühfeudalen Polen" schreibe, "auf eine komplexe, auf die Gesamtheit aller verfügbaren Quellenmaterialien gestützte Neubearbeitung gründen." 3 Buczek ging von einem "Zerfall der patriarchalischen Gemeinschaftsordnung" aus, "auf deren Trümmern zuerst eine Ordnung der Militärdemokratie (Gau- [ opole- ] und Stammesgemeinschaften) und später der halbpatriarchalen frühfeudalen Monarchie (Verfassung des Fürstenrechts) entstand[en sei]. Entgegen den bisherigen Ansichten zu diesen Dingen war in dieser Ordnung kein Platz für freie Bauern als Grundbesitzer. Denn alle, die erbliches Land besaßen, mussten Dienste für den Monarchen leisten. Diejenigen von ihnen, die aus diesen oder jenen Gründen keinen Militärdienst zu Pferde leisteten […], wurden notgedrungen zu unfreien Erbbauern und mussten bäuerliche Dienste leisten, die durch eines der […] bäuerlichen Gruppenrechte definiert waren. In der Konsequenz waren sie nur erbliche Nutzer des von ihren Vorfahren oder durch herzogliche Verleihung erhaltenen Bodens. Denn anderes Land außer dem herzoglichen und ritterlichen Boden gab es zu Beginn der frühfeudalen Ordnung bei uns nicht und konnte es auch gar nicht geben." 4 Im Zusammenhang damit gelangte Buczek zu dem Schluss, dass die Sozialstruktur des frühfeudalen Polen aus fünf großen Bevölkerungsgruppen bestand: "freie Gutsherren und Krieger [Wlodyken] (im Besitz des Ritterrechts), freie Bauern ( hospites , Ackerbauer [ rataje ] usw.), unfreies Hofgesinde und ascriptici " sowie herzogliche Erbbauern. 5

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Eine zentrale Rolle in Buczeks Argumentation spielte eine Urkunde Heinrichs des Bärtigen für das Kloster Trebnitz aus dem Jahr 1204, die bereits von Roman Groidecki und Kazimierz Tymieniecki eingehend analysiert worden war. 6 Buczek trug viel Neues zur richtigen Interpretation dieser Urkunde bei. So zeigte er, dass Herzog Heinrich der Bärtige selbst der Schöpfer jener wirtschaftlichen Lösungen war, mit denen die auf Getreideproduktion eingestellten großen Klosterwirtschaften organisiert wurden. Um die Bevölkerung des Trebnitzer Bezirks zu vergrößern, siedelte der Herzog Zehntschafter [decimi] aus seinem Gesinde entsprechend dem (schon im 12. Jahrhundert bezeugten) Gästerecht sowie Dienstleute an. Letztere hörten in ihrer Mehrheit auf, die bisherigen Dienste zu leisten und übernahmen einen landwirtschaftlichen Beruf. Die Höhe der neuen Leistungen an Getreide, Honig, Geld und Arbeitslöhnen hing im Allgemeinen von der Höhe des Zugtierbestandes in der Wirtschaft ab. Angesichts der Veränderung des Charakters der Lasten verwundert es, dass in der Urkunde notiert wurde: nullus [...] in posterum de dictis ministerialibus in indicto eis officio presumat removere . 7 Wenn "die Namen der Berufe nicht automatisch die Art der Leistungen der Siedler bedeuten, denn diese wurden in jedem einzelnen Fall – individuell oder für die Gruppe – expressis verbis normiert", 8 und die Dienstleute aufhörten, ihre Berufe auszuüben, wozu wurden sie dann erwähnt? Die neuen Pflichten wurden individuell festgelegt, wiesen aber beträchtliche Unterschiede auf. Den hospites wurden einheitliche Abgaben zuerkannt. Dies betraf in hohem Grade die Hofbediensteten und andere Kategorien der herzoglichen Bevölkerung. Buczek zog aus dieser Beobachtung die Schlussfolgerung, dass "die grundlegende Richtlinie, von der man sich bei der Festlegung der neuen Leistungen der Untertanen leiten ließ, ihre frühere Zugehörigkeit zu den verschiedenen Gruppen der herzoglichen Bevölkerung war." Gründe rechtlicher Natur erklären den Sinn "der Nennung ihrer beruflichen Profession bei der überwiegenden Mehrheit der Siedler". " Höchstwahrscheinlich [Hervorhebung S. G.] stellten […] die neuen officia aller Arten der dienstbaren Bevölkerung sowie der Narok-Bauern [ narocznicy ] mutatis mutandis ein Äquivalent der alten dar. Die Ungleichmäßigkeit der Leistungen der Trebnitzer Siedler von 1204 ist somit in höherem oder geringeren Grade ein Exponent der früheren Ungleichmäßigkeit ihrer sozio-ökonomischen und rechtlichen Situation." Diejenigen, die vor ihrem Übergang zum Eigentum des Klosters eine bessere Position in der Hierarchie innehatten, hatten jetzt genauso wie früher geringere Lasten zu tragen. Für die herzoglichen " famuli , deren ökonomische Situation sich veränderte, änderte sich gleichzeitig nichts an ihrer sozio-rechtlichen Kondition". Dies war dadurch verursacht, dass Gruppenrechte die Position der herzoglichen Bevölkerung regulierten. 9

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Wie bereits erwähnt, besaßen die Gruppenrechte nach Buczek öffentlich-rechtlichen Charakter und bildeten das grundlegende Gegengewicht zu den herzoglichen Rechten. In den Quellen bezeugt ist die Existenz folgender Rechte: des ius militare für Ritter bzw. Krieger [Wlodyken], das ius, quod lasanki dicitur für halb nomadische Schwendbauern/Waldbrenner [łazęki]),das ius aratorum für Ackerbauern [ rataje ], das mos liberorum hospitum für die freien Gäste und das ius ascripticium für die so genannten ascriptici . Diese Überlieferungen bilden eine Analogie, die zu schlussfolgern erlaubt, dass es in Wirklichkeit unvergleichlich mehr Rechte gegeben haben muss. Die Gruppenrechte "bestimmten die im gesamtstaatlichen Maßstab festgelegten Normen der Lasten und Rechte, die vom Vater jeweils auf die Söhne vererbt wurden." 10 Somit definierten sie die Pflichten eines jeden Untertanen gegenüber dem Herzog sowie seinen sozialen Status. Für die verschiedenen Bevölkerungskategorien musste es jeweils eigene Rechte geben. Ähnliche Prinzipien sollten ihre Beziehung zum Grundherren geregelt haben. "Dank […] des Besitzes eines solchen Rechts trug jede dieser Gruppen einen besonderen Namen, bildete somit eine für sich abgesonderte Zelle in der Organisation der frühfeudalen Gesellschaft und nahm in dieser Organisation einen bestimmten Platz ein. Dieser hing vor allem vom Verhältnis der 'Haben'- zur 'Soll'-Seite ab, d.h. von der Menge und Qualität der eigenen Rechte gegenüber den Rechten des Herzogs bzw. des Grundherren. Am günstigsten gestaltete sich diese Proportion im Ritterrecht, besser gesagt im 'Wlodykenrecht' ( ius militare ), am schlechtesten, weil mit einem Nullwert auf der 'Haben'-Seite, für das unfreie Gesinde, insbesondere das Hofgesinde." 11

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Der Terminus und die Konzeption der Gruppenrechte bildeten in Buczeks Auffassung, wie es scheint, den Überbau einer hypothetischen Interpretation der Trebnitzer Urkunde, die andere Faktoren unberücksichtigt ließ, so etwa die ökonomische Differenzierung, die zum Bewirtschaften beorderte Bevölkerung und deren Fertigkeit in der Landwirtschaft. Sowohl die Rechte der Herrschenden als auch die Pflichten ihrer Untertanen gründeten im monopolistischen System des Fürstenrechts nach Buczek auf dem allgegenwärtigen Brauch. Für ihn war die Sache eindeutig. Daher dürfe man die bloßen Begriffe der herzoglichen und der Gruppenrechte nicht buchstäblich als das Echo eines abstrakten Rechtssystems behandeln. Die metaphorische Bedeutung war in gewissem Maße berechtigt, entging aber leicht der Aufmerksamkeit in einer Situation, in der der Dauerhaftigkeit der sozialen Beziehungen, die "ein für allemal durch das Fürstenrecht und das seine Umkehrung bildende jeweilige Gruppenrecht, das eventuell durch ein Privileg geändert werden konnte" definiert waren 12 , große Bedeutung beigemessen wurde. Die historische Periodisierung und die angenommene Sprachkonvention der analytischen Terminologie ist kognitiv keineswegs beliebig. In Bezug auf eine orale Gesellschaft muss man mit dem Gebrauch des Begriffs "Recht" vorsichtig sein. Deshalb halte ich die Konzeption der herzoglichen und der Gruppenrechte als Garanten der sozialen Ordnung für eine unhaltbare Konstruktion, die darüber hinaus weitreichende und negative Konsequenzen hat. In Bezug auf die spezialisierten Gruppen der bäuerlichen Bevölkerung muss eher von deren sozialem und beruflichem Status gesprochen werden.

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Bei seiner eindringlichen Untersuchung des Inhalts der Urkunden, vornehmlich aus dem 13. Jahrhundert, berief sich Karol Buczek gern auf äußere Analogien, verwies aber deutlich auf die Spezifik der Gesellschaftsordnung des piastischen Polen und deren Unterschiede gegenüber Westpommern, Böhmen oder Ungarn. Den prinzipiellen Bestandteil des Fürstenrechts sollten die "mannigfaltigen Monopole, d.h. die so genannten Regalien ( iura ducalia, regalia ), und zwar": Landregal, Waldregal, sich daraus ergebende Jagdregal, Wasser-, Bergbau-, Wege-, Handels-, Münz- und Burgregal gebildet haben. Ihre Wurzeln reichten für Buczek bis in die Stammeszeit zurück. Das habe auch für die meisten Leistungen und Dienste gegolten, "denn die Gesellschaft hätte nie zugelassen, dass ihr so weitgehende Beschränkungen auferlegt wurden, und es gab damals keine Kraft, die sie dazu hätte zwingen können." 13 Als letztere nannte Buczek die von den Piasten in Besitz genommenen Leistungen zugunsten der Gemeinschaft für "die individuelle Nutzung des Gemeineigentums (Fischerei-, Honig-, Zucht- und Industrieabgaben)", militärische Leistungen, öffentliche Arbeiten sowie polizeiliche und Gemeindefunktionen (Funktionen ds. opole ). Die Sache war jedoch nicht eindeutig. Buczeks Vermutungen waren nicht präzise genug, und der Gelehrte nahm für einen Teil der Abgaben eine staatliche Genese an. Dazu gehörten: die Hornviehsteuer [ powołowe ], Pflugsteuer [ poradlne ], Rauchfangsteuer [ podymne ], der Schlachtfleisch [ narzaz – Aufschnitt], die Gastungspflicht [ stan ] und das Hofplatzgeld [ podworowe ], die Gemeindeabgabe [ danina opolna ], Jagd- und Verkehrslasten. Einige Leistungen und Dienste unterlagen mit der Zeit einer Ablösung durch Geldleistungen. Späterer Herkunft waren auch einige Regalien: das Münz-, das Juden-, das Geleitregal ( conductus ) für fremde Kaufleute und das Lokationsregal. 14 Unabhängig von der großen Menge der auf den Quellen beruhenden analytischen Feststellungen muss die sie stützende generelle Konzeption in Frage gestellt werden, weil sie die (aus der äußeren Perspektive recht offensichtliche) Rezeption des im Verlauf des 12. Jahrhunderts erarbeiteten Verständnisses der Territorialherrschaft nicht berücksichtigt, die sich auf die während des Investiturstreites präzisierte Konzeption der Regalien gründete. Man muss auch die Nebenwirkungen der zu fiskalischen Zwecken von oben erzwungenen Monetarisierung der herzoglichen Einkünfte in Form des Strebens nach Einsparung der Geldausgaben und nach Ausweitung der Dienstleistungen beachten. Wenn wir an der Bezeichnung "Fürstenrecht" festhalten wollen, dann müssen wir anerkennen, dass sie vor allem eine neue Ideologie der Territorialherrschaft bezeichnete, die im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts adaptiert wurde. In diesem Verständnis ging das System des "Fürstenrechts" der Kolonisation zu deutschem Recht selbst nur verhältnismäßig unbedeutend voraus und funktionierte bis ungefähr zur Mitte des 13. Jahrhunderts parallel zu ihr.

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Ausgestattet mit einer Vision der Prinzipien der sozio-ökonomischen und politischen Ordnung des piastischen Polen plante Karol Buczek eine ganzheitliche und analytische Erforschung des Status' aller Bevölkerungsschichten: des Rechts der Ritterschaft, der Märkte und Städte zu polnischem Recht sowie der Bauern. Von diesem großen Werk verwirklichte er nur fragmentarische Arbeiten, den Rest präsentierte er in umfangreichen Abrissen.

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Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erörterten polnische Historiker die Bedeutung der dienstbedingten Ortsnamen. Als am Ende des Jahrhunderts ein Grundensemble der den Status der Bauern und ihren Ort in der Organisation des Staates betreffenden Probleme entstanden war, wurde die dienstbare Bevölkerung mit den Bedürfnissen der Burgorganisation in Verbindung gebracht. In der Zwischenkriegszeit stellte Roman Grodecki in seiner bereits erwähnten Polemik mit Kazimierz Tymieniecki die ausschließliche Unterordnung der Dienstsiedlungen unter die Burgsiedlungen in Frage 15 . Aber erst für Buczek wurde der Status dieser Gruppe zu einem zentralen Problem der sozio-ökonomischen Ordnung des Staates. Bei der Interpretation der Trebnitzer Urkunde hegte er keinen Zweifel daran, dass die von Heinrich dem Bärtigen zur Versorgung des Klosters abgestellten Siedler, die mit Angabe ihrer früheren "beruflichen" Profession erwähnt wurden, herzogliche Dienstleute waren. Der umfassenden Analyse dieses Problems widmete er ein gesondertes Buch, in dem er die Urkundenerwähnungen von Personen, die dienstbare "Berufe" ausübten, mit einem breit bezeugten toponomastischen Material verglich 16 . In seinem Bestreben, den Charakter der Pflichten und der sozialen und rechtlichen Kondition aller quellenmäßig erfassbaren Dienstleute zu bestimmen, berücksichtigte der Autor über 40 Spezialisierungen, die er in vier Kategorien einteilte: Hof-, Jagd-, Zucht- und Industriedienste. 17 Zum Hofdienst gehörten: Kämmerer ("sie waren so etwas wie niedere Fiskal- und zugleich Gerichtsbeamte"), Lägler (łagiewniki als Bierbrauer und Methersteller begleiteten sie die Herzöge oft auf ihren Reisen durchs Land"), Bäcker und die hypothetischen Mehlhersteller (mączniki in Ortsnamen bezeugt), Köche (sicher erfüllten sie auch Metzgerfunktionen), Gehilfe des Truchsess ( podstolice - subdapiferi zur Bedienung der Tafel des Herrschers) und Pferdeknechte (zeitweise Aufzucht der herzoglichen Pferde), Zeltbauer (żyrdnicy - Transport und Aufstellen von Zelten), Viehheger (Sammeln und Pflege des dem Herrscher gehörenden Viehs) und Stallknechte (Aufsicht über die Ställe), Wäscher und Bader (nur in der Toponomastik) sowie die hypothetischen Heizer. Zum Jagdienst gehörten: Falkner und Habichtfalkner (Vorbereitung der Vögel und Begleitung des Herzogs), Hundehalter (Aufzucht und Dressur der Hunde), Biberfänger (Aufseher des Bibermonopols), Schützen und andere Jagddienste, Jäger mit Netzen, "Aufspürer", zakłodnicy (wahrscheinlich Schützer der Waldgehege), Fuchsjäger, Vogelfänger. Trotz ihrer schwachen Bezeugung müssen diese Jagddienste zahlreich und spezialisiert gewesen sein. Zum Zuchtdienst zählte Buczek: Stutenweider, Viehtreiber, Schafhirten sowie Schweinehirten (diese waren zahlreicher als andere Hirten). Der Industriedienst umfasste: Töpfer, Zimmerer, sicher Holzfäller (Spuren in der Toponomastik), Schildmacher, Drechsler, Böttcher, Wagner und Stellmacher, Bootsbauer, Siebmacher (nur in der Toponomastik), Goldschmiede, Schmiede, Speerspitzenhersteller, Schuhmacher, Teppichwirker, Fischernetzhersteller, Erzgräber und Köhler, Bergleute – Silbergräber, Salzhersteller, zweifelhafte Seifensieder sowie vielleicht dienstbare Metzger (sie leiteten die herzoglichen Fleischbänke), einige Schankwirte und Müller. Zu einer besonderen Gruppe zusammengefasst wurden: Winzer, Fischer, vielleicht Forellenfänger (nur in der Toponomastik), Zeidler (mit dem Waldregalium verbunden), vielleicht poprażnicy (Hersteller von Wagenschmiere, Pech und Teer). Der Autor war sich des unvollständigen und hypothetischen Charakters dieser Liste aufgrund des frühen Zerfalls dieser Bevölkerungskategorien durchaus bewusst.

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In seiner Analyse der rechtlich-sozialen und ökonomischen Situation der polnischen Dienstbevölkerung unterstrich Buczek, dass "für die besprochene Zeit in keinem einzigen Fall die Existenz einer nach dem Vorbild des herzoglichen Dienstes organisierten und denselben Prinzipien folgenden dienstbaren Bevölkerung in den Gütern weltlicher Feudalherren festgestellt werden kann. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass die weltlichen Herren überhaupt keine eigenen Zeidler, Fische oder Hirten und vielleicht sogar Handwerker besaßen, auch wenn die Quellen über solche Fälle nicht informieren." 18 Buczek nahm an, dass die privaten Dienste keine ständige Organisation besaßen. In der Zeit der Organisation dieses Systems habe es in Polen keinen Großgrundbesitz in der Art der Latifundien gegeben, und der Status der dienstbaren Bevölkerung sei mit dem gesamten System der Gruppen- und herzoglichen Rechte verbunden gewesen. Deshalb habe sie erbliche Rechte auf den Boden besessen, "der die Grundlage ihrer Existenz und ihres Dienstes bildete." 19 Das Recht auf den Boden, auf dem się siedelnd die durch ihren "Beruf" definierten Dienste für die Herzöge erfüllten, war ein Nutzungsrecht. Obwohl es erblich war, konnte der Herzog ihre Pflichten ändern. Fast alle Ministerialen "arbeiteten im Prinzip für ihr eigenes Brot". 20 Die Dienstsiedlungen waren ein Element der zur Bedienung und zum Unterhalt des herzoglichen Hofes sowie der herzoglichen Mannschaft organisierten herzoglichen Güter. 21 Mit der Zeit unterschied Buczek dann stärker zwischen Höfen, die Residenzzwecken dienten und Zentren der herzoglichen Hofwirtschaftsbetriebe. Erstere konnten und mussten sich ursprünglich im allgemeinen in den Burgsiedlungen befinden. Buczek wandte sich entschieden gegen eine Verbindung der Dienstsiedlungen mit den Kompetenzen der Kastellane. Zuerst nahm er eine Rezeption böhmischer Vorbilder an. Später unterstrich er das nicht mehr und versuchte im Verlauf der Polemiken zu beweisen, dass die dienstbare Bevölkerung relativ wenig zahlreich war. Die Organisation der Dienste soll schon nach der Mitte des 11. Jahrhunderts an Bedeutung verloren haben und seit der Mitte des 12. Jahrhunderts einem fortschreitenden Verfall ausgesetzt gewesen sein. Im Vergleich mit der Rolle der Einkünfte aus den Regalien und den eigenen Gütern des Herrschers hatte sie keine wesentliche Bedeutung.

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Karol Buczeks Arbeiten wurden anfangs sehr positiv aufgenommen. Die prinzipielle Bedeutung seiner Analysen des Dienstsystems für die Erforschung der bäuerlichen Bevölkerung und im weiteren Sinne der Gesellschaft jener Zeit beruhte auf der Präzisierung und Verbreitung der Konzeption der Gruppenrechte. Nur wenige interpretierten sie den Absichten des Autors gemäß im Zusammenhang mit dem ganzen Kontext der herzoglichen Rechte. Noch weniger waren es, die sich ihr mit Verständnis widersetzten. Dazu gehörte vor allem Henryk Łowmiański, der auf den dürftigen Inhalt der Quellenbeweise für die Existenz der Gruppenrechte verwies, die er mit "Berufsreglementen" verglich, "welche außerhalb des allgemeinen Rahmens der Normen des großen sozialen Gruppen gemeinsamen Rechtsstatusses" entstanden waren. Zu solchen "Reglements" gehörten "zugunsten des Herzogs getragene Leistungen (die machmal auf die Kirche oder auf Ritter übergingen), in bestimmten Fällen, z.B. bei Ackerpflügern [ rataje ] und Söldlingen, auch zugunsten eines privaten Kontrahenten. Vielleicht sah dieses Reglement die Form einer dem Arbeiter gebührenden Versorgung vor. Aber damit erschöpfte sich sein dürftiger Inhalt wohl auch schon, der von zwei Faktoren bestimmt wurde: vom Willen des Herzogs und von der Entwicklung der das Gewohnheitsrecht schaffenden sozialen Beziehungen. Von irgendwelchen Prärogativen, die einzelnen dörflichen Berufsgruppen analog zu den Vorrechten der privilegierten Berufsgruppen, der Ritterschaft und des Klerus, zugestanden worden seien, kann nicht die Rede sein." 22 Im Lichte dieser Bemerkungen kann man nicht umhin, Łowmiański zuzustimmen.

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Zu großem Erfolg gelangte die Problematik des staatlichen Dienstsystems aber bald in der von Karol Modzelewski vorgeschlagenen Version. Nach einer Reihe von Artikeln seit Anfang der 1960er Jahre entstand 1974 seine Doktorarbeit (ich habe damals an ihrer öffentlichen Verteidigung und an der Begeisterung der Zuhörer teilgenommen) und sein darauf aufbauendes Buch über die wirtschaftliche Organisation des Staates. 23 Vieles entnahm er den Beobachtungen Buczeks, u.a. auch die Begriffe "Fürstenrecht" und "Gruppenrechte" sowie einen beträchtlichen Teil seiner detaillierten Feststellungen. Diese verstand er jedoch anders als Buczek und konstruierte ein verständlicheres allgemeines Modell des Funktionierens des Staates. Damit löste er eine Polemik aus, in der sein Opponent Buczek auf der Ebene der Interpretation der Quellenargumente versuchte, die Grundlagen dieses Modells in Frage zu stellen, und mit zunehmendem Gefühl der Machtlosigkeit gegen die Deformierung seiner Konzeption protestierte. Erfolgreich blieb jedoch die klare Logik Modzelewskis, die nicht nur in der Rezension von Benedykt Zientara eine geradezu "ästhetische Befriedigung" weckte. 24 Diese Konstruktion wurde durch weitere Studien und einen neuen Abriss anlässlich einer Synthese über die "Bauern" vervollständigt. 25 Aus der Perspektive der weiteren Erfahrungen beurteilt, erachtete der Autor den zweiten Ansatz als maßgeblicher, in welchem er bemüht war, "die Distanz zwischen dem begrifflichen Forschungsapparat und den Kategorien der mittelalterlichen Kultur zu verringern." 26 Während in der früheren Version das Dienstsystem im Mittelpunkt der Betrachtungen stand, nahm es nun im Rahmen der ganzheitlichen Synthese einen weniger exponierten Platz ein.

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In seinem ersten Buch begann Modzelewski die Analyse mit der Falsifizierung der Hofkonzeption und zeigte, dass den dörflichen Fürstenhöfen in den Quellen des 13. Jahrhunderts nur geringe Bedeutung zukam, dass sie das Privateigentum der Herrscher bildeten, in dem diese höchstens einige Wochen im Jahr verbrachten. Ein Dienstsystem war als ihr Hinterland nicht notwendig. Es gehörte also zur fiskal-wirtschaftlichen Organisation der Burgsiedlungen. Der Abriss ihres Funktionierens wurde zum Ausgangspunkt der Darlegung seines eigenen Modells der Ordnung des Fürstenrechts mit einem beträchtlichen Grad an Verallgemeinerung. In seiner Synthese der Geschichte der Bauern sind die Betrachtungen viel stärker mit faktografischem Material angereichert. Das generelle Bild der staatlichen Naturalwirtschaft, in deren Rahmen der Herzog und der Adel mit Hilfe der Burg- und Kastellaneiorganisation gemeinsam die bäuerliche Bevölkerung ausbeuteten, unterlag jedoch keiner wesentlicheren Modifizierung. Die Deckung der Bedürfnisse des Staates wurde danach durch das allumfassende Leistungs- und Lastensystem des polnischen Rechts garantiert. Das Ensemble der gesamtpolnischen Abgaben umfasste mindestens fünf reguläre Lasten: Burgwachenabgabe [ stróża ], Hornviehsteuer [ powołowe ] – Pflugsteuer [ poradlne ] – Rauchfangsteuer [ podymne ], Hofplatzgeld [ podworowe ], den narzaz und die Gastungspflicht [ stan ]. Hinzu kamen die Leistungen und Dienste des herzoglichen Rechts: Gelegenheitsabgaben, Gerichtsstrafen, Regalien, Stations- und Transportlasten sowie Befestigungsarbeiten. "Der überwiegende Teil der gemeinen bäuerlichen Bevölkerung lieferte der Monarchie ein vollständiges Ensemble von Leistungen und Diensten." Das Dienstsystem befriedigte die stärker spezialisierten Bedürfnisse. "Die Dienstleute unterhielten sich und ihre Familien durch die Bestellung erblicher Fluren. Diesbezüglich unterschieden sie sich nicht von der Gesamtheit der bäuerlichen Bevölkerung: zu ihrem eigenen Nutzen waren sie gewöhnliche Landwirte. Zum Nutzen der Monarchie jedoch übte jede Kategorie der dienstbaren Bevölkerung den von der Obrigkeit festgelegten und in den Urkunden mit dem Begriff officium , d.h. Funktion, bezeichneten Beruf aus. In dieser besonderen Form taten sie den allgemeinen Pflichten der Bevölkerung gegenüber dem Staat Genüge." 27 Dafür waren sie von einigen Lasten des Fürstenrechts befreit. Die ersten Piasten führten mit großem Schwung und Erfolg ein auf der Absonderung vom Markt und der Reservierung des Geldes für den Konsum importierter Luxuswaren beruhendes System ein. Dessen Erbe sollen ungefähr 450 Ortsnamen in Polen bilden – sicher nur ein Teil der einst existierenden, denn mindestens zwei Drittel der Dienstleute wohnten in Dörfern, deren Namen nicht von ihrem Beruf stammten. Polen stellte diesbezüglich keine Ausnahme dar: In Böhmen erreichte die Zahl solcher Namen 140 und in Ungarn überschritt sie sogar die 300. Die erblichen Pflichten wurden "ein für allemal" festgelegt. Geregelt wurden sie durch "ein besonderes Gruppenrecht, das niemand zu ändern ermächtigt war." Die Dienstleute gehörten zu der breiteren Kategorie von Bauern, die erbliche Rechte auf den Boden hatten. Die Abgaben und Leistungen wurden von einem Netz staatlicher Kastellaneien in einer "Prozedur administrativen Zwanges" eingetrieben. "Das piastische Polen war ein Rechtsstaat, in dem jeder Zwang der gerichtlichen Legalisierung bedurfte." Die grundlegende organisatorische Einheit der Gesellschaft war die Gaugemeinschft [ opole ], eine alle Bewohner umfassende Territorialgemeinschaft. Diese Nachbarschaftsgemeinden unterstanden der Kastellaneiorganisation, nahmen aber nicht an der Erhebung der Abgaben teil; sie erfüllten polizeiliche, gerichtliche und Beglaubigungsfunktionen, nur in Großpolen hatte sich als Relikt des Finanzwesens des Polanenstammes die Gemeindeabgabe gehalten. Neben dem öffentlichen Sektor gab es private Güter: herzogliche und adlige, die mit Hilfe der unfreien Bevölkerung bewirtschaftet wurden. Ihre Größe war jedoch unbedeutend. In diese Privatgüter kamen selbstverständlich auch freie, aber landlose Bauern: Ackerpflüger und hospites . "Das Haupthindernis auf dem Wege der Entwicklung des Großgrundbesitzes bildete die soziale Kondition der Erbbauern. Niemand konnte sie ihrer Rechte auf das Land berauben. Niemand konnte von ihnen Leistungen erheben außer denen, die der Monarchie aufgrund des Fürstenrechts zustanden. Niemand konnte Macht über sie ausüben, die nicht auf der öffentlichen Jurisdiktion des Herzogs und seiner Beamten basiert hätte". Eine bahnbrechende Rolle in dieser Entwicklung spielte die Kirche und dabei insbesondere die Vergabe ganzer Burgbezirke in Form von Guts-Kastellaneien. Die dienstbare Bevölkerung wurde früher als die anderen Erbbauern zum Objekt solcher Schenkungen. Die Freien verloren in den Gütern der Kirche infolge der Immunität allmählich die Verbindung mit dem herzoglichen Recht. Damit ging eine Adaptation des Begriffes ascriptici einher. 28

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Die Diskussionen über die dienstbare Bevölkerung zeigen, in welch hohem Maße jedes Element der Struktur der Bauernschaft von allgemeinen Prämissen und Vorstellungen über die Ordnung des Staates und der gesamten Gesellschaft jener Epoche abhängig ist. Deshalb muss man diese Bedingtheiten ständig im Blick behalten und versuchen, sie zu verifizieren. Karol Modzelewskis Konstruktion schlug eine verständliche und durchaus stimmige Vision zweier Sektoren des Staates vor: eines öffentlichen, in dem die gemeinsam ausgebeuteten bäuerlichen Leistungen nach einem proportionalen Schlüssel zwischen der Kirche, der Territorialadministration und dem Herrscher aufgeteilt wurden, und eines privaten (des herzoglichen und im weiteren Sinne der Großgrundbesitzer), der die Arbeit unfreier Bauern und mit der Zeit auch landloser hospites ausnutzte. Die Konzeption der staatlichen Hörigkeit des überwiegenden Teils der Bevölkerung besaß zum Zeitpunkt ihrer Entstehung einen gewissen Rückhalt in den täglichen Erfahrungen des so genannten realen Sozialismus und in verschiedenen vom Marxismus inspirierten Untersuchungen vieler Mediävisten, die die Überzeugung von einer strukturellen Ähnlichkeit der Monarchien der Přemysliden, der Árpáden und der Piasten verband. In der Zeit dieses realen Sozialismus und der Teilung Europas durch den Eisernen Vorhang konnte sie als verständlich und offensichtlich erscheinen, wenn sie den negativen Stereotypen eines rückständigen Osteuropa entsprach – und teilweise auch weiterhin entspricht. Heute bedarf sie einer weitreichenden Revision, zumindest aber einer sachgerechten Stellungnahme zu den an ihre Adresse gerichteten Zweifeln.

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Wenn Karol Buczek seinem Opponenten Modzelewski eine krasse Anachronisierung der untersuchten Wirklichkeit vorwarf, dann kann man nicht umhin, ihm diesbezüglich zuzustimmen. Buczeks gegen die Existenz prinzipieller Fiskalfunktionen der Kastellaneien im 13. Jahrhundert vorgebrachten Quellenbelege überzeugen mich durchaus. Dies kann ich jedoch nicht von seiner Konzeption der herzoglichen und der Gruppenrechte behaupten. Da die Art und Weise, wie Buczek die Genese und die Funktionen der Regalien als Grundlagen der herzoglichen Vorrechte verstand, die die im 12. Jahrhundert stattfindende Juridisierung der Idee der Territorialherrschaft unberücksichtigt lässt, halte ich sie für entschieden anachronistisch. Wenn wir diesen Kontext der generellen Vorstellungen außer Acht lassen, dann zeigt sich, dass die Analysen der dienstbaren Bevölkerung in Buczeks Arbeiten der Quellenwirklichkeit nahekommen, und die ihr Funktionieren vor allem mit den Bedürfnissen des Großgrundbesitzes prädialen Typs verbindende Argumentation recht gut begründet ist. Aber sofort stellt sich die Frage, woher die kategorische Überzeugung stammt, dass Dienstleute nur im herzoglichen Besitztum funktionieren konnten. Die Antwort ist einfach – sie resultierte aus der Gesamtvision der Ordnung und insbesondere daraus, dass den einzelnen Berufskategorien unterschiedliche Gruppenrechte zugeschrieben wurden. Diesen Typ der Eigentumsorganisation hielt Henryk Łowmiański für den Status der Ritterschaft für angebracht und charakterisierte ihn folgendermaßen: "Ein prädiales, d.h. von einer unfreien, dem Eigentümer des praedium gehörenden Bevölkerung bestelltes Gut – das ist ein primitives Vorwerk mit autarker Selbstversorgung, ohne den Zustrom von Lohnarbeitern oder abhängig freien Arbeitskräften von außerhalb, welches nur für die eigenen Bedürfnisse produziert." Diese Beschreibung entspricht den Vorstellungen vom beschränkten Ausmaß des ritterlichen Besitzstandes und ist durch die weiteren Ausführungen über die Mechanismen der Entstehung des Großgrundbesitzes im 12. Jahrhundert bedingt. Sie weckt mannigfaltige Einwände, die aber nicht die methodische Berechtigung des Versuchs einer Beurteilung der Entwicklung des Landeigentums durch Analyse der Vergaben an die Kirche betreffen können. Die Berücksichtigung der Existenz der Institution einer monarchischen und privaten Eigenkirche erlaubt das Problem des privaten Großgrundbesitzes von einer neuen Seite zu betrachten und die große "Skala von Ambitionen und Rechten der Vertreter des Magnatenadels" im 12. Jahrhundert zu erkennen, die oft als principes terre bezeichnet werden. Łowmiański ist geneigt, von Feudaleigentum zu sprechen, aber im Zusammenhang mit Zagość oder Trebnitz spricht er vom "fürstlichen praedium ", verstanden als eine "eigene Wirtschaft des Feudalherren, die vor allem auf unfreier Arbeitskraft gründet" – auch wenn deren Größe der oben angeführten Charakteristik nicht entsprach. Denn er war der Ansicht, dass "die freie Bevölkerung im prädialen Gut ein zugewandertes Element darstellte, das in diesem Fall von den Ackerbauern [ rataje ] repräsentiert wurde." Gleichzeitig war er davon überzeugt, dass seine "weitere Durchsicht der Dokumente die Richtigkeit der Bemerkung von K. Buczek bestätigen wird, dass 'unsere Quellen keinen einzigen Fall der Vergabe eines freien Mannes an irgendjemanden durch den Herrscher kennen'." 29 Wie man sieht, bedingen sich die Terminologie und die Interpretation gegenseitig und sind gemeinsam von der generellen Konstruktion abhängig.

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Diese Situation ist in der historiografischen Tradition tief verwurzelt. Ich bin der Meinung, dass der Charakter der Quellenbasis starken Einfluss auf die anachronistische Überzeugung von der dominierenden Rolle des Staates und seines Apparates hat. In überwiegendem Maße besteht sie aus herzoglichen Urkunden, die das Eigentum der Kirche bestätigen. Daher stammt die natürliche Neigung zu der Annahme, dass das gesamte Grundeigentum aus Vergaben des Herrschers stammte. Dem Mangel an einheimischen Quellen versucht man gemeinhin durch die retrogressive Methode abzuhelfen. Überall treten ähnliche Probleme mit historiografischem Ballast auf, der vielleicht die Formulierung verallgemeinernder Konstruktionen erleichtert, die Anwendung wirklicher Vergleichsforschungen aber erschwert. Im Falle der dienstbaren Bevölkerung spielen die Zusammenstellungen entsprechender Ortsnamen eine große Rolle. Die Fülle der Bezeugung unterschiedlicher Berufsgruppen in der Toponomastik Polens, Böhmens und Ungarns stellt wirklich eine Tatsache dar, die einer Erklärung bedarf. Dieser jedoch wich der Autor der vollständigsten Zusammenstellung tätigkeitsbezeichnender Ortsnamen, Christian Lübke, aus 30 . Neben ausdrücklichen Ähnlichkeiten bestehen im übrigen auch wesentliche Unterschiede. Die Interpretation des toponomastischen Materials hängt jedoch von dem auf der Grundlage der schriftlichen Quellen errichteten Bild ab. Im Falle Ungarns ermöglichen eine bessere Quellenlage und sicher auch eine andere historiografische Tradition, in den Dienstnamen Überreste einer entwickelten Hofwirtschaft zu entdecken. György Györffy suchte dafür nach Analogien und einer Genese im Westen, in den Ländern des Erbes des fränkischen Reiches, einschließlich des benachbarten Bayern, sowie im Osten, im späteren mongolischen Imperium. 31 Diese zweite, im Falle der nomadischen Ungarn einigermaßen verständliche Richtung, ist schwer zu verifizieren, besonders in Bezug auf die slawischen Länder Böhmen und Polen. Die Suche nach Analogien zu den in der Toponomastik und den Urkunden bezeugten beruflichen Spezialisierungen in ähnlichen Phänomenen im Rahmen der Organisation des Großgrundbesitzes im Westen halte ich für völlig berechtigt, und die Tatsache, dass dieses Problem nicht gelöst wird, erkläre ich mir damit, dass die Formulierung der Probleme in der wissenschaftlichen Literatur sich im eigenen Kreis drehen. Damit kann ich mich schwerlich abfinden. Wenn wir uns allein auf die aus den Urkunden stammenden Angaben beschränken, dann bleiben vor allem die Informationen über die Organisation der großen Kirchengüter im Blickfeld, besonders der klösterlichen. Daher muss an die in der klassischen Agrargeschichte entwickelten Forschungen zur großen Hofwirtschaft und zum Dominialgut angeknüpft werden, das aus dem herrschaftlichen Wirtschaftshof und den auf dem Land siedelnden abhängigen Bauern bestand. Diese Thematik hat unlängst eine neue Phase wissenschaftlicher Diskussionen durchlaufen 32 . Verschiedene Formen der Grundherrschaft (darunter die Villikation), die sich im Gebiet des ehemals römischen Gallien allmählich entwickelt hatten, führten im 7./8. Jahrhundert zur Herausbildung vieler organisatorischer Varianten und wurden im 9.-10. Jahrhundert dann auch östlich des Rheins adaptiert. Die Kenntnis dieser Probleme war einst allgemein verbreitet, wird aber seit längerer Zeit wie eine getrennte Welt behandelt. Sie erlaubt die Ausübung einer anderen Sensibilität der Forschung für Interpretationsprobleme: das Streben zur Optimierung der Effekte des Wirtschaftens in der Anpassung der Landgutorganisation an die lokalen Bedingungen, unterschiedliche Formen der Leistungen und Abhängigkeiten, die Entwicklung der Fronpflichten, die Differenzierung des Status der abhängigen Bevölkerung – neben den überwiegend unfreien, auch halbfreien und freien Bauern. Die Analogien fallen von selbst ins Auge. Wenn es im einst karolingischen Europa so war, dann resultiert die Überzeugung, dass es in Polen mehrere Jahrhunderte hindurch anders gewesen sein soll, erneut aus von mehreren Forschergenerationen erarbeiteten verallgemeinerten Vermutungen und Deduktionen. Ich nehme an, dass die Dienstsiedlungen ein Überrest der Organisation des Großgrundbesitzes sind, sicher vor allem des Herrschers – aber nicht nur, sondern auch der Kirche und der Magnaten. Darauf verweisen ganz entschieden die ungarischen Analogien, wo die Verbindung der dienstbaren Bevölkerung mit der Hofwirtschaft (der königlichen und der der Magnaten) besser sichtbar wird. Die verspätete Entwicklung der Geldwirtschaft begünstigte länger die Nützlichkeit einer solchen Form der Bedürfnisbefriedigung. Die toponomastische Produktivität der Dienstberufe kann durch die allgemeine Praxis ihrer Ansiedlung auf dem Land erklärt werden. Der einhöfige Charakter des Siedlungswesens und der Unterhalt durch die Arbeit auf dem eigenen Feld setzten leicht Namensgebungsprozesse in Gang und schufen den falschen Eindruck einer ganzheitlich geplanten Organisations- und Ansiedlungsaktion.

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Sowohl das Bild der Vollstreckung der Rechte des Fürstenrechts als auch der kollektiven Ausbeutung der Bevölkerung durch den Herrscher und den Staatsapparat einschließlich der Funktion des Dienstsystems basieren auf der Überzeugung von der Bedeutung der Kastellanei als grundlegendes und ungemein dauerhaftes Element der Territorialstruktur des Landes. Dieser Meinung war auch Buczek, der dem Problem eine gesonderte und eindringliche Analyse widmete. Sich mit der Mehrdeutigkeit der Erwähnungen bestimmter Burgsiedlungen und den Lücken in der Dokumentation herumschlagend stellte er zu Recht die allzu breit gefasste wirtschaftliche Bedeutung der von den Kastellanen eingetriebenen Leistungen in Frage. Er wollte zeigen, dass "die Burgorganisation in den polnischen Gebieten nicht so einfach ist, wie dies im Lichte der bisherigen Ausführungen zu diesem Thema aussehen könnte", und kam zu dem Schluss, dass diese Frage im regionalen Rahmen analysiert werden muss. Neben den Burgsiedlungen mit einer sicheren Territorialität (Provinzhauptstädte, alte und neue Territorialkastellaneien) existierten alte Burgsiedlungen mit ungewisser Territorialität, von denen nicht bekannt ist, ob sie Kastellane besaßen, höchstwahrscheinlich nichtterritoriale neue Kastellan-Burgsiedlungen, kirchliche (ursprünglich kastellanische und nichtkastellanische) sowie andere Burgsiedlungen (ältere, jüngere, mit unbestimmter Chronologie). Teilungen der Territorialkastellaneien und Änderungen ihrer Grenzen müssen nur ausnahmsweise vorgekommen sein, weil "unter den damaligen natürlichen Bedingungen und bei einem überaus primitiven Regierungsapparat und ebensolchen Verkehrsmitteln die Burgbezirke zwangsläufig stabil sein mussten (Hervorhebung S. G.), denn die Zerschlagung der alten und die Schaffung einer neuen Ordnung auf dem Gebiet des Gerichtswesens und des Militärs sowie der Leistungen zugunsten der Burgsiedlungen war eine ebenso schwierig zu bewerkstelligende wie auch riskante Sache." 33 Diese komplizierten Ausführungen lassen viel Raum für die Erörterung der Territorialität oder ihres Fehlens in den einzelnen Kastellaneien.

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In diesem Zusammenhang kann die Meinung vertreten werden, dass die dauerhafte Stabilität der zentralen Orte vor allem durch die Siedlungsstrukturen aufrechterhalten wurde. Das Vergleichsmaterial zeigt, dass vor der Verbreitung der Schrift jedes neue Modell der Territorialverwaltung die Existenz vieler lokaler Organisationsvarianten erlaubte und von Seiten des Herrschers ein schneller Verlust der Kontrolle über die ihm unterstehenden Würdenträger erfolgte. Man darf das Funktionieren des Staates nicht auf anachronistische Weise der modernen Territorialverwaltung eines Rechtsstaates anpassen wollen. Überschätzt wird die Bedeutung der administrativen und unterschätzt die der gerichtlichen Funktionen der Kastellanorganisation. Unabhängig von der Existenz eines Netzes herzoglicher Burgsiedlungen steht außer Zweifel, dass in Polen die Provinzen und Herzogtümer die Grundlage der Verwaltung bildeten. Gestützt auf das in Europa allgemein verbreitete Phänomen der Adaptation der Institution des Grafen habe ich schon früher die Vermutung geäußert, dass es dazu auch in Polen gekommen ist und das Vorkommen der Bezeichnung comes in Bezug auf den Magnatenadel das Resultat davon war. 34 Die Gerichtsbarkeit besaß einen fiskalischen Aspekt, der aber lange in der Kompetenz der lokalen Gemeinschaften gelegen haben muss, die sich sicher an einem ständigen Ort unter der Leitung des örtlichen Würdenträgers getroffen haben. Leider verfügen wir nur über sehr beschränkte Möglichkeiten, in den Quellen des 13. Jahrhunderts nach Relikten älterer Rechte der nachbarschaftlichen Gemeinschaft zu suchen. Das von der Historiografie erarbeitete Bild wurde von Jacek Matuszewski zu Recht in Frage gestellt, der bemüht war zu zeigen, dass "mit dem Begriff opole (vicinia) eine nichtformalisierte soziale Gruppe bezeichnet wurde, die nach dem Prinzip der Nachbarschaft unterschieden wurde, aber von Fall zu Fall verschieden und auf mannigfaltige Weise je nach den Bedürfnissen, zu deren Realisierung die opole berufen wurde." 35 Die polizeilichen und Ordnungsfunktionen dieser opole sollten sich auf die von Fall zu Fall so bezeichnete Nachbarschaftsgruppe als eine überall angetroffene Rechtsinstitution zurückführen lassen. Ich denke, dass dies den damaligen Realien des Denkens über das Recht und die Möglichkeiten des Staates besser gerecht wird. Dessen ungeachtet erlaubt das recht offensichtliche allgemeine Vorkommen lokaler Territorialgemeinschaften im frühmittelalterlichen Europa keine Ablehnung der Vergleichsargumente. Zwei Erwähnungen eines 'Gemeindestabes' (laska opolna) zeugen – trotz der Unklarheit seiner Funktion – doch von der Existenz einer entsprechenden Gemeinschaft. Auch kann die Existenz von Überresten einer früheren nachbarschaftlichen Territorialgemeinschaft in den polnischen Überlieferungen kaum bezweifelt werden. Stanisław Trawkowski hat gezeigt, dass ein Teil der Quellen eine solche Interpretation zulässt. 36 Diese Argumentation entwickelte Karol Modzelewski weiter, der eine möglichst vollständige und eindeutige Verteidigung seiner eigenen Version der traditionellen Konstruktion unternahm. 37 Matuszewskis Kritik enthüllte jedoch die methodischen Missbräuche der Suche nach einem Modell der auf mehrdeutige Weise bezeichneten sozialen Institution (opole, osada, vicinia, provincia); er zeigte ihre regionale Differenzierung auf und dass sie prinzipiellen Umgestaltungen unterlag, die ihre Funktionen den neuen Bedürfnissen der staatlichen Organisation anpassten, sowie dass sie im Augenblick ihres Verschwindens bezeugt ist, bei voller Lebendigkeit der Bezeichnung selbst.

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Der Mangel an Angaben zwingt zu einer Erörterung der Veränderungen der Territorialverwaltung in Verbindung mit der Entwicklung des Rechts und der Gerichtsbarkeit. Die Gerichtsbefugnisse des Herrschers waren alter Herkunft, aber die Aneignung der Gerichtsrechte durch fürstliche Beamte, durch die die Rechte der lokalen Territorialgemeinschaften vom opole -Typ vollständig eliminiert wurden, lässt sich nicht aus Stammeszeiten ableiten. Die Übernahme der vollen Kontrolle über die Gerichtsbarkeit durch die Fürsten verbinde ich mit der Kastellaneireform der Territorialverwaltung an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert. Ermöglicht wurde sie durch die Rezeption des Prinzips einer öffentlichen Kriminalisierung schwerer Verbrechen in Verbindung mit der Aussonderung der so genannten Blutsgerichtsbarkeit. Sie entstand im Verlauf eines langen Prozesses in Verbindung mit der Gottesfrieden-Bewegung ( pax Dei ) und der Landfriedensgesetzgebung. Im Reich vollzog sich dieser Prozess im Laufe des 12. Jahrhunderts und ist recht gut erforscht. Es ist kein Zufall, dass die erste urkundliche Erwähnung, die die Funktion des Kastellans nennt, aus dem Jahre 1202 stammt und Schlesien betrifft. 38 Dies deckt sich mit dem Beginn der Herrschaft Heinrichs des Bärtigen, der im Jahr darauf entschied, dass die Untertanen des Klosters in Trebnitz non iudicentur nisi a proprio iudice, quod si grandis emerserit causa, in presentia principis vel castellani Vratizlaviensis. 39 Sofort bezeugt ist somit die Verbindug der Kastellane mit der Blutsgerichtsbarkeit. Dass sie diese Art der Gerichtsbarkeit ausübten, ist in den Quellen des 13. Jahrhunderts und in den analytischen Untersuchungen gut dokumentiert. Seitdem behielten sich die Fürsten die höhere Gerichtsbarkeit konsequent als ihre Prärogative vor, auch in der Immunitätszeit. Im Jahre 1234 wurden diese Rechte erstmals (übrigens auch in einer Urkunde Heinrichs des Bärtigen) als ius ducale bezeichnet. 40 Die Gerichtsstrafen bildeten auch weiterhin eine Einkunftsquelle, gleichzeitig aber auch eines der grundlegenden Vorrechte der Obrigkeit. Die Vorbilder der Kastellaneireform der Verwaltung müssen im kaiserlichen Pleißenland und in der Institution der Burggrafschaften gesucht werden, die im Verlauf ihrer Errichtung durch Konrad III. und insbesondere Friedrich Barbarossa präzisiert wurden. Gerade in Altenburg lebte während seines Exils (1147-1163) ja Bolesław der Lange, der übrigens auch an den Italienfeldzügen des Kaisers teilnahm und an dessen Versuchen, von den italienischen Städten Regalien einzufordern. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Kastellane zuerst in den schlesischen Quellen in Erscheinung traten, wo übrigens die mit der Kolonisation zu deutschem Recht einhergehende weitere Evolution schneller zu Umgestaltungen, zum Kompetenzverlust und ihrem frühen Verschwinden führte. Unter Berufung auf die Chronologie der Quellenbelege kann angenommen werden, dass Großpolen dem Beispiel Schlesiens folgte und etwas später auch Kleinpolen und Masowien.

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Die älteren Formen der Territorialverwaltung und die Funktionen der Burgsiedlungen bedürfen einer gesonderten und ausführlichen Analyse, die den Rahmen der vorliegenden Betrachtungen sprengen würde. Die fürstliche Macht in Polen unterlag im 12. Jahrhundert einer grundsätzlichen inneren Transformation im Ergebnis eines langen und komplizierten Prozesses, der nur in seinen allgemeinen Konturen und auch nur höchst hypotetisch skizziert werden kann. Die Kontrolle über das Territorium gründete nicht auf einem ausgebauten System von Ämtern mit delegierten Machtbefugnissen und präzisierten Kompetenzen, sondern auf der persönlichen Autorität und einem Netz unmittelbarer Verbindungen. Das so genannte Statut Bolesław Schiefmunds von 1138 war gegen die Position der aristokratischen Verwalter der Provinzen gerichtet, die durch jüngere Vertreter der Dynastie ersetzt wurden. Dies bedeutete den Versuch einer Monopolisierung der Territorialherrschaft durch die Piasten. Von den herzoglichen Burgsiedlungen besaßen diejenigen wirkliche Bedeutung, die beim Bereisens des Landes Residenzfunktionen erfüllten. Deshalb muss den Stationsleistungen für den Herrscher, seine Begleitung und seine Beamten sowie ihrer Höhe bei der Belastung der Untertanen größere Bedeutung beigemessen werden. Die als comites bezeichneten Würdenträger, mit denen gewisse Gerichtsbefugnisse verbunden waren, realisierten diese sicher nicht in den Burgsiedlungen – andernfalls wäre kaum erklärbar, warum keiner von ihnen eine Territorialbezeichnung besaß. Ein gefährlicher Gegner der Herzöge war der gesamtpolnische Wojewode – der comes palatinus . Seine Bedeutung wurde durch den Zusammenbruch der Senioratsherrschaft und die Zunahme der Wojewoden in den einzelnen Teilfürstentümern eingeschränkt. Die Veränderungen geschahen im Rahmen eines steten Spiels der Herzöge mit der Gesellschaft und verliefen in den einzelnen Teilfürstentümern unterschiedlich, aber doch in ähnlicher Richtung. Eine große Rolle spielte, dass den Magnaten die Vorteile aus der inneren Kolonisierung entzogen wurden. Die Möglichkeiten einer fiskalischen Ausbeutung der Untertanen vergrößerten sich durch die Rezeption der Konzeption der Regalien als fürstliche Monopole in der neuen rechtlichen Version. Ich nehme an, dass dies im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts geschah. Eine prinzipielle Herausforderung für die Fürsten bildete die Verbreitung des Metallgeldes und die "Monetarisierung" der Herrschaftsmechanismen. Die Herrscher hielten das Münzwesen in ihrer Hand und entfalteten das fiskalische System der renovatio monetae . Immer häufiger erforderte der reguläre Geldaustausch eine Ausweitung der Kontrolle über den Geldumlauf in Form eines Netzes von Märkten und Monopolen. Den ständigen Geldmangel und die Notwendigkeit des Sparens konservierten sicher die Naturalleistungen und Dienste. Diese Situation begünstigte deren Reorganisation, ja sogar ihren Ausbau. Dies betraf auch die militärischen Pflichten, aber die Genese des polnischen Adels und des ius militare stellt ein gesondertes und sehr kompliziertes Problem dar. Die Kommerzialisierung des Konsums vergrößerte gleichzeitig die Bedeutung des Zugangs zu den Einkünften, und es ist sicher auch kein Zufall, dass in der Versorgung der Kastellane und anderer Amtsträger die Einkünfte in Bargeld dominierten. Darauf hat Buczek zu Recht aufmerksam gemacht 41 . In einer Situation, in der die Herrscher recht konsequent und letztendlich auch effektiv eine Einschränkung der Bedeutung des Magnatenadels anstrebten, verband die Gewährleistung derartiger Einkünfte die Würdenträger mit der herzoglichen Herrschaft.

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Man kann mit einem sehr hohen Grad an Wahrscheinlichkeit feststellen, dass durch obige Beobachtungen die retrogressiven Rekonstruktionen der Organisation der sozio-ökonomischen Ordnung des 11.-12. Jahrhunderts, gestützt auf die Klausel der Immunitätsprivilegien aus dem darauffolgenden Jahrhundert, eindeutig an Glaubwürdigkeit verlieren. In Bezug auf die Kirche fiel ihr Hohepunkt in die Mitte des 13. Jahrhunderts. Ich verbinde dies mit der Intensivierung des Prozesses der Stadtlokationen und der diese begleitenden Enteignung von Kircheneigentum im Verlauf der Absteckung eines neuen Stadtgrundrisses oder sogar Sitzverlegung der neuen Stadt. Die Erteilung der Immunität war ein Instrument des Herrschers und nicht ein Zeugnis seiner Schwäche. Unter den Bedingungen einer fortschreitenden Kommerzialisierung des Konsums hatte die Monopolisierung der Geldeinkünfte aus den Städten und Handelseinrichtungen Priorität für die Herzöge. Dies bedeutet nicht, dass sie leicht auf die Möglichkeit verzichteten, sich auch die traditionellen Abgaben und Leistungen zu sichern. Die Wiederholung der Aufzählungen liquidierter Lasten muss nicht der realen Eintreibung ihrer ganzen Liste entsprochen haben. Dahinter verbirgt sich vielmehr eine Mehrung der Absicherungen und Garantien in einer Epoche zunehmender Bedeutung des fürstlichen Rechtsdokuments. Die juristische Akribie gebot dies. Wir kennen die Namen der Lasten, aber wir können auf dieser Grundlage ihre wirkliche Zusammensetzung und die Höhe der Belastung der Bauern nicht richtig beurteilen. Der Quellenstatus der Immunitätsklauseln erfordert dringend eine quellenkundliche Reflexion und entsprechende Forschungen. Die Aufzählungen der darin enthaltenen Lasten bilden auch von dieser Seite her eindeutig keine sichere Grundlage für retrogressive Schlussfolgerungen.

Aus dem Polnischen von Ulrich Herbert

Der Text stellt eine im Lichte der am 12. April geführten Diskussion erheblich modifizierte und erweiterte Fassung der vom Autor seinerzeit vorgetragenen Positionen dar.

1 Josef Joachim Menzel: Jura ducalia. Die mittelalterlichen Grundlagen der Dominialverfassung in Schlesien, Würzburg 1964.

2 Karol Buczek: O tak zwanych prawach książęcych i królewskich [Über die sogenannten herzoglichen und königlichen Rechte], in: Ders.: Studia z dziejów ustroju społeczno-gospodarczego Polski piastowskiej, Bd. 1, hrsg. von Waldemar Bukowski, Kraków-Warszawa 2006, 311-337, Zitat 316.

3 Karol Buczek: Uwagi o prawie chłopów do ziemi w Polsce piastowskiej [Bemerkungen über die Rechte der Bauern am Land im piastischen Polen] (1957), in: Ders.: Studia (wie Anm. 2), Bd. 1, 91-105, hier 101, Anm. 16.

4 Ebd. 103

5 Ebd. 102.

6 Karol Buczek: W sprawie interpretacji dokumentu trzebnickiego z r. 1204 [Zur Frage der Interpretation der Trebnitzer urkunde von 1204] (1957), in: Ders.: Studia (wie Anm. 2), Bd. 1, 107-149; vgl. Benedykt Zientara: Struktura chłopów w Polsce średniowiecznej [Die Struktur der Bauern im mittelalterlichen Polen], in: Struktura feudální společnosti na území Československa a Polska do přelomu 15. a 16. století, Praha 1984, 154-190, hier 181-182.

7 Schlesisches Urkundenbuch, hsrg. v. Heinrich Appelt, Bd. 1: 971-1230, Wien u.a. 1971, Nr. 93, 66.

8 Karol Buczek, W sprawie interpretacji. (wie Anm. 5), 122.

9 Die Zitate Ebd., 130, 132.

10 Ebd. 141

11 Karol Buczek: Książęca ludność służebna w Polsce wczesnofeudalnej [Die herzogliche Dienstbevölkerung im frühfeudalen Polen], Wrocław 1958, 90.

12 Karol Buczek: Z badań nad organizacją gospodarki w Polsce wczesnofeudalnej (do początku XIV w.) [Forschungen zur Organisation der Wirtschaft im frühfeudalen Polen (bis zum Anfang des 14. Jh.)], in: Ders.: Studia (wie Anm. 2), Bd. 2, S. 17-61, Zitat 30.

13 Karol Buczek: Głos w dyskusji nad początkami państwa polskiego [Ein Diskussionsbeitrag zu den Anfängen des polnischen Staates] (1960), in: Ders.: Studia (wie Anm. 2), Bd. 1, 233-259, hier 250-252; vgl. Ders.: Organizacja opolna w Polsce średniowiecznej [Die Opole-Organisation im mittelalterlichen Polen] (1970), in: Ders.: Studia (wie Anm. 2), Bd. 2, 99-139.

14 Ders.: Skarbowość: Polska [Finanzen: Polen], in: Słownik starożytności słowiańskich, Bd. 5, Wrocław 1975, 205-210; Ders.: Regalia [Regalien], in: Słownik starożytności słowiańskich, Bd. 4, Wrocław 1970, 479-484.

15 Vgl. Karol Buczek: Z badań nad organizacją (wie Anm. 12), 18 ff.

16 Karol Buczek: Książęca ludność służebna (wie Anm. 11).

17 Ebd., 16

18 Ebd., 88.

19 Ebd., 95.

20 Ebd., 99

21 Karol Buczek: Organizacja służebna w pierwszych wiekach państwa polskiego [Die Dienstorganisation in den ersten Jahrhunderten des polnischen Staates] (1977), in: Ders.: Studia (wie Anm. 2), Bd. 3, Kraków 2010, 129-149; Ders.: Gospodarcze funkcje organizacji grodowej w Polsce wczesnofeudalnej (wiek X-XIII) [Die wirtschaftlichen Funktionen der Burgorganisation im frühfeudalen Polen (10.-13. Jh.)] (1979), in: Ders.: Studia (wie Anm. 2), Bd. 3, 177-200; Ders.: O ustroju społeczno-gospodarczym Polski wczesnofeudalnej (wiek X-XIII). Uwagi krytyczne na marginesie prac Karola Modzelewskiego [Über die sozial-ökonomische Verfassung des frühfeudalen Polen (10.-13. Jh.). Kritische Bemerkungen zu den Arbeiten Karol Modzelewskis], in: Ders.: Studia (wie Anm. 2), Bd. 3, 201-226.

22 Henryk Łowmiański: Początki Polski, Bd. 6-1: Polityczne i społeczne procesy kształtowania się narodu do początku wieku XIV [Die Anfänge Polen. Die politischen und gesellschaftlichen Prozesse der Nationswerdung bis zu Beginn des 14. Jh.], Warszawa 1985, 508 f.

23 Karol Modzelewski: Organizacja gospodarcza państwa piastowskiego X-XIII wiek [Die wirtschaftliche Organisation des piastischen Staates], Wrocław 1975; vgl. Ders.: Z badań nad organizacja służebną w Polsce wczesnofeudalnej [Forschungen zur Dienstorganisation im frühfeudalen Polen], in: Kwartalnik Historii Kultury Materialnej 9 (1961), 703-741; Bibliografia prac naukowych prof. Karola Modzelewskiego, in: Europa barbarica, Europa christiana. Studia mediaevalia Carolo Modzelewski dedicata, hrsg. v. Roman Michałowski u.a., Warszawa 2008, 9-14

24 Benedykt Zientara: Model społeczeństwa polskiego X-XIII wieku w książce Karola Modzelewskiego [Das Modell der polnischen Gesellschaft des 10.-13. Jh. Im Buch Karol Modzelewskis], in: Kwartalnik Historii Kultury Materialnej 25 (1977), S. 101-109, Zitat 103.

25 Karol Modzelewski: Chłopi w monarchii wczesnopiastowskiej [Die Bauern in der frühpiastischen Monarchie], Wrocław 1987; vgl. Paola Guglielmotti / Gian Maria Varanini: Wywiad z Karolem Modzelewskim [Interview mit Karol Modzelewski], in: Przegląd Historyczny 102 (2011), 45-106, hier 53f., 71f., 96f.

26 Karol Modzelewski: Posłowie [Nachwort], in: Ders.: Organizacja gospodarcza państwa piastowskiego X-XIII wiek, 2. Aufl., Poznań 2000, 228-235., Zitat 229.

27 Karol Modzelewski: Chłopi (wie Anm. 25), die Zitate 99-100.

28 Die Zitate ebd. 103, 128, 140, 193.

29 Henryk Łowmiański: Początki Polski, Bd. 6-1 (wie Anm. 22), die Zitate 377, 421, 422, 423.

30 Christian Lübke: Arbeit und Wirtschaft im östlichen Europa. Die Spezialisierung menschlicher Tätigkeit im Spiegel der hochmittelalterlichen Toponymie in den Herrschaftsgebieten von Piasten, Přemysliden und Arpaden, Stuttgart 1991.

31 György Györffy: Wirtschaft und Gesellschaft der Ungarn um die Jahrtausendwende, Budapest 1983, 60ff.

32 Vgl. Werner Rösener: Agrarwirtschaft, Agrarverfassung und Ländliche Gesellschaft im Mittelalter, München 1992; Ders.: Grundherrschaft im Wandel. Untersuchungen zur Entwicklung geistlicher Grundherrschaften im südwestdeutschen Raum vom 9. bis zum 14. Jahrhundert, Göttingen 1991; Ludolf Kuchenbuch: Grundherrschaft im früheren Mittelalter, Darmstadt 1991.

33 Karol Buczek: Z badań nad organizacją grodowa w Polsce wczesnofeudalnej. Problem terytorialności grodów kasztelańskich [Forschungen zur Burgorganisation im frühfeudalen Polen. Das Problem der Territorialität der Kastellaneiburge] (1970), in: Ders.: Studia (wie Anm. 2), Bd. 2, 141-169, die Zitate 169, 168.

34 Sławomir Gawlas: O kształt zjednoczonego Kółestwa. Niemieckie władztwo terytorialne a geneza społeczno-ustrojowej odrębności Polski [Um die Gestalt des vereinigten Königreiches. Die deutsche Territorialherrschaft und die Genese der sozialen Besonderheit Polens], 2. Aufl., Warszawa 2000, 62 f.

35 Jacek Matuszewski: Vicinia id est... Poszukiwania alternatywnej koncepcji staropolskiego opola [Auf der Suche nach einer alternativen Konzeption des altpolnischen opole ], Łódź 1991, Zitat 227-228.

36 Stanisław Trawkowski: Opole a gród [Opole und Burg], in: Aetas media – aetas moderna. Studia ofiarowane profesorowi Henrykowi Samsonowiczowi w siedemdziesiątą rocznicę urodzin, hrsg. v. Halina Manikowska u.a., Warszawa 2000, 313-318.

37 Karol Modzelewski: Czy opole istniało? [Gab es das opole ?], in: Przegląd Historyczny 92 (2001), 161-185.

38 Schlesisches Urkundenbuch, (wie Anm. 7), Bd. 1, Nr. 77, 50.

39 Ebd., Nr. 83, 56-57.

40 Ebd., Bd. 2, Nr. 83, 54.

41 Karol Buczek: Uposażenie urzędników w Polsce wczesnofeudalnej [Die Ausstattung der Amtsträger im frühfeudalen Polen], in: Małopolskie Studia Historyczne 5 (1962), 3/4, 55-87.

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4046496-9 4052678-1 118742302 4129438-5 4006287-9 4239544-6 4036824-5 4043744-9 4048737-4 4056618-3
1230-1300
Polen (4046496-9), Schlesien (4052678-1), Piastowie Familie (118742302), Abgabe (4129438-5), Bevölkerung (4006287-9), Fürstenrecht (4239544-6), Macht (4036824-5), Ordnung (4043744-9), Recht (4048737-4), Staat (4056618-3)
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S. Gawlas: Statement
In: Gab es das "Dienstsystem" im mittelalterlichen Polen – oder was war das ius ducale? Hrsg. von Eduard Mühle (5. Joachim-Lelewel-Gespräch, 12. April 2011, DHI Warschau) / Czy istniała organizacja służebna w średniowiecznej Polsce – czyli: co to było ius ducale? Red. Eduard Mühle (5. Debata Lelewelowska, 12 kwietnia 2011, NIH w Warszawie)
URL: https://prae.perspectivia.net/publikationen/lelewel-gespraeche/4-2011/gawlas_statement
Veröffentlicht am: 03.08.2011 15:45
Zugriff vom: 22.01.2020 17:55
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